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[Blogtour Syrien / Buchvorstellung] Nujeen – Flucht in die Freiheit – NUJEEN MUSTAFA & CHRISTINA LAMB

10. November 2018

Willkommen zum Tag 6 unserer Blogtour “Syrien”!

Heute soll es um die gefährlichen Fluchtrouten gehen, die viele Flüchtlinge nehmen müssen, um nach Deutschland oder Europa zu kommen, da es keinen legalen Weg gibt, in Europa Asylanträge zu stellen. Eine gefährliche Zeit liegt vor ihnen. Sie kennen die Route nicht und sprechen auch die Sprachen der Länder nicht, durch die sie durchkommen. Diejenigen mit Englischkenntnissen können sich glücklich schätzen. Viele Menschen, die geflüchtet sind, waren noch nie außerhalb der eigenen Grenzen und erlebten einen immer größer werdenden Kulturschock. Zudem müssen sie auf so einer “Reise” vorsichtig sein. Sie können kaum jemandem vertrauen und bitten sie um Hilfe, ist nie sicher, ob die helfende Hand Freund oder Feind ist, die einen in der Nacht ausraubt oder sogar Schlimmeres. Des Weiteren plagen die Menschen die Frage, ob das vorhandene Geld für all die Schmuggler, Grenzposten, Verkehrsmittel, Nahrung usw. ausreichen wird, um weiterzukommen.

Hinzu kommt die Angst, ob sie die erste wichtige Etappe, mit dem Boot über das Meer, überleben werden. Die Menschen sind vernetzt, haben Kontakt zu ihren zurückgebliebenen Familienmitgliedern und Freunden, lesen in den sozialen Netzwerken und sind somit immer auf dem neuesten Stand. Deshalb ist das Wichtigste, das diese Menschen neben Geld benötigen, ihr Smartphone! Darauf sind Adressen, Nummern, das Internet und all die Navigationskarten, die sie brauchen, um sich zu orientieren. Das Handy ist Telefon, Karte, Übersetzer und Familienalbum in einem. Wer würde es also nicht auf diese lebensgefährliche Reise mitnehmen?

Auch wenn es eine Zeit von großer Solidarität gab, erlebten Flüchtlinge viele Situationen, in denen ihnen klargemacht und deutlich gezeigt wurde, dass sie nicht willkommen waren. Nicht wenige landeten in Gefängnissen, wurden geschlagen und eingesperrt.

Um zu überleben mussten Nujeen und ihre Familie ihre Heimat Syrien verlassen. Sie machten sich auf den langen und beschwerlichen weg über die Balkanroute nach Deutschland, um dort ein sicheres Leben zu führen, bis sie wieder nach Hause zurückkehren können. In dem Buch “Nujeen – Flucht in die Freiheit” gibt uns Nujeen einen Einblick in ihr Leben vor, während und nach der Flucht. Dabei wurde sie von Christina Lamb unterstützt.


Quelle: "Die alten und neuen Fluchtrouten über den Balkan" aus Spiegel online vom 20.10.2015


#260 Rezension

© Harper Collins
© Harper Collins

Buchbeschreibung


Was bedeutet es wirklich, ein Flüchtling zu sein, durch den Krieg frühzeitig erwachsen werden zu müssen, die geliebte Heimat hinter sich zu lassen und vom Wohlwollen anderer abhängig zu sein?

Die sechzehnjährige Nujeen erzählt, wie der syrische Krieg eine stolze Nation zerstört, Familien auseinander reißt und Menschen zur Flucht zwingt. In Nujeens Fall zu einer Reise durch neun Länder, in einem Rollstuhl. Doch es ist auch die Geschichte einer willensstarken jungen Frau, die in Aleppo durch eine Krankheit ans Haus gefesselt ist und sich mit amerikanischen Seifenopern Englisch beibringt, weil sie die starke Hoffnung auf ein besseres Leben hat. Eine Hoffnung, die sich nun vielleicht fern der Heimat in Deutschland erfüllen kann.

Es ist die Geschichte von Flucht, dem Verlust der Heimat, die Geschichte unserer Zeit – erzählt von einer bemerkenswert tapferen Syrerin, die nie aufgehört hat, zu lächeln.

