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[Blogtour #WenigerPlastikIstMehr / Buchvorstellung] Müll – GERDA RAIDT

26. Juli 2019

Die Welt wird von Plastik überflutet. Man kann jetzt einfach nicht mehr die Augen davor verschließen! Auf den Meeren schwimmen riesiege Müllinseln, die Tiere fressen Plastik und verenden elendig, Menschen essen Mikroplastik, das sie über die Nahrung und die Kosmetik aufnehmen, China und andere Länder wollen die Tonnen von Plastikmüll aus Deutschland nicht mehr aufnehmen, in der Politik wird gestritten, wo in Deutschland der Giftmüll endgelagert werden darf und soll…

Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir über unseren Konsum und den Müll, den wir produzieren, nicht nur nachdenken sondern jetzt auch stark aktiv handeln müssen.

Diese Blogtour, die Silvia und Astrid vom Blog Leckere Kekse ins Leben gerufen haben, soll uns alle fürs Thema sensiblisieren, das Thema im Gespräch halten, Menschen zum Umdenken und zum Ändern des eigenen Verhaltens bringen. Vielleicht können wir einige Tipps umsetzten und somit die Welt für unser Kinder, Enkelkinder und alle Menschen in der Zukunft erhalten und immer noch lebenswert machen.

Da ich zwei kleine Kinder habe, mache ich mir natürlich auch Sorgen um sie und Gedanken darüber, ob sie noch eine Zukunft haben werden und wie sie in Zukunft leben können. Das Thema Umwelt, Klima, Plastik, Müll muss deshalb auch ganz früh bei den Kindern plaziert werden. Kinder sind wissbegierig und nehmen erstmal alles auf, was sie bekommen. Man kann ihnen Gewohnheiten beibringen, die sie mit Leichtigkeit übernehmen.

Deshalb habe ich für meinen heutigen Beitrag zur Blogtour dieses Sachbuch über Müll gewählt, mit dem man Kindern das Thema leicht und verständlich beibringen kann.

 

Die Blogtour geht vom 04. Juli bis 19. September! Jede*r darf gerne noch mitmachen und mit einem eigenen Beitrag aufs Thema aufmerksam machen!

#301 Rezension
#WirLesenFrauen

 

Buchbeschreibung

Tonne auf, Müll rein, weg ist der Dreck! Dass es so einfach nicht ist, wissen Kinder ganz genau. Sie haben von gigantischen Müllbergen gehört und von Plastikinseln im Meer. Sie machen sich Sorgen. Und wollen etwas tun. Gerda Raidt ermutigt Kinder zum Handeln. In vielen Bildern und beschreibenden Texten erzählt sie, wohin der Müll geht, wenn die Müllabfuhr davonfährt, warum er um den Globus reist und sogar durch den Weltraum saust, warum wir Unmengen von Müll produzieren – und wie wir das selbst ändern können.

 

Meine Meinung

Dieses Buch ist wirklich wundervoll! Nicht nur, dass es auf 100% Recycling-Papier und mit mineralölfreien Druckfarben gedruckt wurde, es kam auch ohne Plastikfolie an. Das ist gar nicht so selbstverständlich. Viele Bücher, die auf die Umwelt, den Müll, Plastik usw aufmerksam machen, werden vor Auslieferung mit Plastikfolie verschweißt.

Die Autorin versucht zu Beginn den Begriff “Müll” zu definieren. Das ist gar nicht so leicht, denn jede*r hat eine andere Vorstellung davon was Müll ist.

Sehr schön wird nun anhand von Bildern der Müll aufgezählt (Plastik, Elektro, Bio, Glas, Papier, Rest- und Sperrmüll, giftiger als auch flüssiger Müll), beschrieben wie er entsteht und wie er weiterverarbeitet wird.

Gerda Raidt macht auch einen Ausflug in die Vergangenheit, erzählt wie Menschen früher gelebt, welchen Müll sie produziert haben und wie man damit umgegangen ist. Sie geht auf die Industrialisierung ein, den Konsumwachstum und die Auswirkungen von alledem auf unsere Müllberge.

Wieder wird durch schöne und verständliche Zeichnungen die Problematik des vielen Mülls untermalt.

Müll
© BELTZ & Geldberg Verlag
© BELTZ & Geldberg Verlag
© BELTZ & Geldberg Verlag
© BELTZ & Geldberg Verlag

Man lernt die unterschiedliche Wiederverwendbarkeit von einigen Materialien und welche nicht recycelt werden können. Auf einer Doppelseite erklärt die Autorin die verschiedenen Zeichen, die Produkte kennzeichnen und was sie bedeuten.

Zuallerletzt gibt es Tipps und Tricks, wie man im Kleinen Müll vermeiden und alte Sachen wiederverwenden kann. Sehr schön fanden auch die ganzen Vorurteile, die man so hört, den Weg ins Buch. Jeder kennt sie, hat sie gehört und sogar selbst ausgesprochen. Damit wird auch in Erinnerung gerufen, wie schwer dieses Thema ist und auf welche Fragen Antworten gesucht und gegeben werden müssen. Denn diese Vorurteile und Argumente müssen entkräftet werden, damit viele Menschen einsehen, dass alle mitmachen müssen, damit es eine Zukunft für die Erde gibt.

Müll
© BELTZ & Geldberg Verlag

Die Bilder sind sehr farbenfroh und übersichtlich. Es macht große Freude den Text zu lesen und die Bilder zu entdecken. Die Seiten sind gut strukturiert und weder mit Text noch mit Zeichnungen überfrachtet.

 

Fazit

Ein sehr, sehr gutes Buch über den ganzen Müll, den wir alle produzieren und was mit ihm passiert, zudem sehr kindgerecht aufgearbeitet. Aber auch für Erwachsene ein Buch, das zum Nachdenken bringt und Hilfestellung leistet. Mindestens, um endlich anzufangen Müll und Plastik zu vermeiden. Absolut lesenswert!

 

Über Gerda Raidt

Gerda Raidt, geb. 1975, studierte freie Grafik an der Burg Giebichenstein Halle sowie Illustration an der HGB Leipzig, wo sie Meisterschülerin von Volker Pfüller war. Seit 2004 arbeitet sie als freie Illustratorin und Autorin. Sie hat bereits zahlreiche Buchprojekte realisiert; bei Beltz & Gelberg erschienen ihre Sachbilderbücher »Die Strasse«, »In die neue Welt«, »Meine ganze Familie« sowie zuletzt: »Müll. Alles über die lästigste Sache der Welt«.
Quelle: BELTZ & Geldberg Verlag

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  1. Liebe Monerl,

    ein interessantes Buch! Besonders das mit den Vorurteilen finde ich spannend.
    Wir trennen alles und die schmeißen doch wieder alles zusammen. So was? Verrätst Du mir die Antwort?
    Spannend wäre ja, wenn Du die Zeit hättest, einen Artikel zu den Vorurteilen zu schreiben für die Blogtour!! ♥
    Hast Du das Buch mit den Kids geleseb? Wie haben sie reagiert?

    Liebe Grüße
    Petrissa

    1. Liebe Petrissa,
      bei Daniela habe ich mal erwähnt, was ich mit diesen “Vorurteilen” gemeint habe. Vielleicht habe ich das falsch ausgedrückt. Es gibt halt Menschen, die den Verzicht auf Plastik und den vermehrten Umweltschutz als Spinnerei, Ökos… abstempeln.
      Mal sehen, ob ich noch was schreiben kann. Kennst ja mein Zeitproblem…
      Nein, hab es noch nicht mit meinen Kindern gelesen. Hab es natürlich noch vor. Werde berichten. 🙂
      GlG, monerl

  2. Hallo monerl,
    das ist aber wirklich ein schönes Buch, und von vorne bis hinten stimmig produziert.
    Was ich mich jetzt noch gefragt habe, was sind denn so Vorurteile über den Müll, mit denen Gerda aufräumt? Ich bin in mich gegangen, aber hab direkt kein Vorurteil über Müll gefunden, außer dass er stinkt – und beim Biomüll stimmt das ja auch. Kannst du mich mit einem Beispiel etwas aufklären?
    LG
    Daniela

    1. Hallo Daniela,
      es geht nicht um Vorurteile über den Müll, sondern über das Schlechtreden von Menschen, die sich um die Umwelt sorgen, stärker mit dem Umweltschutz befassen und ihren Alltag umstellen. Zum Beispiel werden solche Meschen als Ökos und Faulenzer abgestempelt. Es wird empört, dass das alles zu weit ginge, dass es geisteskrank sei sich so viele Gedanken zu machen… Ich schicke dir mal die Bilder zu diesem Punkt zu, vielleicht verstehst du dann besser, was ich meine…
      GlG, monerl

      1. Danke für die Bilder! Jetzt verstehe ich es besser. Es ist gut, sich vorher Gedanken zu machen, was man Leuten sagt, die das eigene Engagement schlechtreden.

        Gilt auch in anderen Bereichen. Ich kannte z.B. mal eine ältere Frau, die immer fleißig in ihren Garten werkelte. Wenn ich bei ihr vorbei joggte, haben wir uns immer kurz, aber nett unterhalten. Irgendwann hab ich ihr erzählt, dass ich Bio studiere. Daraufhin sie, total angewidert: “Dann glauben Sie wohl auch, dass wir vom Affen abstammen und nicht von Gott geschaffen sind.”. Ich war total perplex und wusste nicht, was ich sagen sollte. :/

        LG
        Daniela

        1. Ja, bei solchen Sachen ist es von Vorteil auf Gegenwind vorbereitet zu sein. Oftmals sind Kinder in ihrer Leichtigkeit spontan genug, um zu antworten. Aber es macht auch Sinn, sowas mit ihnen zu besprechen, um ihren Blick zu weiten.

