Kampusch 3096 Tage
Rezensionen | Sachbuch

[Buchvorstellung] – 3096 Tage – NATASCHA KAMPUSCH

4. Januar 2018
#173 Rezension

 

5 von 5 Sternen

 

Buchbeschreibung: 

“Ich fühle mich nun stark genug, die ganze Geschichte meiner Entführung
zu erzählen.” 

Natascha Kampusch erlitt das schrecklichste Schicksal, das einem Kind zustoßen kann: Am 2. März 1998 wurde sie im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Ihr Peiniger, der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hielt sie in einem Kellerverlies gefangen – 3096 Tage lang. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben. Jetzt spricht Natascha Kampusch zum ersten Mal offen über die Entführung, die Zeit der Gefangenschaft, ihre Beziehung zum Täter und darüber, wie es ihr gelang, der Hölle zu entkommen.

 

Meine Meinung:
An dieses Buch habe ich mich sehr lange nicht getraut. Handelt es sich doch um eine wahre Entführungsgeschichte, die die Autorin selbst erlebt und glücklicherweise überlebt hat!

Ich war damals 28 Jahre alt, als Natascha Kampusch es geschafft hat, sich selbst zu befreien und dem Entführer zu entkommen. In der Presse habe ich viele Nachrichten darüber verfolgt und auch das eine oder andere Interview mit Natascha im TV gesehen. Es war schmerzliches und zugleich ein frohes Ereignis, das meine eigene Gefühlswelt durcheinandergebracht hat.

Wie hatte sie diese 8 Jahre gelebt? Was war ihr zugestoßen? Wie hat sie es geschafft, sich zu befreien? Wie wird sie jetzt als Volljährige, deren Kindheit und Jugend gestohlen worden ist, die Freiheit erleben und bewältigen?

Diese Fragen und noch mehr geisterten seit Jahren in meinem Kopf herum und endlich wagte ich es, mich ihnen zu stellen. Sehr gut ist, dass das Hörbuch Natascha Kampusch nicht selbst eingelesen hat. So bekommt man die nötige Distanz zum Erzählten. Ansonsten hätte ich es wahrscheinlich nie gewagt, diese Geschichte zu hören.

Natascha nimmt uns mit in ihre Kindheit und das schwierige Leben durch die Trennung ihrer Eltern. Vieles hat sich verändert und aus dem einst fröhlichen und beschwingten ist ein in sich gekehrtes und zurückhaltendes Kind, voller Selbstzweifel, geworden. Und genau in dieser Gemütslage geschah das Unglück ihrer Entführung.

In diesem Hörbuch erfährt man, was damals passiert ist und wie Natascha es geschafft hat zu überleben. Ich ziehe meinen Hut vor so viel Lebens- und Überlebenswillen und dieser immens starken Persönlichkeit, die sich in 3096 Tagen nicht hat brechen lassen! Die Dunkelheit, Trauer, Hunger, Misshandlungen… stoisch erduldet, trotz mehrfacher Selbstmordversuche dennoch an sich geglaubt und sich das Ziel gesetzt hat, wenn sie erwachsen ist, zu fliehen und ihr eigenes Leben endlich in die Hand zu nehmen. Sie beschreibt sehr nachvollziebar, wie das äußere Gefängnis sich auch in ihrem Kopf zu einem inneren ausgeweitet hat. Das permanente einträufeln der Lüge, ihre Familie wäre nicht bereit ein Lösegeld für sie zu bezahlen und dass sie sie nicht genug lieben würde, um sie zu befreien, schmerzte mich so sehr. Umso beeindruckender finde ich, dass ein so kleines, 10-jähriges Mädchen, dem ihr Glauben und das Vertrauen in ihre eigene Familie so grausam genommen wurde, nach all der Zeit als Erwachsene wieder ins Leben zurückgefunden hat.

