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[Blogger-Adventskalender 2020 + GEWINNSPIEL] Socke 8 – Interview SOPHIE EDENBERG

8. Dezember 2020
Socke 8

Ihr Lieben,

der heutige Bartzipfel ist eine Socke, denn heute macht der Blogger-Adventskalender von Mona Tintenhain Halt bei mir! Dieser Adventskalender ist schon seit vielen Jahren fester Bestandteil der Bloggerwelt und ich freue mich, auch in 2020 wieder ein Teil davon zu sein.

Was bzw. wer versteckt sich in der heutigen Socke?

Stammleser*innen meines Blogs wissen bereits, dass ich hin und wieder auch sehr gerne Bücher von Selfpublisher*innen lese. Unter solchen #SPBüchern sind mittlerweile auch viele tolle Perlen zu finden. Es gibt viele verschiedene Gründe, warum Autor*innen sich gegen einen Verlag entscheiden. Was sich früher wie auch heute noch sehr schwer gestaltet, ist die Vermarktung und die Sichtbarkeit solcher Bücher. Deshalb habe ich in diese Adventssocke die Selfpublisherin Sophie Edenberg und ihre beiden Bücher gepackt und hoffe, dass ihr mit dem Interview Spaß haben werdet!

Lernt nun Sophie kennen und wenn ihr mögt, könnt ihr am Ende noch in den Lostopf für eines von 2 Exemplaren springen und mit etwas Glück gehört es in einer Woche euch und wird (hoffentlich) pünktlich zu Weihnachten unter eurem Baum liegen.

Sophie Edenberg
© Sophie Edenberg
Fly Baby Fly
© Sophie Edenberg / VercoDesign, Unna

Klappentext

Als die Wienerin Lea nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus zu sich kommt, findet sie sich in einem wahrgewordenen Albtraum wieder. Ihre Erinnerungen an die letzten dreizehn Jahre sind verschwunden. Entsetzt muss sie feststellen, was aus ihrem Leben geworden ist: Offenbar hat sie ihre Jugendliebe Christopher geheiratet und mit ihm eine neunjährige Tochter. Doch Christopher will nichts von ihr wissen, denn sie hat die beiden vor Jahren verlassen und ihrer Heimatstadt Wien den Rücken gekehrt. Voller Reue ist Lea fest entschlossen, herauszufinden, wie es so weit kommen konnte, und um die Liebe ihres Lebens zu kämpfen.

Anna, Christophers neue Partnerin, ist hingegen endlich mit dem Mann ihrer Träume zusammen. Alles, was zu ihrem vollkommenen Glück noch fehlt, ist ein gemeinsames Kind. Das Leben ihrer Träume scheint zum Greifen nah. Doch all das verändert sich schlagartig, als Lea, Christophers verschollene und bildschöne Ehefrau, unvermutet wieder auftaucht.

Das perfekte Leben meiner Schwester
© Sophie Edenberg / Cover Up Buchcoverdesign, Hamburg

Klappentext

Als die neunzehnjährige Emma herausfindet, dass sie adoptiert wurde und in Wahrheit die uneheliche Tochter des vermögenden Wieners Ferdinand Lauderthal ist, regen sich Hoffnung und Zuversicht in ihr. Endlich sieht sie einen Ausweg aus ihrem unglücklichen Leben. Doch ihre Erwartungen werden enttäuscht. Während ihre gleichaltrige Halbschwester Céline das Leben ihrer Träume führt, will ihr Vater nichts von ihr wissen. Voller Eifersucht beschließt Emma, die beiden büßen zu lassen. Als vermeintliche Studienkollegin von Céline dringt sie in deren Leben ein und stellt dieses gehörig auf den Kopf.

Doch schon bald muss Emma feststellen, dass nichts ist, wie es zunächst den Anschein hatte und sie sich in ihrer Halbschwester getäuscht hat. Hin und hergerissen zwischen ihrer wachsenden Zuneigung zu Céline und ihren Rachefantasien wird sie in einen Strudel aus Familienintrigen verstrickt, die ihr Verständnis von Gerechtigkeit auf eine harte Probe stellen. Denn alles im Leben hat seinen Preis …

Hallo Sophie! Schön, dass Du mich in meiner bunten Welt besuchst. Bitte stelle Dich, wenn möglich, in drei bis vier Sätzen kurz vor.

Sophie: Hallo zusammen. Mein Name ist Sophie und ich komme aus Wien. Ich bin bekennender Buch-, Kaffee- und (zu dieser Jahreszeit auch) Vanillekipferl-Junkie und freue mich sehr über die Gelegenheit, Teil von Monas Blogger-Adventkalender zu sein.

„Fly, Baby, Fly“ ist Dein Debüt. Was für ein Gefühl war das, als Du das erste Belegexemplar in den Händen gehalten hast?

Sophie: Der Moment war unbeschreiblich. Ich nahm das Buch in die Hand und begann es durchzublättern. So viele Seiten dicht beschriebenes Papier. Ich glaube, ich bin in meinem ganzen Leben noch nie so stolz auf mich gewesen, wie an jenem Tag.

Wann hattest Du entschieden, dass Du ein Buch schreiben willst?

Sophie: Der Wunsch, Romane zu schreiben, begleitet mich bereits mein Leben lang. Schon als kleines Mädchen habe ich mir mit großer Leidenschaft Geschichten für meine Stofftiere ausgedacht. Da saß ich dann, mit einem leeren Notizbuch in der Hand, vor meinem „Publikum“ und hielt „Lesungen“. Aber erst vor zwei Jahren hatte ich genug Zeit das Schreiben gezielt anzugehen und mehr daraus zu machen. Eine Entscheidung, über die ich seither jeden Tag glücklich bin.

Wie haben Deine Familie bzw. Dein Freundeskreis reagiert, dass Du Autorin werden willst?

Sophie:  Ich kann mich glücklich schätzen, denn sowohl meine Familie als auch meine engen Freunde haben mich von Anfang an in meinem Vorhaben bestärkt und mich unterstützt.

Welche Figur hat Dir bei „Fly, Baby, Fly“ während des Schreibens am meisten „Probleme“ gemacht und welche bei „Das perfekte Leben meiner Schwester“?

Sophie: Bei „Fly, Baby, Fly“ war es weniger eine bestimmte Figur, die mir Kopfzerbrechen bereitet hat, als das Ende der Geschichte selbst. Ich habe das letzte Drittel sicher vier Mal komplett umgeschrieben, da ich mich einfach nicht entscheiden konnte, welche der beiden Frauenfiguren welches Ende verdient hatte und wie ich den Konflikt, den ich so mühsam geschaffen hatte, zu einem würdigen Abschluss bringen konnte.

Bei „Das perfekte Leben meiner Schwester“ war es vor allem die Protagonistin Emma, die mich beschäftigt hat. Gerade weil sie im Laufe der Handlung zum Teil Dinge tut, die man nicht gutheißen kann, war es mir wichtig, dass man ihr Verhalten vor dem Hintergrund ihrer schwierigen Kindheit und Jugend trotzdem nachvollziehen kann.

Gab es Themen in den beiden Büchern, für die Du intensiv recherchieren musstest? Ist Dir das leicht gefallen?

Sophie: Aus Respekt vor den Leser/innen verdient eine gute Geschichte meiner Meinung nach immer eine eingehende Recherche. Dabei waren es bei meinen Büchern insbesondere medizinische Aspekte, die einiges an Hintergrundrecherche bedurften. Bei „Das perfekte Leben meiner Schwester“ war dies die dramatische Erkrankung von Célines Mutter, bei „Fly, Baby, Fly“ Ursachen, Verlauf und Darstellung der Amnesie der Protagonistin Lea.

Wie ist Dein Schreibprozess? Hast Du vorher zig Notizbücher vollgeschrieben und eine Zeittafel, Namensliste usw. oder hast Du Deine Bücher ganz im Kopf?

Sophie: Definitiv Ersteres. Auf meinem Schreibtisch zu Hause türmen sich vollgekritzelte Notizbücher, Papierstapel und Post-its – sehr zum Leidwesen meines ordnungsliebenden Freundes ;). Was ich nicht sofort aufschreibe, vergesse ich prompt auch gleich wieder. Erst später tippe ich alles in den Computer, wo ich alles sortiere und Zeit- und Handlungsstränge bilde. Bis dahin herrscht heilloses Chaos.

Hattest Du eine Schreibroutine entwickelt oder wie hattest Du Deinen Brotjob mit dem Schreiben zusammengebracht? 

Sophie: Da ich abseits des Bücherschreibens einem Fulltime-Bürojob nachgehe, sind Zeitmanagement und Routine extrem wichtig für mich. Ich versuche mich jeden Tag nach der Arbeit zumindest zwei Stunden ausschließlich dem Schreiben zu widmen. Dafür setze ich mich in der Regel in ein Kaffeehaus oder ein nahegelegenes Lokal, wo ich alleine bin, aber trotzdem in Gesellschaft. :). Erst dann gehe ich nach Hause. Da mein Freund sehr viel arbeitet und wir keine Kinder haben, lässt sich das recht gut vereinbaren.

Was hat sich von Buch 1 zu Buch 2 verändert? Was fällt Dir leichter, was schwerer?

Sophie: Positiv habe ich für mich vermerkt, dass ich finde, dass sich mein Schreibstil und meine Ausdruckweise verbessert haben. Abgesehen davon ist jedes Buchprojekt ein Kapitel für sich mit seinen eigenen Höhen und Tiefen.

Wie ist das, wenn man sein Buch-Baby in die Welt entlässt? Hast Du Angst vor schlechten Rezensionen und / oder Verrissen?

