Daniel is different
Jugend / Kinder | Rezensionen

[Buchvorstellung] Daniel is different – WESLEY KING

29. Mai 2019

#66 Kurzmeinung

 

Buchvorstellung

Bloß nicht auffallen! Nach dieser Devise lebt Daniel, der einfach nur ein ganz normaler Dreizehnjähriger sein will. Deswegen hofft er die meiste Zeit, dass niemand seine komischen Angewohnheiten bemerkt – weder seine Familie noch sein bester Freund Max und schon gar nicht seine Traumfrau Raya. Als er plötzlich eine mysteriöse Nachricht erhält, ist es allerdings gar nicht mehr so leicht, sich zu verstecken. Denn das unbekannte andere Sternenkind braucht seine Hilfe. Auf einmal wird aus Daniels Leben ein richtiger Krimi.

 

Kurzmeinung

  • Genre: Roman, Jugendbuch, autobiografisch
  • Handlung: Wir bekommen Einblick in das Leben eines Jugendlichen, der unter Zwangsstörungen leidet. Daniel ist anders, das weiß er. Er wusste jedoch nicht, dass sein Anderssein auch einen Namen hat. Dabei möchte er eigentlich einfach nur normal sein, so wie alle anderen. Das gestaltet sich jedoch sehr schwer, denn wenn die Zaps plötzlich zuschlagen, kann er nicht aus seiner Haut und muss ein bestimmtes Programm durchlaufen, bevor es ihm wieder gut geht. Stört etwas diesen Ablauf von Zwangshandlungen, hält ihn große Angst gefangen. Alles sehr hinderlich, wenn man als Jugendlicher verliebt ist und nicht möchte, dass der Auserwählten und den Anderen auffällt, warum man so anders ist.
  • Charaktere: Da der Autor in seinem Roman viel Autobiografisches verarbeitet hat, ist Daniel als Hauptfigur sehr authentisch. Die in der Ich-Form erzählte Geschichte nimmt die Leser*innen in die Gefühlswelt von Daniel mit und zeigt seine Gedanken und Probleme. Max, als “normaler” bester und beliebter Freund, ist der ausgleichende Gegenpol. Hinzu kommen zwei weibliche Figuren, die ebenso eine große Rolle in Daniels Leben spielen, Raya und Sara. Sara ist ein bisschen wie Daniel. Sie redet nicht (nur mit Daniel), ist eine Außenseiterin und leidet an Depressionen. Raya ist der Gegenpart zu Max, das beliebteste und schönste Mädchen der Schule, mit dem jeder befreudet sein möchte. Obwohl die Rollenverteilung der Figuren klar ist, charakterisiert Wesley King seine Figuren über Klischees hinaus. Er hat seinen Protagonist*innen Ecken und Kanten gegeben, die sie interessant machen.
  • Spannung: Ein Jugendbuch handelt meistens auch ein bisschen von Liebe. Sie ist es nunmal, die junge Menschen umtreibt, so auch hier. So folgen wir gespannt der Frage, ob Daniel sich trauen wird, Raya anzusprechen und näherzukommen. Zudem erlebt er Gefährliches, denn Sara will mit seiner Hilfe ihren Stiefvater des Mordes an ihrem leiblichen Vater überführen. Dieser ist verschwunden und sie ist sich sicher, er hätte sie nie einfach so verlassen.  Sie findet Indizien, die sie in Sachen Mord bestärken.
  • Sprache & Schreibstil: Die Sprache und der Schreibstil sind der Zielgruppe angepasst und sehr gut lesbar.
  • Ende: Ein Abschluss, der mir sehr gut gefällt und die Leser*innen positiv aus der Geschichte entlässt.
  • Fazit: Ein sehr gutes Jugendbuch, das Betroffene und Leser*innen, die Betroffene kennen, einen sehr guten Einblick in ein Leben mit Zwangsstörungen bietet. Es zeigt die tiefe Gefühlswelt von Daniel und den täglichen Kampf diese Krankheit überwinden zu wollen und sich dadurch nicht ausgrenzen zu lassen. Ein bisschen Kritik habe ich auch, die zu einem Stern Abzug geführt hat. Daniel schreibt an einer futuristisch angehauchte Geschichte, die mich nicht überzeugen konnte. Diese Teile hätte ich gerne ausgelassen. Zudem finde ich den Handlungsstrang, in dem Daniel und Sara auf “Mörderjagd” gehen als nicht ganz zum Thema passend. Es hätte sicherlich bessere Möglichkeiten gegeben, Daniel und Sara einen eigenen Handlungsstrang zu geben / zusammenzuführen. Zudem irritierte mich der Ausdruck “Sternenkind” im Zusammenhang mit begabten Kindern sehr. Im Amerikanischen ist wohl solch ein Begriff geläufig / passend, doch in Deutschland und auch Österreich wird der Begriff “Sternenkinder” für Kinder verwendet, die vor, während oder bald nach der Geburt gestorben sind (Quelle: Wikipedia).
    Insgesamt aber ein sehr empfehlenswertes Buch für Jugendliche und Erwachsene!