Ich war sehr niedergeschlagen, als ich hörte, wie wenig man sich auf seine Mitmenschen verlassen kann. Als Natascha Kampusch auf ihrer Flucht Passanten ansprach und um Hilfe bat, wurde ihr diese verweigert. Mit viel Glück hat eine Frau, in dessen Garten sie dann letztendlich geflohen ist, zu ihrer eigenen Sicherheit die Polizei gerufen. Also nicht, um der jungen und ausgemergelten Frau vor ihr, die um ihre Hilfe gebeten hatte, zu helfen, sondern um sich selbst zu schützen.

Ich bewundere die geistige Reife und das Können, das Erlebte so distanziert zu betrachten, wie die Autorin es tut, und dabei den Täter nicht in Gänze zu verurteilen und ihm den ganzen Hass entgegenzuschießen, den er eigentlich verdient hätte. Er war 3096 Tage ihre einzige Kontaktperson und Natascha Kampusch schafft es, kein verhuschtes Opfer zu sein. Ein bewunderswerter Charakterzug!

Zum Hörbuch:
Als Hörbuch absolut empfehlenswert, da die Sprecherin Elisabeth Schwarz ihre (schwere) Aufgabe sehr gut gemeistert hat und der Geschichte dadurch die nötige Distanz gab. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, ein kaum merkliches Zittern in der Stimme von Elisabeth Schwarz zu hören. Absolut verständlich, da Natascha Kampuschs Erfahrung sehr am Herzen rührt.

Fazit:
Ich bin sehr froh, die aus den Nachrichten verfolgte Geschichte, um den persönlichen Blickwinkel der Betroffenen selbst, gehört zu haben. Zu erfahren, was sie erzählen möchte und ihr damit zu zeigen, dass sie nicht vergessen ist! Dass es wunderschön ist, dass sie überlebt hat und ich ihr eine wunderschöne Zukunft wünsche, die sie ihre Vergangenheit und die Trauer über die verlorene Zeit, vergessen und überwinden lässt.

______________________________________

Gelesen von: Elisabeth Schwarz
Spieldauer: 4 Stunden 52 Minuten
Version: gekürzt
© HörbucHHamburg Verlag
Erscheinungsdatum: 13. Januar 2012

 

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  1. Hab ganz lieben Dank für Deine sehr ausführliche Antwort! Sie hat mir auf jeden Fall mehr Einblicke und Klarheit verschafft. Wahrscheinlich ist der Gedanke sehr naheliegend, dass man auch öffentlich versucht, so ein Schicksal hinter sich zu lassen, wenn schon diese Geschichte ohne eigenes Zutun so breit in die Öffentlichkeit gekommen ist. Und das ist ja eben auch die Gelegenheit, selbst zu erzählen und das eine oder andere klarzustellen, was eben falsch oder lückenhaft in die Öffentlichkeit gekommen ist. Die Vorstellung, dass der Täter, wenn er noch lebte, vielleicht schon wieder aus dem Gefängnis wäre und durch Talkshows tingelt, fände ich auch bedrückend. Andererseits wüsste ich schon auch gerne, was ihn dazu gebracht hat. Eine Spontantat ist ja nochmal was anderes als das über so viele Jahre aufrecht zu erhalten. Aber das könnte ein Psychologie vielleicht auch so ganz gut erklären, wie solche Leute ticken. Für mich ist das unbegreiflich. Dass man ihr das Haus, in dem sie gefangen gehalten wurde, überlassen hat, wusste ich nicht. Das scheint mir auch eher eine Belastung als ein Segen zu sein. Und mit diesem dicken Haken dabei wird man es wohl auch kaum verkaufen können. Ich würde auch kein Haus kaufen wollen, in dem so schreckliche Dinge passiert sind und vor dem womöglich noch regelmäßig irgendwelche Reporter auftauchen. Ich glaube, dass viele Opfer nicht so gut mit dieser Situation klargekommen sind wie Natascha Kampusch und dass sie auch gut in der Lage ist, die Dinge zu reflektieren und zu erzählen. Zumindest hat sie bei den Interviews, die ich gesehen habe, diesen Eindruck gemacht. Deshalb bleibt ihr eigener Bericht (beide Bücher eigentlich) nach wie vor interessant für mich. Nochmal Danke für Deine Meinung, hab einen schönen Sonntag!LG Gabi

