Bienenleben
Rezensionen | Sachbuch

[Buchvorstellung] Bienenleben – SARAH WIENER

17. Mai 2019

#283 Rezension
#WirLesenFrauen

 

Buchbeschreibung

„Am Schicksal der Bienen ist all das zu beobachten, was das Beziehungsgeflecht Mensch – Tier – Pflanze ausmacht.“ Sarah Wiener.

Sarah Wiener, Köchin, Nachhaltigkeitsikone, Biobäuerin, Imkerin entführt uns in die faszinierende Welt der Bienen, die ein maßgeblicher Indikator für die Gesundheit unseres Lebensraumes sind. Ihr Credo: Bienenvölker sind komplexe Persönlichkeiten, sie verfügen über spezifische Charaktere und Eigenschaften, und sie können uns lehren, wie ein funktionierendes Gemeinwesen mit Werten wie Solidarität, Vertrauen, Arbeitsteilung und Demokratie entsteht.
Sarah Wiener nimmt uns mit auf eine abenteuerliche Reise durch den Lebenszyklus eines Bienenvolkes und beschreibt, welche Bedeutung das Imkern und die Beschäftigung mit den Bienen für sie haben.

 

Meine Meinung

Die Faszination an Bienen hat sich bei mir erst entwickelt, seit ich in den Nachrichten lese, dass diese kleinen Tierchen bald vom Aussterben bedroht sein könnten, seit die Medien vermehrt darauf eingehen, dass wir ohne die Biene, die unsere Blüten bestäubt und erst Früchte wachsen lässt, wohl nicht lange und nicht gut überleben könnten und seit große Konzerne nicht aufhören Pestizide zu entwickeln, die unseren Bienen schaden.

Ich muss zugeben, ich kannte die Autorin nicht. Ich schaue seit vielen Jahren kein TV und wusste nicht, dass die Autorin wohl eine bekannte Fernseh-Köchin ist. Vielleicht war das gut so, denn damit hatte ich so gar keine übersteigerten Erwartungen an den Schreibstil oder Aufbau des Buches.

Sarah Wiener erzählt auf leichte und lebendige Weise, wie sie zu ihren Bienen und der Imkerei kam. Ich las und las und konnte nicht genug davon bekommen. Es war eine große Freude, wie sie aus ihrer Angst vor Bienen in der Kindheit, über einen Arbeitsauftrag die Liebe zu diesen faszinierenden Insekten entdecken und vertiefen konnte.

Ich habe viel über Bienen, die Bienenhaltung sowie die Imkerei gelernt und freue mich, dass es mittlerweile auch so etwas wie eine wesensgemäße bzw. wesensnahe Bienenhaltung gibt. Zugleich war ich erschrocken darüber, was viele Imker ihren Bienenvölkern antun, wie sie sie ausbeuten, überzüchten und versuchen, ihre natürlichen Instikte, wie das Schwärmen oder den Jungfernflug zur Besamung, unterdrücken oder künstlich ausführen.

Mir war zwar bewusst, dass die Haltung von Bienen sehr viel Arbeit macht und einen riesigen Zeitaufwand erfordert, doch was genau das inhaltlich bedeutet, zeigt Sarah Wiener wunderbar auf.

Dass die Biene für eine halbes Gramm vollen Magen 1000 bis 1500 Blüten anfliegen muss, machte mich sprachlos. Genauso, dass “Für eine Portion von circa zwanzig Gramm Honig auf dem Frühstücksbrötchen … [Bienen] rund dreitausend Kilometer [fliegen].” (S. 115) ist echt unfassbar!

Die Autorin beschreibt ebenso leidenschaftlich, wie sie die richtigen Standorte für ihre Bienenkästen ausgewählt hat als auch wie sie wegen dem Tod einiger ihrer Bienenvölker gelitten hat.

Das ganze Buch fühlt sich so an, als würde man mit Sarah Wiener in ihrem wundervollen, selbstgewachsenem und voller Pflanzen und (Un)Kraut gefülltem Garten mit ihr zusammensitzen, Kaffee trinken, Kuchen essen, dem Summen der Bienen und ihren Ausführungen zuhören.