Sophie: Natürlich ist es schwer, sein Baby „loszulassen“, gerade wenn man als Autor noch nicht so viel Erfahrung hat. Und es ist bei mir wie auch sonst im Leben: Positives Feedback nimmt man als gegeben hin, kritische Kommentare machen einem oft viel länger zu schaffen. Trotzdem bin ich ein Fan von konstruktiver Kritik. Ich versuche sie als Chance zu sehen dazuzulernen und auf gewisse Aspekte in Zukunft mehr bedacht zu nehmen. Andererseits gibt es auch immer mal wieder Ansichten, die ich schlicht nicht teile – schließlich ist eine Rezension auch nicht mehr als eine subjektive Meinung. Die versuche ich mir dann nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Man kann schließlich nicht jeden zufriedenstellen. 😉

Du hast Deine Bücher als Selfpublisherin veröffentlicht. War das von Beginn an dein Plan?

Sophie: Nein. Aber zugegebenermaßen wusste ich, als ich mit dem Schreiben begonnen habe, auch noch nicht viel über die verschiedenen Vertriebswege. Für „Das perfekte Leben meiner Schwester“ – mein eigentliches Erstlingswerk – machte ich daher zunächst eine Literaturagentur ausfindig, die sich bereiterklärte, mich als Autorin zu vertreten und mein Buch bei einem Publikumsverlag unterzubringen. Unterdessen konzentrierte ich mich auf die Arbeit an meinem zweiten Roman. Nachdem dieser fertig war, bevor die Agentur einen Verlag für meinen ersten Roman gefunden hatte (als Debütautor und ohne Buchmessen zu Corona-Zeiten zugegebenermaßen vermutlich auch nicht ganz einfach), beschloss ich, es mit „Fly, Baby, Fly“ gleich als Selfpublisher zu versuchen. Nachdem ich dort gute Erfahrungen gemacht hatte, publizierte ich Ende September diesen Jahres auch „Das perfekte Leben meiner Schwester“ im Wege des Selfpublishings.

Dein zweites Buch „Das perfekte Leben meiner Schwester“ ist recht bald nach Deinem Debüt veröffentlicht worden. War das eine Geschichte aus der früheren Schublade?

Sophie: Das hast du gut erkannt. :). In Wahrheit ist „Das perfekte Leben meiner Schwester“ (und nicht „Fly, Baby, Fly“) mein Erstlingswerk. Siehe bereits oben.

Welches Buch fiel Dir leichter zu schreiben und warum?

Sophie: „Das perfekte Leben meiner Schwester“ ist mir leicht von der Hand gegangen. Ich hatte die Struktur und die Höhepunkte der Geschichte klar im Kopf und musste meine Gedanken nur noch niederschreiben. „Fly, Baby, Fly“ dagegen ist mir deutlich schwerer gefallen. Die darin verarbeiteten Themen haben mich persönlich sehr beschäftigt und ich konnte mich lange nicht entscheiden, wie die Geschichte ausgehen soll. Erst nach einer dreimonatigen Pause wusste ich quasi über Nacht, wie alles sein muss.

Soweit ich weiß, ist „Sophie Edenberg“ ein Pseudonym. Wie kam es dazu, dass Du nicht unter Deinem echten Namen schreibst?

Sophie: Ich habe mich für ein Pseudonym entschieden, da ich meine Leidenschaft der Schreiberei und meine hauptberufliche Tätigkeit getrennt voneinander halten möchte. Ich schätze beide Lebensbereiche und will keinen davon missen. Aber in meinem Hauptberuf ist Seriosität äußerst wichtig, welche mit den in meinen Romanen behandelten emotionalen Themen nicht immer gut in Einklang gebracht werden kann.

Kannst Du uns schon verraten, ob Du an einem neuen Buch dran bist?

Sophie: Ja, ich arbeite bereits an einem neuen Buchprojekt. Wenn alles nach Plan läuft, möchte ich es gerne im Frühling 2021 veröffentlichen. Aber mal sehen, wie produktiv die Weihnachtszeit verläuft. 🙂

Verrate uns Bücherwürmern doch bitte, was Dein Lieblingsbuch ist!

Sophie: „Zähl nicht die Stunden“ von Joy Fielding. Das Buch ist zwar schon recht alt, aber wunderschön und zugleich wahnsinnig traurig. Ich habe es sicher drei Mal gelesen und muss an einigen Stellen immer noch weinen.

Gibt es ein Buch, das (gefühlt) alle lieben und Du findest es schrecklich?

Sophie: „Herr der Ringe“. Einmal habe ich damit angefangen, weil ich fand, Tolkien sollte man gelesen haben. Lang habe ich nicht durchgehalten. Sein Schreibstil ist einfach nicht mein Ding.

Und da unser Gespräch Teil eines Adventskalenders ist, jetzt noch ein paar weihnachtliche Fragen:

Liest Du Weihnachtsbücher? Wenn ja, welchen Tipp kannst Du uns geben?

Sophie: Spezielle Weihnachtsbücher lese ich eigentlich nicht. Dafür bin ich ein Fan des Weihnachtsfilms „Love Actually“. Alle Jahre wieder ein Klassiker.