    1. Liebe Gabi,ich freue mich, wenn ich dir durch meine Rezension, meinen Antworten und auch durch die Diskussion hier auf dem Blog helfen konnte zu entscheiden, ob die Bücher was für dich wären. Demnächst wird es hier also "Teil 2" geben und ich freue mich, wenn du wieder hier reinschaust. :-)GlG und einen schönen Wochenstart,monerl

  2. Hallo!Ich habe das Buch damals kurz nach dem Erscheinen gelesen. Was Natascha widerfahren ist, ist schrecklich und muss, denke ich nicht diskutiert werden. Ich sah ihr Verhalten den Medien gegenüber damals schon kritisch. Ich hatte das Gefühl, dass sie zu Beginn noch gar nicht wirklich begriff was sie da wirklich tut und was das in weiterer Folge für Auswirkungen auf ihr Leben hat. Denn ein Leben in Freiheit kann sie so ganz bestimmt nicht führen und wahrscheinlich nie wieder. Jeder weiß wie sie aussieht und was ihr geschehen ist. Im Vergleich zum oben angesprochenen Fall Fritzel sind die Opfer anonym und können und neues, freies Leben starten. Wenn gleich sie die Ereignisse vermutlich immer verfolgen werden.Ich bin Natascha einmal selbst begegnet. Rein zufällig bei einem Spaziergang. Ich habe darauf verzichtet sie anzusprechen. Da ich denke, dass sie ein normales Leben verdient hat. Dennoch erkennt man sie noch heute sofort und es fällt schwer nicht hinzuschauen. Vor allem da sich auch auffällig verhält (fahrige Bewegungen, verschrecktes/eingeschüchtertes Verhalten). Sie ist von einem Extrem in das andere geschlittert. Zuerst die Isolation und dann die gesamte Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit.Wie auch schon in anderen Kommentaren angedeutet, hatte ich auch oft das Gefühl, dass sie es wegen dem Geld tut. Das Buch beinhaltet nichts, was nicht bereits davor 100fach in den Medien und in ihren Interviews durchgekaut wurde. Das bestärkte meinen Verdacht, dass sie es wegen dem Geld tut. Selbst wenn Natascha das Buch nur des Geldes wegen geschrieben hat, soll das kein Vorwurf sein. Liebe GrüßeSabrina

    1. Liebe Sabrina,auch dir ein Danke, für diesen ausführlichen Kommentar, der unseren Austausch anregt. :-)Ich denke auch, es ist wie du sagst, sie war damals zu jung, um zu begreifen, was alles noch auf sie zukommen wird. Doch, wie hätte sie das wissen und begreifen sollen? Sie war acht Jahre gefangen und abgeschnitten und wünschte sich nichts sehnlicher als frei zu sein und eigens über ihr Leben zu bestimmen. Sie ist als Volljährige geflohen, hatte es geschafft und dazwischen hat sie aber all die Jahre das Leben verpasst. All das, was wir von den Eltern, den Lehrern, den Freunden, Bekannten und Nachbarn gelehrt werden, fehlt ihr ja. Sie war ungezügelt und begierig endlich sie selbst zu sein. Das ist mir alles nochmal so richtig bewusst geworden, als ich das Video mit dem Interview, das zwei Wochen nach ihrer Flucht, mit ihr geführt worden ist. Es ist deutlich zu erkennen, dass sie keine Bevormundung mehr will. Sie will endlich selbst machen, tun und entscheiden. Sicherlich hat sie auch oftmals auf Durchzug geschaltet, wie man so schön sagt, wenn ihr der eine oder andere was gesagt hat, was sie tun soll. Sie ist das "Produkt" der damals vorherrschenden Umstände. Es ist so gekommen, wie es eben kommen musste. Ich finde, man sieht daran, dass sie psychisch das alles nicht verarbeitet hat, wenn man ihre optische Entwicklung in all der Zeit verfolgt. Ich war tatsächlich überrascht, wie sehr übergewichtig sie jetzt ist. Nach so langer Zeit, also diese 10 Jahre, findet sie keine Stabilität. Dieses hungern lassen und Hunger erfahren zu haben, essen als Nahrung auch für die Psyche, begleitet sie bis heute. Ich hätte sie bei einem Spaziergang nach all der Zeit nicht erkannt. Sie sieht ganz anders aus. Ich habe das Gefühl, sie ist eine introvertierte Extrovertierte, wenn du verstehst, was ich meine. Sie wird durch ihr Trauma gehämmt, wie du sagst, sie ist fahrig, verschreckt und auch eingeschüchtert. Und dennoch treibt es sie nach außen, in die Medien und in den Rummel. Ach, es ist so schlimm, dass sie das alles so leben muss.Ich werde jetzt bald ihr zweites Buch lesen und dann können wir uns weiter unterhalten. ;-)GlG vom monerl

  3. Ich muss sagen, ich bin auch etwas zwiegespalten. Ich habe das Buch nicht gelesen. Durch die ganze Öffentlichkeit, die der Fall bekommen hat, bin ich natürlich auch daran interessiert, nicht nur die reisserischen, lückenhaften Zeitungsartikel und Spekulationen zu erfahren, sondern aus erster Hand erzählt zu bekommen, wie es wirklich war. Ob man das aber erfährt, da bin ich mir nicht sicher. Der Entführer kann sich dazu nicht mehr äußern und es gibt ganz sicher viele Dinge, die Natascha Kampusch nicht mit der Öffentlichkeit teilen will – und das ist auch gut so. Oder hattest Du beim Lesen das Gefühl, dass sie wirklich schonungslos alles komplett offen legt? Kann man das überhaupt? Macht jemand das freiwillig? Und wieso? Ich frage mich, ob man ihre Situation (ihr Mitteilungsbedürfnis, vielleicht Geldnot? Ich spekuliere hier nur) ausnutzt, wenn man seine Neugier an diesem spektakulären Fall befriedigt (ich will Dir damit nicht auf die Füße treten, ich denke da eher daran, wie es mir geht) und ihr Geld dafür gibt, ihr Innerstes nach außen zu kehren. Ich hatte bei ihren öffentlichen TV-Auftritten immer mal das Gefühl, sie nutzt das öffentliche Interesse, um ein bisschen Geld zu verdienen und über die Runden zu kommen und sie tat mir ungeheuer leid. Kannst Du nach dem Lesen des Buches evtl. sagen, was sie dazu bewogen hat, es zu schreiben? Das würde mich sehr interessieren. LG Gabi

    1. Hallo liebe Gabi,lieben Dank für diesen ausführlichen und zum Gedankenaustausch anregenden Kommentar!Ich wollte dieses Buch schon sehr lange mal lesen, da ich wissen wollte, was sie zu sagen hat. Nach dem Buch habe ich intensiv nach den alten Videos mit Interiviews gesucht und mir einige angeschaut. Im ersten Interview, zwei Wochen nachdem sie sich selbst befreit hatte, sagte sie auf die Frage zu einem Buch, sie weiß noch nicht, ob sie eines schreiben wird. Aber wenn es eins geben sollte, dann nur von ihr und nicht von jemandem, der über sie schreibt. Sie wurde also schon in ihren ersten Momenten nach so etwas gefragt und musste sich damit auseinandersetzten. Ich war so (positiv) überrascht, wie gut sie sich gehalten hat und was und wie sie gesagt hat. Natürlich hatte sie auch schwache Momente, aber WER hätte diese nicht gehabt. In Interviews neuerem Datums auf Englisch, habe ich sie sagen hören, dass sie die beiden Bücher geschrieben hat, um damit fertig zu werden und diesen Balast abzuwerfen. Und ja, ich denke auch, das ist mitunter eine Art von Verarbeitung. Und da sie so eine starke Persönlichkeit ist, will sie unbedingt bestimmen, was zu ihr an die Öffentlichkeit gelangt. Das kann ich aber auch nachvollziehen. Sie sagt im Buch, das einzige, das sie als privat zurückbehalten wird, ist die Sache, wie sehr und wie genau sie misshandelt worden ist. Eins schiebt sie noch ein, indem sie sagt, dass sie nie sexuell misshandelt worden ist, das man im Sinne von einer Vergewaltigung verstehen kann / könnte (sinngemäß von mir wiedergegeben). Der Täter wollte eigentlich nur kuscheln, worüber sie selbst auch sehr erstaunt war. Ansonsten erzählt sie von ihrer Kindheit, ihrer Familie, wie es ihr ging, wie sie entführt wurde, wie und wo sie aufwachte, wie sie sich fühlte, wie es ihr in all der Zeit ergangen ist, wie sie fliehen konnte und warum erst dann. Ein bisschen schreibt sie auch über die Zeit nach der Befreiung, aber nur kurz. Also, es ist eigentlich alles im Buch, das man wissen möchte und das einen ins Bild setzt.(Antwort Teil 1)