„Wer würde dieses Mädchen nicht in seinem Land haben wollen?“ US TV-Moderator John Oliver über Nujeen

Meine Meinung

“Im Jahr 2015 wurde ich zu einem Faktum, einer Zahl in einer Statistik. So sehr ich Fakten mag – wir sind keine Zahlen, sondern Menschen mit einer Geschichte. Was ich hier aufschreibe, ist meine Geschichte.” (Nujeen)

Im vorliegenden Buch erzählt Nujeen, ein kurdisches Mädchen aus Kobane/Syrien, ihre Fluchtgeschichte. Sie unterscheidet sich hauptsächlich in einem Punkt von all den anderen Fluchterzählungen, denn Nujeen sitzt im Rollstuhl. Sie wurde 1999 mit Kinderlähmung geboren und kann nicht selbständig laufen.  Somit braucht sie immer jemanden, der sie unterstützt. Dies erschwerte auch ihre Flucht, quer durch neun Staaten. Und deshalb ist das eigentlich nicht nur Nujeens Geschichte, sondern auch die ihrer Schwestern und Cousinen / Cousins, die ihr in dieser schweren Zeit geholfen und zur Seite gestanden hatten. Ihr Mut und ihre Kraft sind bemerkenswert!

Die Kurden sind eine ethnische Minderheit in Syrien, die ihre eigene Sprache, das Kurmandschi, sprechen. Dies aber ist in Syrien verboten. Nujeens Eltern können weder schreiben noch lesen und sprechen auch kein Arabisch. Damit sind sie maximal benachteiligt.

Nujeen, die sehr wissbegierig und intelligent ist, wäre in Syrien gerne in die Schule gegangen. Doch es gab keine Möglichkeit, dass sie mit ihrem Rollstuhl täglich aus dem 5. Stock in die Schule und zurück gehen könnte. Es gab keine Aufzüge (oder sie funktionierten nicht). So lernte Nujeen alles über über die Welt und darüberhinaus aus Büchern und durch das Fernsehen. Tag und Nacht hing sie an den Bildern, die ihr die Welt außerhalb ihres Zimmers zeigten. So lernte sie auch die englische Sprache überwiegend aus Seifenopern, die ihr auf der Flucht von großem Nutzen war.

Zu Beginn des Buches bekommt man einen kleinen aber sehr interssanten Ein- und Überblick über die Kurden, ihr Leben, ihre Traditionen, wo sie herkommen, wie und warum sie so zersplittert sind. Nujeen erzählt von ihrem eingeschränkten Leben im Rollstuhl und was alles versucht wurde, um ihr medizinisch zu helfen. Viele ihrer Geschwister heirateten und verließen die Familie. Mit jeder Heirat verringerte sich der Kreis derer, mit denen sie intensiven Kontakt hatte.

Und dann kam das Jahr 2011, in dem sich der Arabische Frühling über viele Länder im arabischen Raum ausgebreitet hatte, auch nach Syrien. Jugendliche in der Stadt Deraa besprühten Wände mit Sprüchen gegen Assad und wurden daraufhin gefangengenommen und gefoltert. Die Eltern und andere protestierten dagegen – die Syrische Revolution war geboren, nur um auf brutale Weise und mit Waffengewalt niedergedrückt zu werden. All das bekam Nujeen im Fernsehen mit. Zu dieser Zeit lebte sie mit ihrer Familie bereits in Aleppo und bekam den Krieg, der nach Aleppo gekommen war, hautnah mit. Bei Bombenalarm war sie an ihren Rollstuhlt “gefesselt” und konnte nicht einmal aus der Wohnung im 5. Stock fliehen. So harrte sie mit ihrer Familie in der Wohnung aus. Am 27. Juli 2012 verließ die Familie ihre Wohnung, ohne zu wissen, dass sie bis heute nicht mehr dorthin zurückkehren würden.

Doch auch in Manbij, wohin sie aus Aleppo geflohen waren, gab es keine Ruhe vor dem Krieg. Der Daesh (IS) übernahm die Führung und es wurde wieder gefährlich. Sie fürchteten nun nicht mehr nur Assads Bomben, sondern ab jetzt auch die religiösen Fanatiker, die die Töchter als Ehefrauen für den Emir und die IS-Kämper beschlagnahmen. So beschloss die Familie Syrien zu verlassen.

