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[Aktion] Herzensbuch: Ich lese was, was du nicht liest: DER SEIDENFÄCHER

24. November 2018

#13 / Herzensbuch

 

Gisela vom Blog Giselas Lesehimmel und Anne vom Blog Lesen – Eine Leidenschaft fürs Leben haben eine schöne neue Mitmach-Aktion ins Leben gerufen! Es geht um die vielen Herzensbücher, denen wir, selbst wenn wir sonst keine Bücher mehr aus Platzgründen horten, ein Plätzchen freiräumen, da wir sie behalten möchten. Bei dieser Aktion möchte ich sehr gerne mitmachen und euch meine liebsten Bücher zeigen und eure kennenlernen. Vielleicht ist auch was für mich dabei! Oder wir überschneiden uns sogar mit unseren Herzen. Das wäre auch eine sehr schöne Entdeckung.


"Der Seidenfächer"

© C. Bertelsmann Verlag
© Blanvalet Verlag

Buchbeschreibung

Das Mädchen Lilie wird 1823 als Tochter einer armen Bauernfamilie in der Provinz Hunan geboren. Die Familie begegnet ihr mit Härte und Lieblosigkeit, denn Mädchen sind nichts als Last. Mit sieben Jahren, wenn traditionell den Mädchen die Füße gebunden werden, ändert sich für Lilie alles. Ihre Füße erscheinen besonders geeignet, zierlich zu bleiben. Das eröffnet ihrer Familie durch eine günstige Heirat Aufstiegsmöglichkeiten in bessere Kreise. Wochen, Monate müssen Mädchen fürchterliche Schmerzen ertragen. Lilies jüngere Schwester stirbt. Und Lilie lernt die lebensentscheidenden Lektionen einer Frau: Sie muss gehorchen, sie muss Schmerzen erdulden für die Schönheit, und sie kann nur im Leiden Frieden finden. Lilies einziger Trost ist die Aussicht auf Bildung: Sie erhält Unterricht in der Geheimschrift Nushu, einem über 1000 Jahre alten Verständigungsmittel unter Frauen. Und eines Tages erhält sie einen Brief von Schneerose, einem Mädchen aus reichem Haus. Eine lebenslange Freundschaft beginnt, die tragisch endet.

Lisa See entführt mit ihrem Roman über eine große Frauenfreundschaft, die durch eine Geheimschrift am Leben gehalten wird, ins China des 19. Jahrhunderts. Sie lässt den Leser in eine verborgene Welt schauen, in der den Frauen mit dem Binden der Füße auch das Herz gefesselt wird. Doch die Sehnsucht nach Liebe, Glück und Freiheit bleibt lebendig.

 

Warum ein Herzensbuch?

Dieses Buch wurde mir vor einigen Jahren von einer kroatischen Freundin empfohlen. Ich las mir die Buchbeschreibung durch und wusste, das ist absolut ein Buch für mich. Aber es war noch viel mehr, denn es wurde ein Herzensbuch! “Der Seidenfächer” war die erste Geschichte, durch die ich so intensiv über diese schreckliche Tradition des Füßebindens erfahren habe. Bis dahin kannte ich vereinzelte Bilder, wie das aussah oder auch aus alten Filmen, in denen solche Frauen vorkamen. Doch was genau dahinter steckt und wie das vonstatten geht, wurde mir erst hier vor Augen geführt.

Sehr rührend und liebevoll erzählt die Autorin von Lilie, deren Füße für diese schmerzhafte Tradition des Füßebindens geeignet sind und was das für sie und ihre Familie bedeutet. Ich fühlte mit Lilie und all den anderen Frauen, denen das angetan wurde. Ich litt mit ihnen, die in dieser Zeit und dem damaligen Rollenbild der Frau gefangen waren. Und ich freute mich über die winzigen Freiheiten, die sie sich erobern konnten.

Ein Buch, das mir an und ins Herz ging und das ich immer wieder gerne weiterempfehle! Eine Rezension gibt es zu diesem Buch leider nicht. Am besten, ihr lest es gleich selbst!

 

Weitere Recherche

Bericht “19 Fotos der letzten chinesischen Frauen mit gebunden Füßen” aus BuzzFeed vom 23. 06. 2015

– Reine Fotogalerie des Fotografen Jo Farrell zum obigen Bericht “19 Fotos der letzten chinesischen Frauen mit gebunden Füßen”

Beitrag “Füßebinden (China)” aus Wikipedia.

 

Teilnehmer

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  1. Guten Morgen liebes Monerl

    Wahnsinn. Füße zusammenbinden ist ja wohl die reinste Folter. Die Fotos muss ich mir gleich mal ansehen. Tolle Vorstellung von dir.

    Liebe Grüße,
    Gisela

    1. Hallo Gisela,
      ja, das war so eine schlimme Tradition! So schmerzhaft und so diskriminierend für die Frauen. Gut dass es das heute nicht mehr gibt! Nicht mehr lange, und die letzten Frauen mit Lotosfüßen werden ausgestorben sein.
      GlG, monerl

  2. Hallo Monerl, ein ganz schrecklicher Brauch ist das gewesen um Frauen einzuschränken, sie zu manipulieren und zu kontrollieren, an das Haus zu binden und gefügig zu machen mit dem Druckmittel Schmerz. Erstaunlich und unglaublich was Menschen sich ausdenken können und ihren Mitmenschen antun….mir bleiben die Worte weg,,,

    LG Angela

    1. Liebe Angela,
      du hast es ganz genau erfasst! Das war eine sehr harte Zeit für Frauen. Noch schlimmer aber, dass viele Familie das ihren Töchtern antun wollten, weil sich ihnen damit Ansehen und evtl. auch Wohlstand eröffnen konnten. Ich kann dir dieses Buch absolut empfehlen. Die Autorin schreibt sehr schön. Ich habe noch eines von ihr gelesen. Das ist ein Teil einer Dilogie. Den zweiten Teil werde ich nächstes Jahr lesen und ihn endlich vom SuB befreien. 🙂
      GlG, monerl

    1. Liebe Petrissa,
      ich weiß noch, wie geschockt ich war, als ich das Buch gelesen habe. Es ist trotz allem ein wundervolles Buch, das ich dir sehr ans Herz legen möchte. 🙂
      GlG, monerl

        1. Habe soeben meinen letzten Kommentar gelöscht. Dachte, du hättest das zu meiner aktuellen Rezi geschrieben. hihi Ja, das Buch ist schon sehr traurig. Dafür braucht es die richtige Zeit. Buch läuft nicht weg, steht noch lange bei mir im Regal, falls du es mal lesen magst. hihi
          GlG, monerl

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