          Ist ja krass, was dir da mit der Frau passiert ist! Ich staune immer wieder, dass es noch solche Menschen mit dieser Weltvorstellung gibt! Als wenn Bio nur das beinhalten würde… Dass du da sprachlos warst, glaube ich dir aufs Wort. Ich bin ja auch nicht auf den Mund gefallen, aber ich hätte mich voll beäumelt vor lachen! 😀
          GlG, monerl

  3. Wenn ich noch Kinder hätte, dann würde ich mir das Buch bestimmt zulegen. Kinder sind da sehr sensibel und lernen schnell ihre Umwelt sauber zu halten.
    Solche Bücher müssten im Grunde schon in den Vorschulen den Kindern nahe gebracht werden.
    Deine Vorstellung ist prima. Vielleicht hat mein Buchdealer es auch auf seinem “Mülltisch”

    Lieben Gruß
    Andrea

    1. Liebe Andrea,
      da stimme ich dir zu. Kinder machen fast alles ganz einfach mit, oftmals ungefragt. Somit sind Kinder ein sehr guter Spiegel unserer Gesellschaft. Sie machen das, was man ihnen vorlebt. Deshalb denke ich, dass die nächsten Generationen automatisch umweltfreundlicher, bedachter und anständiger Leben werden als wir. Wenn wir sie jetzt dazu erziehen, werden sie als Erwachsene da weiter machen. So hoffe ich… 😀
      Ja, schau mal bei deinem Buchdealer rein und gibt mir ne Rückmeldung, ob du es auch so gut findest.
      GlG, monerl

  4. Hallo Monerl,
    Wenn ich noch kleiner Kinder hätte würde ich dieses Buch sofort kaufen! Doch meine gehen Freitags auf die Straße…
    Sehr gut finde ich, dass es auch aus recyceltem Papier gedruckt wurde. Über die Giftigkeit der Farben habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Wäre sicher auch mal etwas Recherche und einen Beitrag wert.
    Danke, dass du die Blogtour bereichert hast
    Liebe Grüße
    Silvia

    1. Liebe Silvia,
      vielleicht kennst du Familien mit kleineren Kinder in deinem Umkreis, für die das Buch was wäre. Ich habe mir auch nun überlegt, ein Exemplar dem Kindergarten meiner Kinder zu spenden. Die lesen sehr viel und wo wäre es besser aufgehoben als dort, wo viele Kinder sind und lernen?!

      Ja, der Punkt Druckerfarbe fand ich auch interessant. Das ist etwas, worüber noch wenig nachgedacht wird und man recht wenig erfährt.
      Ich freue mich auf all die anderen Beiträge, die noch kommen werden. Zur besseren Übersicht habe ich im Beitrag auch all die bisherigen Beiträge der Blogtour verlinkt. So lässt es sich leicht stöbern.
      GlG, monerl

  5. Liebe Monerl,
    das klingt nach einem tollen Buch. Ich habe mir ehrlich noch gar keine Gedanken darüber gemacht, ob es überhaupt Kinderbücher zu diesem Thema gibt.

    Beim Lesen musste ich an die Kleinkindzeit meiner Kinder denken. Da war das überhaupt noch kein Thema. Da ging es in der Erziehung lediglich um die Mülltrennung. Nun ist das Thema Müll also ein weiteres Erziehungsthema geworden. Das ist so schade und eigentlich unnötig.

    Danke für die Vorstellung! Schön, dass Du wieder bei unserer Blogtour dabei bist.

    Liebe Grüße
    Astrid

    1. Liebe Astrid,
      meine Kinder sind halt noch klein und somit ist das tatsächlich ein Thema bei uns. Dass man Wasser nicht einfach so laufen lässt und verschwendet beim Duschen und Zähneputen oder dass man Papier nicht nur mit einer Kleinigkeit bekritzelt und wegschmeißt sondern mindestens umdreht und auch dort bemalt, bevor es im Müll landet, dass man Toilettenpapier nicht ewig aufdreht und unnötig in die Toilette wirft…
      Und dabei merke ich, dass Kinder lernen, mitmachen und fragen. Somit finde ich diese Bücher, so wie dieses hier, ganz wichtig. Die heutigen Kinder wachsen damit auf, Müll zu vermeiden, zurück zur Natur, mehr Öko und Umweltschutz. Damit es ihnen ins Blut übergeht, so wie bei uns z.B. die Mülltrennung, muss man früh anfangen und so werden sie selbst Vorbilder und Multiplikatoren für ihre Genration. Ich bin sehr froh, dass es mittlerweile einige socher Kinderbücher gibt, die Altersgerecht aufklären.

      Danke für die Blogtour und dass ich teilnehmen durfte. Ich bin sehr gerne dabei und hoffe, noch mit weiteren verschiedenen Beiträgem mitmachen zu können!
      GlG und ein schönes Wochenende,
      monerl

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