    2. Ich persönlich denke nicht, dass sie das alles macht, um Geld damit zu verdienen. Das ist wahrscheinlich ein positiver Nebeneffekt. Sie musste viel durchmachen. Das sieht man auch, wie sie sich ständig auch optisch (figürlich) verändert. Sie knabbert innerlich immer noch an der Sache. Die kann man wahrscheinlich auch nie vergessen. Ihr Glück, dass der Täter sich das Leben genommen hat und sie sich in all den Jahren nicht auch noch hat mit ihm auseinandersetzten müssen! Und wenn man bedenkt, dass der Staat ihr als eine Art "Entschädigung", da sie wegen evtl. Ermittlungsfehlern keine finanzielle Leistungen bekommen hat, ihr dann das Entführerhaus gibt, dann fehlen mir einfach die Worte. Sie muss sich darum kümmern, wird aber nie drin wohnen können und verkaufen wohl auch nicht, denn wer will so ein Grundstück schon kaufen und ihr Ruhe seinen Lebensabend verleben…Sie musste sich mit vielen Anfeindungen und Sonstigem abplagen in den letzten Jahren, dabei will sie sicherlich einfach nur Ruhe, aber nicht in der absoluten Zurückgezogenheit, sondern einfach nur "normal" leben. Mit ihrem zweiten Buch "10 Jahre Freiheit" will sie die letzten 10 Jahre abstreifen und verarbeiten. Sie waren anders, als sie es sich vorgestellt hatte, da die erste Freude darüber, dass sie lebt, in Ablehnung umgeschwänkt war und sogar ihre Worte über die 8 Jahre und ihre Selbstbefreiuung teilweise angezweifelt wurden. Das ist echt ein hartes Stück. Sie wollte Goldschmiedin werden und soweit ich weiß, hat sie es geschafft. Zumindest gibt sie eine eigene Schmuckkollektion heraus. Ich wünsche ihr wirklich nur das Beste für ihre Zunkunft und hoffe, dass sie irgendwann endlich Ruhe findet.Sie weiß, was sie tut und sie hat viel gelernt in den Jahren. Auch wenn ich mich schon wieder wiederhole, aber ihre Stärke ist unglaublich! Ich bewundere, wie sie ihr Leben lebt und das auch noch einigermaßen normal und psychisch stabil. Echt krass!Falls du das Buch jeh lesen wirst, ich bin sehr auf deine Meinung gespannt! Stupps mich hier gerne an, falls ich es nicht mitbekomme!Sorry für den Roman! Ich hoffe, dass er jetzt auch veröffentlicht wird! Habe noch nie so viel in einem Kommentarfeld geschrieben…GlG vom monerl

    3. Also ich habe gehört, dass sie das Haus haben wollte, damit es sond niemand zu einem Museum oder so macht. Hat sie eigentlich Therapie gemacht?Das sie sagt, es hat keinen sex Missbrauch gegeben, der Täter wollte nur kuscheln…. Hört sich nicht danach an.

    4. Wir werden nie alles wissen und wahrscheinlich ist es auch gut so. Ich hatte es so verstanden, dasss ihr das Haus zugesprochen wurde, ob sie es wirklich selbst gekauft hat, da muss ich dann passen… DIESEN Videobericht, geht knapp unter einer Stunde, möchte ich mir noch anschauen. Er ist vom 23.08.2016, recht aktuell also. Wir können uns alle glücklicherweise nicht in sie hineinversetzen. Sie musste ihre ganze Pubertät, Jugend und den Einstieg ins Erwachsenenalter dort verleben. Sie hatte Wünsche und Gefühle und hatte keine Hilfe sie richtig einzuordnen. Es schmerzt mich, wenn ich daran denke, dass sie ihren Entführer ja nicht permanent hassen konnte. Sie hat sicherlich auch den einen oder anderen etwas besseren Tag dort erlebt. Was das alles aus einer kleinen Seele macht, die sich so lange nicht entfalten durfte, können wir nur vermuten. Ich hoffe für sie, dass sie keine echten und derben sexuellen Übergriffen ausgesetzt war!

  4. Liebe mornerl, ich muss sagen, ich kann Natascha Kampusch nicht leiden. Sie ist mir total unsympathisch. Was ihr passiert ist, ist oberschrecklich, keine Frage. Aber diese ganze Inzenierung in und mit den Medien… nee. Mag sein, dass sie da am Anfang reingestoßen wurde, aber es hat sich im Laufe der Jahre ja auch nicht verändert. Dann kam ja vor JAhren der Film raus. Ich weiß nicht, ob Du ihn gesehen hast. Da gab es zB eine Szene, in der der Täter ihr, ich mein durch einen Lautsprecher oder Luftfach ihr immer wieder gesagt hat, dass ihre Eltern sie nicht lieben und sie nicht zurück wollen usw. Und das Kind fast trotzig und selbstbewusst sagte, das sei nicht wahr. Das glaube ich nicht. Wenn ein Kind in einer solchen bedrohlichen Situation ist, stellt es sich doch dem Täter nicht trotzig entgegen. Und dann als der Fall Fritzel war. Da wurde immer wieder kommuniziert, dass die Familie ihre Ruhe haben will und erstmal zu sich kommen muss. Aber Kampusch ließ ihnen über die Presse ausrichten, sie könnten sich jederzeit an sie wenden. Ich weiß nicht, da ist sofort eine Mauer innen, wenn ich den Namen nur höre. Sicher würde mich manches interessieren, in wie weit es sich mit dem deckt, was die Medien gesagt haben. Was für eine Rolle ihre Eltern da letztlich gespielt haben. (Die Beziehung soll zu beiden ja nicht so gut sein, weswegen ich es noch merkwürdiger finde, dass das Kind im Film gesagt hat, es würde nicht stimmen, was der Täter sagt.)Mich würde auch interessieren, wie der Täter langfristig mit ihr umgegangen ist. Sie scheint ja ein Stockholm-Sydrom entwickelt zu haben und den Täter hinter her verteidigt hat. Mir tut sie leid, keine Frage. Und niemand sollte so was erleben. Und sie tut mir auch leid dafür, dass sie nach 20 Jahren immer noch nicht von der Presse losgekommen ist. (Ich wusste ja gar nicht, dass Du 3 Jahre älter bist als ich. 🙂 )HerzlichPetrissa