Viele farbige Bilder lockern den Text auf und zeigen Sarah  Wiener mit Freunden, den Bienen, den Bienenstöcken unvm. Gerne betrachtete ich die Bilder, die viel veranschaulichten und Lust auf einen Löffel Honig machten.

 

Fazit

Wer sich für die Autorin, ihr Leben und die Bienen interessiert, ist mit dem Buch sehr gut bedient. Dies ist ein schön und locker erzähltes Sachbuch, das man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Ein Buch, das aufzeigt, dass man nie zu alt für die Liebe zu den Bienen und die Hobbyimkerei ist. Es vermittelte mir Ruhe, Freude und weckt Tatkraft. Und nun bleibt für mich als Leserin nur noch, schnell in den nächsten Bau- oder Gartenmarkt zu laufen, viele Blumensamen zu kaufen und auf dem Balkon und in der Natur auszusähen, damit die Bienen ganz viele Blumen und Blüten finden, um Pollen als auch Nektar sammeln  zu können. Macht mit!


Weitere Rezensionen

wird nachgetragen

____________________________

Ich danke dem Aufbau Verlag, der mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

____________________________

 

Vielleicht interessiert dich auch

Loading Likes...

Only registered users can comment.

  1. Hallo Monerl,

    ich mag Sarah Wiener von ihren Kochsendungen und Büchern her, sie ist eine kritische und engagierte Frau, die sich auch für die bewusste Ernährung, und damit Gesundheit und auch für das Wohlergehen von Kindern einsetzt.
    Dieses Buch habe ich schon auf der Wunschliste gehabt, vielleicht zieht es nach deiner Rezi jetzt doch noch ein.

    Danke für die Vorstellung, die Natur ist es wert, dass wir uns informieren.

    Liebe Grüße

    Barbara

    1. Liebe Barbara,
      sehr interessant, was du so über sie schreibst. Ich entdecke sie gerade erst. Habe mitbekommen, dass sie sich fürs Europaparlament bewirbt. Bin gespannt, wie es ausgeht.
      Das Bienenbuch kann ich dir absolut empfehlen. Es ist sehr schön aufgemacht und klasse geschrieben! Bin sicher, dass du es lieben wirst. 🙂
      GlG, monerl

  2. Hallo monerl,
    ich kenne Sarah Wiener von einem Fernsehformat auf Arte, wo sie mit französisch-deutschen und deutsch-französischen Kinder zweisprachig gekocht hat. Ich fand sie gleich toll! Sie hat eine tolle Persönlichkeit! Seitdem hab ich sie immer mal wieder z.B. in Talkshows gesehen.
    Ich glaub, sie hält auch eigene Kühe oder so? Sie produziert wohl selber für ihr Restaurant und ist auch viel in Sachen bewusste Ernährung unterwegs.
    Vergiß bei dem Blumenkauf nicht, dass manche Züchtungen für Bienen nicht mehr eßbar sind, z.B. die ganzen gefüllten Sorten, da kommen die nicht mehr an den Nektar. Und dass man sich eigentlich mehr Sorgen um die Wildbienen und Hummeln machen muss und nicht um die Bienenvölker, so als Normalmensch 🙂

    1. Lustig, wie ihr alle Sarah Wiener kennt! 🙂

      Ja, das erwähnt sie auch in ihrem Buch. Das fand ich sehr interessant. Wusste nicht, dass es solche Blumen gibt. Wie traurig. Da blühen evtl. so viele Blumen vor der Bienen Nase und sie können nichts mit ihnen anfangen.
      Wieners Völker dürfen schwärmen. Sie werden wesensnah gehalten und nicht zu betüttelt. Sind so halbe Wildbienen. Das gefällt mir sehr. Dass die Hummeln auch ein Problem haben, war mir gar nicht so bewusst. Danke für die Info.

      GlG, monerl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu