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[Buchvorstellung] Achtzehn Hiebe – ASSAF GAVRON

18. Mai 2018

Buchvorstellung – Achtzehn Hiebe

#214 Rezension

Buchbeschreibung:

Alles begann mit den Liebesgeschichten zwischen zwei britischen Soldaten und zwei jüdischen Mädchen im Palästina des Jahres 1946.

Eitan Einoch ist Taxifahrer im heutigen Tel Aviv. Als junger Mann machte er Karriere in der Hightech-Branche, dann hat er innerhalb einer Woche drei Terroranschläge überlebt und wurde kurzfristig berühmt. Nun, zehn Jahre später, ist er geschieden, fiebert den Tagen entgegen, an denen er seine Tochter sehen darf, geht an zwei Abenden die Woche zum Boxen und unterhält seine Fahrgäste. Doch alles ändert sich, als er den Auftrag bekommt, eine charmante alte Dame täglich zum Friedhof zu fahren. Die Lebensgeschichte von Lotta Perl fasziniert ihn, und jeden Tag erfährt er ein bisschen mehr über ihre große Liebe zu dem britischen Soldaten, den sie gerade begraben hat, und über das Leben in Palästina kurz vor der Gründung des Staates Israel. Als Lotta plötzlich spurlos verschwindet, will Eitan herausfinden, was geschehen ist, jetzt, in Tel Aviv, und damals in Haifa …

»Spannung und Atmosphäre verbinden sich in Assaf Gavrons ›Achtzehn Hiebe‹ zu kriminalistischer Exzellenz.«

Heinz Sichrovsky / News (06.04.2018)
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Der Autor nimmt den Leser mit nach Israel, in die Straßen von Tel Aviv. Als Leser begleitet man den charmanten Taxifahrer Eitan durch seine geliebte Stadt, von der er vieles zu erzählen weiß. Hier und da pflegt er Historisches, Wissenswertes und Spannendes in die Konversation einzustreuen, um dem Fahrgast seine Heimat näher zu bringen und um sich aus dem großen Pool der Taxifahrer hervorzuheben.

Er schließt eine ungewöhnliche Freundschaft mit der alten Lotta Perl. Eitan wird zu ihrem persönlichem Taxifahrer und sie ist sein Tor zu Israels Vergangenheit, die bis hin zur britischen Mandatszeit und zur Gründungszeit Israels zurückgeht, denn Lotta war damals dabei.
Die Geschichte Israels verwebt Assaf Gavron kunstvoll mit der ersten großen Liebe, der Liebe zwischen jüdischen Mädchen und britischen Soldaten während der Mandatszeit. Eine Liebe über die Trennung hinaus, bis ins hoche Alter von 85 Jahren.

Geschickt verwickelt der Autor seinen freundlichen und offenen Protagonisten Eitan Einoch, auch als “Krokodil” bekannt, nun in eine Art Krimikomödie. Denn Lotta gesteht Eitan, sie fühle sich nicht sicher, sie habe Angst um ihr Leben und sie glaube, ihre einstige große Liebe, die sie kürzlich auf dem Trumpeldorfriedhof beerdigt hat, sei ermordet worden. So starten Eitan und sein ehemals bester Freund Bar mit eigenen Ermittlungen, die die Gegenwart mit der Vergangenheit verbinden.

Weit zurück müssen die beiden Hobbydetektive gehen und stoßen bei ihren Nachforschungen auf Geheimnisse, die so brisant sind, sodass sie sogar den Konflikt der Briten mit der “Etzel”, der damaligen terroristischen Untergrundorganisation, berühren und den Titel des Romans “Achtzehn Hiebe” erklären.

Dies ist kein Kriminalroman im eigentlichen Sinne. Der Fokus liegt auf Israel und dem Zeitpunkt seiner Gründung. Leicht und locker bewegen sich Eitan und Bar durch die vielen Verwicklungen, erleben Ungewöhnliches, Spannendes, Irritierendes und einen Hauch von Exotik und Erotik. Denn nicht jeden Tag begegnet man Menschen, die sich mit Diamanten auskennen, jung sind und dazu noch hinreißend aussehen, so wie Nogga, Lottas Enkelin, für die Eitan anfängt ein bisschen zu schwärmen.

Mit Spannung fieberte ich dem Ende entgegen und konnte mir das eine oder andere Schmunzeln nicht verkneifen. Eitan und Bar entwirren den Knoten und sind selbst verwundert über das, was sie herausgefunden haben. Guten Gewissens haken sie schlussendlich die Geschichte ab und kehren zu ihrem Alltag zurück. Und wer bis dahin die Erwähnung von Polizei vermisst hat, wird sie auch jetzt nicht antreffen, denn diese konnte geflissentlich in der “Krimikomödie” außen vor gelassen werden.

Fazit:
Ein schöner und leichter Roman, der dem wissbegierigen Leser die britische Mandatszeit vor Augen bringt und ihn auf humorvolle Art, mit viel Lebenslust und Leichtigkeit ebenso durch Israels Gegenwart kutschiert. Aber auch ein Roman über Liebe. Über jene zu einer Stadt und die Liebe des Herzens, die, deinen trifft und nicht mehr loslässt. Das alles garniert mit einer angenehmen Portion Krimi.

Weitere Rezensionen:
++  missmesmerized 

+     Buchmagie 
+     Ruth liest

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Ich danke dem Luchterland Literaturverlag sowie Bloggerportal, die mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.
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Zur damaligen Terrororganisation “Etzel”:
Beitrag aus Wikipedia.

Zum “Völkerbundsmandat für Palästina”:
Beitrag aus Wikipedia.
Bericht “Britische Mandatszeit” aus dem Israel-Reiseführer Israel-Spezialist.de.
Beitrag “Die Palästinensische Gesellschaft zu Zeiten des Britischen Mandats” aus der Bundeszentrale für politische Bildung vom 28.03.2008
Beitrag “Terror, Tennis und Teatime” aus DER SPIEGEL vom 26.05.2009

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