    1. Liebe Petrissa,danke, für deinen sehr ausführlichen Kommentar! Ich kann manches, das du schreibst, gut nachvollziehen. Es ist auch nicht leicht, sich möglichst nicht zu positionieren und von den Medien einlullen lassen! Ich habe den Fall damals aktiv verfolgt und auch ein paar Interviews mit Natascha Kampusch gesehen. Nach dem Buch recherchierte ich nun ein zweites Mal und schaute mir Videos an und las Zeitungsberichte. Und ich komme wieder zu dem Schluss, dass ich noch nie SO ein STARKES Mädchen gesehen oder erlebt habe, wie sie es ist! Das ist ihr Glück, sonst könnte sie nicht so leben, wie sie es heute tut. Wenn du dir die Interviews, die 2 Wochen nach ihrer Selbstbefreiung gemacht wurden, anschaust, dann kommst du nicht drumherum zu bewundern, wie stark dieses Mädchen damals schon war. Mit 10 Jahren als Kind entführt und mit 18 dann doch endlich geflohen, da sie sich geschworen hat, ihr Leben, wenn sie erwachsen ist, selbst in die Hand zu nehmen. Sie hat sich trotz ständiger Misshandlungen und Hunger nie brechen lassen. Das ist einfach sowas von bemerkenswert! Ich wage zu behaupten, dass das die wenigsten schaffen würden. Ich bin nicht sicher, ob ich es auf diese Art durchgestanden hätte und nach all der Zeit geistig noch so gesund da rausgekommen wäre. Zudem kann ich kaum in Worte fassen, wie intelligent Natascha sein muss, wenn man bedenkt, dass sie wohl gerade in der 4. Klasse oder so war und danach keine richtige Schulbildung mehr genossen hat. Aber ihr Reden, ihre Ausdrucksweise… ist fantastisch! Ich habe sogar zwei Interviews auf englisch mit ihr gesehen. Und ich sage dir, das ist WoW! Ihr Englisch ist toll und das, obwohl sie nach der Flucht ihren Hauptschulabschluss nachgeholt hat und nie wirklich in Ruhe gelassen wurde. Sie hat wirklich das Beste aus ihren Leben danach gemacht. Sie wollte sich nicht verstecken und ihre Identität zurückhaben. Daher muss sie damit leben, dass sie eine Person der Öffentlichkeit geworden ist und das wohl auch immer bleiben wird. Sie muss sich mit viel Negativem auseinandersetzten, mit Menschen, die ihr nicht glauben. Es ist unglaublich, dass sie noch nicht zusammengebrochen ist. Ja, eine Art Stockholm-Syndrom hat sie wohl auch entwickelt, aber, wer will es ihr verübeln. Sie war ein KIND damals und ihr Leben mit der Außenwelt wurde von heute auf morgen abgeschnitten. Sie musste ja irgendwie mit ihm klarkommen, wenn sie das überleben wollte. Sie hatte ein Ziel und sie hat es geschafft! Aber nach dem Hören des Buches, sage ich, dass es sensationell ist, wie sie es schafft, sich nicht ganz als Opfer zu sehen und den Täter nicht vollends verurteilt. Es hat mir sehr imponiert, was sie zu diesem Thema berichtet. So kann wahrlich wiederum nur eine starke Persönlichkeit sprechen.Ich will dich nicht überzeugen oder so, ich kenne sie ja auch nicht persönlich…Aber ich empfehle dir, das Buch zu lesen oder zu hören. Darin werden deine Fragen beantwortet, auf eine sehr schöne distanzierte und angemessene Art. Ich würde mich sehr freuen, mich danach wieder mit dir darüber auszutauschen. Ich plane, demnächst ihr zweites Buch zu hören "10 Jahre Freiheit". Ich möchte wissen, wie sie die letzten Jahre empfunden und was sie zu sagen hat. Zum Fall Fritzel:Ja, den habe ich auch in der Presse damals mitbekommen und konnte es nicht glauben, wozu ein Mensch, ein VATER, fähig ist. Die Abgründe werden immer tiefer. Es gibt für Fritzel keine Ausdruck, denn Mensch ist er nicht, und Tier noch weniger. Solche Monster gehören weg! Egal wie…Entschuldige meinen Roman, aber ich hoffe, du kannst dem folgen, was ich so geschrieben habe. hihiGlG, monerl

    2. Liebe monerl, natürlich kann man ihr nicht verübeln, dass sie ein Stockhom Syndrom entwickelt hat. So hatte ich das auch nicht gemeint. Das sie sich nicht verstecken will und deswegen in der Öffentlichkeit stehen muss, sehe ich anders. Das mit dem nicht verstecken ist klar. Gibt auch keinen Grund dafür. Aber wenn sie nicht selbst immer wieder in die Medien gehen würde, wäre sie schon längst nicht mehr in der Öffentlichkeit. Das meinte ich auch mit dem Fritzel. Dessen Familie hat gesagt, das einzige was sie wollen, ist in Ruhe gelassen werden. Und Kampusch geht an die Presse, um ihnen zu sagen, sie können sich bei ihr melden?? Also das finde ich schon abstrus an sich. Denn ich denke, was die in den ersten Wochen brauchten, war Ruhe und fachärztliche Betreung. Und die Ärzte aus der Klinik haben sich sehr toll verhalten, fand ich, und die Familie toll geschützt. Das zweite ist, wenn ich der Familie sagen wollte, sie können sich bei mir melden, dann würde ich es deren Anwalt oder dessen Arzt ausrichten, aber doch nicht über die Presse gehen. Das ist, was mich abstößt. Das man ein Buch schreibt, um das vielleicht auch alles zu verarbeiten, verstehe ich. Aber warum ein zweites? Was macht sie heute beruflich? Bei Wiki steht, sie hat ihre Ausbildung zur Goldschmiedin abgebrochen? Liebe GrüßePetrissa

    3. Erst einmal danke, dass wir uns hier so intensiv über das Buch austauschen! Das ist echt toll! 🙂 Auch wenn die Thematik eine so ernste ist…Jeder Mensch ist anders, jede Persönlichkeit ist anders. Wo 90% der Menschen sich besser erholen könne, wenn sie in den Hintergrund treten, gehört sie wahrscheinlich zu den anderen 10%. Die Mitglieder der Familie Fritzel haben es ja noch viel schwerer. Wenn der Großvater der eigene Vater ist, ist das noch ein Grund mehr, dass man von der Öffentlichkeit absolut nicht wahrgenommen werden möchte. Das kann ich sehr gut verstehen. Diesen Makel wird man nie los und kann kein annähernd normales Leben führen. Die Menschen sind grausam und würde die Kinder Fritzel immer auf diesen einen Makel reduzieren… Bei Natascha war es dann doch etwas anderes.Im zweiten Buch geht es um die Zeit danach. Ich bin mir sicher, es gibt viel zu erzählen aus ihrer Sicht. Nachdem der erste Hype und die Freude verebbt waren, kippte die Stimmung. Das hat sie sicherlich nicht erwartet, wie auch. Ich finde das schrecklich, was ihr die Medien und die Leute so "angetan" und unterstellt haben. Das ist einiges, an dem sie zu knabbern hatte / hat und das muss ebenso verarbeitet werden, muss raus aus ihr. Und das macht sie durch das zweite Buch. Es ist die beste Methode all den Menschen, die sie verurteilen, zu sagen, wie sie das findet, wie sie das alles fühlt. Auf der anderen Seite ist es auch eine Einnahme. Ich kann beides nachvollziehen. Ich will nicht als ihre Fürsprecherin verstanden werden. Ich habe nur ihre Geschichte etwas verfolgt und nun das Buch gelesen und kann ein bisschen verstehen, wie es ihr ging und wie es ihr geht. Nicht mehr und nicht weniger. Ich verurteile ihren Weg nicht und hoffe, sie schafft es doch irgendwann, glücklich zu werden. Oder eben so glücklich, wie möglich. 🙂 Bzgl. ihres Berufes hast du recht. Sie hat die Lehre zur Goldschmiedin abgebrochen. Dennoch hat sie jetzt eine eigene Kollektion herausgebracht. Wie, weiß ich nicht. Ich hoffe und wünsche ihr, dass das ihr finanzielles Standbein werden kann. Auf ihrer Webseite kann man die guten Stücke anschauen und kaufen…GlG und einen guten Start in die Woche wünsche ich dir!GlG vom monerl

  5. Eine tolle Buchvorstellung, liebes monerl. Ich habe das damals auch im TV mitverfolgt, hätte mir aber für sie gewünscht, dass die Medien nicht wie die Geier über sie hergefallen wären.

    1. Das ist halt das Problem der Menschen! Die NeuGIER überwiegt immer, auch wenn man den betroffenen Menschen alles Gute wünscht. Wenn sogar Gaffer aus Neugier am Straßenrand halten, und anstatt zu helfen, das Geschehen filmen, dann weiß man, wie weit es mit den Menschen gekommen ist…

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