Im August 2015 ging es dann weiter. Aus der Türkei heraus in Richtung Deutschland. Nujeen und ihre Schwester Nasrin wollten nach Dortmund, zu ihrem Bruder Bland, der 4 Monate vorher die Türkei verlassen hatte. Die Eltern blieben mit dem älteren Bruder Mustafa zurück. Die Türkei hatte sie als Flüchtlinge aufgenommen, aber dort stand das Leben still. Es gab keine Arbeit, die Kinder konnten nicht in die Schule oder studieren. Zudem haben es Kurden in der Türkei noch schwerer als Flüchtlinge allgemein es dort sowieso schon haben.

Der Plan war, dass Bland in Deutschland eine Familienzusammenführung beantragen würde. Dies stellte sich jedoch als sehr langwierig bis unmöglich dar. Und die Route über Bulgarien, die Bland damals genommen hatte, war nicht mehr möglich. Zudem dauerte sie über einen Monat, kostete mehr als 6.000€ und verlief durch viel Wald und über Strecken, bei deinen man klettern musste. Nujeen mit ihrem Rollstuhl konnte das nicht schaffen. Somit blieb nur die Route übers Meer, von der Türkei aus nach Griechenland, über Lesbos, Kos, Samos or Chios. Und dann mal sehen.

Als der passende Schmuggler gefunden war, kam der Tag der Überfahrt. Nujeens Onkel Ahmed bekam den Posten des Schlauchbootführers. Mit ihrem Onkel Ahmed, ihrer Tante Shereen, Vettern und Cousinen, ihren Schwestern Nasrin und Nahda, Nahdas Baby und noch drei weiteren kleinen  Mädchen wagten sie die Flucht nach Europa, mit dem Wissen, dass es tödlich für sie ausgehen könnte. Ihr Boot, eines von vieren, erreichte Lesbos. Die anderen drei hatten nicht so viel Glück.

Von Lesbos nach Athen, weiter nach Mazedonien und von dort nach Serbien. An der ungarischen Grenze war dann Schuss. Flüchtlinge waren nicht mehr willkommen. Ein Grenzzaun wurde gebaut. Als alle Hoffnung verloren war, öffnete Kroatien seine Grenzen und so ging es durch Kroatien über Slowenien und Österreich nach Deutschland. Es war eine schlimme Reise. Zwei junge Frauen auf sich selbst gestellt. Nicht jede Begegnung war freundlich. Doch hin und wieder hat sich der Rollstuhl, der Nujeen und Nasrin viel abverlangt hatte, als vorteilhaft herausgestellt. Manchmal wurde ihnen gerade deswegen geholfen oder sie wurden vorgelassen. Nach genau 4 Wochen hatten sie ihr Ziel Deutschland erreicht.

Sie haben jedoch die deutsche Bürokratie unterschätzt. Obwohl Nujeen und Nasrin bereits Familie in Deuschland hatten, mussten sie sich verteilen lassen und in Flüchtlingsunterkünften ausharren, bis sie schlussendlich im Oktober 2015 in Köln alle zusammen (drei Schwestern, vier Kinder) eine Zwei-Zimmerwohnung ihre Wohnung und ihr neues Zuhause nennen konnten. Auch wenn sie hier nun sicher vor dem Krieg und den Bomben sind, begegnen sie immer noch Menschen, die sie ablehnen, weil sie Flüchtlinge sind. Nujeen und ihre Schwestern fingen eine neues Leben an, in dem sie immer noch große Steine von ihrem Weg räumen müssen. Doch ein großer Wunsch ist für Nujeen in Deutschland in Erfüllung gegangen: Sie betrat am 30. November 2015 das erste Mal in ihrem Leben ein Klassenzimmer in einer Schule.

Dieser intensive Erlebnisbericht beschäftigte mich noch sehr lange. Ich habe bereits viele Fluchtgeschichten gelesen und kann mir vorstellen, was diese Menschen durchmachen mussten. Doch 5.793 km in einem Rollstuhl zurückzulegen, der hauptsächlich von der eigenen 25jährigen Schwester geschoben wurde, ist nochmal eine Klasse für sich!
Kurz vor Ende des Buches gib es noch viele schöne Bilder aus Nujeens altem Leben und von der Flucht. Dadurch fühlte ich mich ihr richtig nah. Es macht das ganze Buch noch viel persönlicher, als es sowieso schon ist.


Fazit

Ich bin sehr froh, dass Nujeen uns an ihrem Leben und ihren Erlebnissen teilnehmen ließ. Im ersten Teil des Buches habe ich sehr viel gelernt und erfahren, das mir bisher unbekannt war. Nun verstehe ich besser, wie es Kurden in Syrien ging und was alles die Familie gezwungen hatte, ihr geliebtes Zuhause und ihr Heimatland Syrien zu verlassen. Im zweiten Teil, in dem es um die Flucht aus der Türkei durch Europa geht, fühlte ich mich, als wäre ich dabei gewesen. Vieles war für Nujeen neu und die Hälfte der Flucht eine Art Abenteuer – dennoch eines, bei dem es um Leben und Tod ging. Sie war als ein junges, introvertiertes und sehr behütetes Mädchen aufgebrochen, und musste innerhalb ganz kurzer Zeit, begleitet von Angst und Entbehrungen, erwachsen werden. Im letzten Teil erfahren wir von all den Schwierigkeiten, die ihr und ihren Geschwistern in Deutschland begegneten. Aber nicht nur. Sie teilt mit uns auch ihre Gedanken und die Trauer darüber, dass Europa und Deutschland auch bereits einiges ertragen mussten, wie z.B. die schlimme Kölner Silvesternacht, der Terroranschlag in Berlin und auch in Paris und weitere Anschläge oder Vorfälle. Sie hofft, wie viele andere Syrer auch, dass es in absehbarer Zeit Frieden in Syrien gibt und sie wieder nach Hause zurückkehren kann. Ich hoffe mit ihr und wünsche ihr und allen anderen Flüchtlingen, dass sie sich bis dahin in Deutschland angenommen fühlen!


Zur Autorin

Christina Lamb ist eine mehrfach preisgekrönte Journalistin der Sunday Times. Sie wurde bereits fünfmal von der BBC bei den British Press Awards zur „Auslandskorrespondentin des Jahres“ gewählt. 2009 wurde sie mit dem renommierten Prix Bayeux Calvados für ihre Berichterstattung aus Afghanistan ausgezeichnet und gewann zahllose Preise, u.a. für ihre Berichterstattung über den Krieg gegen den Terrorismus.

Sie ist die Co-Autorin des internationalen Bestsellers “Ich bin Malala”, über die junge Pakistanerin, die 2014 den Friedensnobelpreis bekam.


Morgen, an Tag 7, dem letzten Tag unserer Syrien-Woche, wird es auf allen drei Blogs gleichzeitig jeweils eine Buchverlosung geben. Hierzu postet Daniela auf dem Blog Buchvogel ein Interview mit Seif Arslan, bei Petrissas Hundertmorgenwald und auf MonerlS-bunte-Welt wird es je eine Rezension zum verlosenden Buch geben. Wir freuen uns auf euch!

Wer gestern den 5. Beitrag mit der Rezension zum Buch “Jenseits des Meeres”  bei Petrissa auf dem Blog Hundertmorgenwald verpasst hat, sollte dort auch ganz schnell vorbeischauen. Dies ist ein Buch, das es einem leichter machen kann, mit Kindern über Flucht zu sprechen.

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  1. Liebes Monerl,

    beim durch lesen deiner Buchvorstellung ist es sehr deutlich zu spüren :
    Du hast das Herzerl am rechten Fleck !
    Ich war selbst einige Zeit in der Flüchtlingshilfe tätig und weiß um so viele Schicksale.
    Jedoch ist diese Story absolut besonders!
    Ich danke dir vielmals für diesen Impuls!
    GlG

    1. Liebe Sabine,
      herzlichen Dank für deine lieben Worte! 🙂 Ich freue mich insbesondere von Menschen zu hören, die irgendwie mit Flüchtlingen zu tun hatten und ihnen gegenüber immer noch positiv gestimmt sind. Nujeens Geschichte ist wirklich besonders! Mach doch bei den Buchverlosungen auf unseren 3 Blogs mit. Falls du die Bücher noch nicht gelesen hast, könnten sie dich sicherlich auch interessieren.
      GlG, monerl

  2. Hallo Monerl,
    ich finde ja zwei Sachen besonders interessant – die Flucht im Rollstuhl, wie unvorstellbar, vor allem, weil Nujeen ja in ihrer Heimat mehr oder weniger in der Wohnung gelebt hat, wenn ich es richtig verstanden habe. Und dann die Situation der Kurden, die ja sehr sehr schwierig sein muss.
    Danke für diese Vorstellung.
    LG
    Daniela

    1. Hallo Daniela,

      ja, Nujeen ist nicht sehr oft aus ihrer Wohnung raus gekommen. Es ist so anstrengend und benötigt starke Helferhände, um den Rollstuhl und Nujeen aus dem 5. Stock ständig hoch und runter zu tragen. Die Eltern konnten das nicht und die Geschwister hatten eigene Familien und lebten mit ihnen. Die Schwester, die noch mit in der Wohnung war, konnte das auch nicht. Und die Wege und Straßen dort sind keinesfalls mit unseren vergleichbar. Für Menschen mit solchen und ähnlichen Einschränkungen haben solche Länder keine Lebensqualität. Das denke ich immer wieder, wenn ich z.B. in Ägypten bin.

      Genau, die Kurden haben zusätzlich noch andere Probleme, die ihnen das Leben in Syrien, auch ohne Krieg, nicht leicht gemacht haben. Die Syrer sind ein gemischtes Volk mit unterschiedlichen Ethnien und Religionen. Kann dir das Buch auch absolut empfehlen!
      GlG, monerl

  3. Guten Morgen und danke für die Rezension dieses Buches.

    Einer “meiner” Flüchtlinge kam auch 2015 per Rollstuhl nach Deutschland. Auch er ist an Kinderlähmung erkrankt. Das erschwert die ganze Flucht sehr, öffnete ihm aber hier in Deutschland mehr und schneller die Türen zu Hilfsangeboten (Führerschein etc.) als nicht-behinderten Flüchtlingen. 🙁

    Egal wie, ob behindert oder nicht, die Flucht ist ein großes Wagnis und jeder, der dabei sein Leben lassen muss ist einer zu viel.

    Gruß
    Babsi

    1. Hallo liebe Babsi,

      es ist so mutig, mit einem Rollstuhl diese Route zu begehen. Diese Abhängigkeit von mind. der einen Person, die einen begleitet, muss sehr aufreibend sein. Und die Begleitperson hat auch so eine riesengroße Verantwortung! Es freut mich zu hören, dass es weitere positive Beispiele wie das von Nujeen gibt! In Deutschland haben Menschen mit Behinderungen sehr gute Chancen und Angebote, das stimmt! Es ist toll, dass sie hier ein recht unabhängiges Leben führen können.

      Nach all diesen Büchern, die ich bisher über dieses Thema gelesen habe, ist eines klar: KEINER wagt sich übers Meer und tausende Kilometer weit, wenn er nicht verzweifelt ist und sowieso bereits Angst um sein Leben hat! Wirklich KEINER. Niemand sollte das durchleben müssen! Ich hoffe so sehr, dass die Politik bald die legale Einwanderung einführen wird.

      GlG und danke für deinen Kommentar!
      monerl

    2. Hi Babsi,
      wir sind so daran gewöhnt, Menschen mit Behinderungen zu unterstützen (auch wenn es immer noch ausbaufähig ist) und dass sie die gleichen Rechte haben wie alle anderen, dass ich es schier unglaublich finde, dass Nujeen in Aleppo nicht die Chance hatte, in die Schule zu gehen aufgrund ihrer Behinderung!
      Ich find schon okay, Menschen wie sie bei den Hilfsangeboten vorzuziehen, bin aber auch froh, dass ich nicht diejenige bin, die eine Reihenfolge festlegen muss.
      LG
      Daniela

      1. Na ja, er wurde nicht überall mit offenen Armen empfangen. Aufgrund der Tatsache, dass er mit seiner Behinderung ja nicht hätte zum Militär müssen, wurde er teilweise auch als Wirtschaftsflüchtling angesehen und musste Anfeindungen über sich ergehen lassen. In der Summe aber hat er mehr Hilfsangebote bekommen, als die Syrer ohne Behinderung. Ich liebe diese Menschen so sehr, sie bereichern mein Leben unendlich. ♥

        1. Die Sache mit den Wirtschaftsflüchtlingen macht mich aber auch so wütend! Sie fliehen z.B. aus Albanien auch nicht, weil es dort hässlich ist, sondern weil sie dort kaum überleben. Aber das ist eine andere Geschichte…

          Danke, dass du dich so intensiv um (syrische) Flüchtlinge kümmerst! Es braucht noch viel, viel mehr solcher Menschen, wie du einer bist! Du bist toll!
          GlG, monerl

  4. Liebe Monerl,

    ja, es ist schwer vorzustellen, wie man diesen schwierigen Weg im Rollstuhl schaffen kann. Ich will das Buch auch auf jeden Fall noch lesen, daher habe ich die zweite Hälfte Deiner Rezension nicht mehr gelesen.

    Es ist einfach so ungeheuerlich, dass es in den Staaten in Afrika keine Möglichkeit gibt, Asyl in Europa zu stellen. Manchmal denke ich echt, wo liegt eigentlich das Problem? Kann doch nicht so schwer sein. -Außer dass die europäischen Länder nicht mitziehen. Das Schengener Abkommen gehört einfach gekippt. Denn so können sich bestimmte Länder immer zurück ziehen, weil an deren Grenzen niemand legal rein kommt.

    Liebe Grüße
    Petrissa

    1. Liebe Petrissa,

      das Buch ist wirklich absolut lesenswert! Ich habe das Buch in Englisch und Deutsch gelesen als auch gehört! Kaum zu glauben, aber das ist das erste Buch, das ich in letzter Zeit mehrmals gelesen habe. hihi Da ich ja mein Englisch verbessern will, hat sich das angeboten. Und ich kann sagen, es ist absolut verständlich geschrieben und flüssig zu lesen. Für Leser, die ein einfaches Buch als Einstieg ins Englischlesen benötigen, kann ich das empfehlen.

      Meine Rezension ist dieses Mal sehr ausführlich, weil ich es im Rahmen der Blogtour vorstelle. Es gibt aber bei so nem Buch kaum Sachen, die man verraten kann. Die Route ist bekannt und dass sie es geschafft hat, auch. Ich habe nicht viel darüber geschrieben, wie ihre Flucht verlaufen ist bzw. was so alles passiert ist. Das darf sich jeder erlesen. Du kannst beruhigt meine Rezi zu Ende lesen. Es gibt noch einiges, dass im Buch erzählt wird, von dem ich nichts erwähnt habe.

      In einigen Rezensionen monieren die Leser den Sprach- und / oder Schreibstil. Er wäre zu einfach, zu naiv. Das kann ich nicht bestätigen. Es liest sich prima und es hat sehr viele Informationen, die einem rübergebracht werden. Es ist verständlich und ich finde, dass Nujeen es schafft viele schlimme Sachen zu erzählen, ohne dass man als Leser daran verzweifelt. Das Buch ist wirklich gelungen! Mein eBook ist voll von Markierungen und die Hörbücher habe auch viele Lesezeichen…

      Es wäre so einfach diesen Kreis zu durchbrechen, damit die gefährliche Flucht keine Lösung mehr wäre und die Schlepper kein Geld mehr damit verdienen und die Menschen abzocken könnten. Man müsste nur erlauben, dass Asylanträge im jeweiligen Land in den Ländervertretungen abgegeben werden könnten. Gäbe es eine Ablehnung, wären die Menschen durch eine Flucht nicht mehr gefährdet. Würde der Asylantrag angenommen werden, könnten die Menschen würdig in den Westen überführt werden. Warum die Politik lieber Mauern und Zäune baut, die sowieso nichts bringen, Geld verpulvern, Menschenleben opfern… kann ICH absolut NICHT verstehen!

      Das Dublin-Abkommen müsste auch endlich abgesetzt werden! KEIN Staat hat sich seine geologische Örtlichkeit ausgesucht. Somit ist es maximal ungerecht, dass all die Länder am Meer alle Flüchtlinge aufnehmen müssen. JEDER normal denkende Mensch versteht das Problem dieses Abkommens. Aber die Politik ist nicht in der Lage, dafür ein angemessenes Ersatzabkommen zu erstellen. Wir werden von Hirnis regiert, was anderes fällt mir dazu nicht mehr ein.

      GlG, monerl

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