Hilfe und weitere Informationen bei Zwangsstörungen


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  1. Hallo liebe Monerl,
    bei mir liegt es nun zeitlich schon etwas zurück, seit ich das Buch gelesen habe. Einige Details waren mir mittlerweile nicht mehr geläufig. Deine Rezension hat mich gerade wieder ein wenig in die Geschichte eintauchen lassen. Vielen Dank dafür :o) . Daniel is different habe ich damals unheimlich gerne gelesen. Ich fand auch die Thematik, Zwangsstörungen, sehr interessant. Ich freue mich, dass auch du schöne Lesestunden mit Daniel genossen hast <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    1. Hallo liebe Tanja,
      das Buch gibt es tatsächlich schon eine Weile. Hatte es zwar damals gesehen aber nie gedacht, dass ich es lesen sollte. Erst kürzlich im Gespräch mit Freundinnen sind wir auf das Thema “Zwangsstörungen” gekommen und ich wollte Daniel endlich lesen. Bin froh, dass ich es gelesen habe. Kann es weiter empfehlen, obwohl ich ein paar Kritikpunkte habe.
      GlG, monerl

  2. Liebe Monerl,

    ach, dieses Buch steht schon seit Längerem auf meiner Liste!
    Das Thema Zwangsstörungen ist bei mir leider sehr präsent, da ich selbst unter einer leide.
    Daher interessieren mich Bücher darüber. Ich habe schon einige Jugendbücher zum Thema gelesen, die ich nicht gut umgesetzt fand bzw sehr oberflächlich, bei denen nie herauskam, wie belastend es wirklich sein kann, damit zu leben und auch für Aussenstehende nach dem Lesen immer noch sehr wenig Einblick und damit kaum Nachvollziehbarkeit /Verständnis (soweit es eben möglich ist) bot. Die mir daher so gar nicht zusagten. z.B. Kira Gembris “Wenn du dich traust”.
    Hingegen super fand ich von John Green “Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken”. Lustigerweise ist auch hier eine Geschichte in der Geschichte enthalten, die ich auch etwas unpassend fand, aber nicht störend, das erinnert mich in deiner Beschreibung zumindest daran:)

    Aber John Green beschreibt es wirklich so eindringlich, dass ich mich selbst oftmals unglaublich verstanden fühlte!
    Liebe Grüße!

    1. Liebe Kathrin,
      kann mir vorstellen, dass man von solchen Bücher eher frustriert ist, wenn man selber unter sowas leidet. Ich hoffe, dass du deine Zwangsstörung gut im Griff hast. Ich lese ja selten Jugendbücher. Dieses hier hat mir gefallen und für mein Empfinden ist es gelungen. Wäre aber sehr interessant zu erfahren, wie so jemand wie du es dann sieht. Wenn du magst, tausche ich das Buch mit dir. Es ist einfandfrei. Vielleicht findet sich was. Gib mir einfach Bescheid! 🙂
      An “Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken” hatte ich mich damals nicht rangetraut. Vielleicht versuche ich es doch mal. Hatte gar nicht so vor Augen, dass das ein Buch mit Zwangsstörungen ist. Jetzt, wo ich näher darüber nachdenke, ist es klar.
      GlG, monerl

  3. Hallo Monerl,

    ich habe durch Kira Gembris “Wenn du dich traust” bereits ein Jugendbuch über das Thema Zwangshandlungen gelesen. Solche Themen finde ich sehr spannend, daher steht auch “Daniel is different” schon lang auf meiner Wunschliste.

    Bücher mit einer Geschichte in der Geschichte finde ich auch oft schwierig. Nicht immer passt es zu der Handlung.

    Die Verwendung von “Sternenkind” ist ja wirklich blöd. Ich verstehe nicht, warum man da bei der Übersetzung bzw. beim Lektorat drauf achtet. Redewendungen würde man ja auch an das entsprechende Land anpassen.

    Ich freu mich trotz des Begriffproblems sehr auf das Buch.

    Liebe Grüße
    Julia

    1. Liebe Julia,
      “Wenn du dich traust” kenne ich nicht. Muss ich mal danach suchen. Hat es dir gefallen?

      Ich finde halt Geschichten in Geschichten lengen von der eigentlichen Geschichte ab. hahaha Ich hoffe mal, du verstehst, was ich damit meine. Zudem muss sie irgendwie ins Bild, die Rahmenhandlung passen. Und diese hier im Buch war jetzt eher so “mäh”. hihi Aber ok, ich habe verstanden, welche Motivation hinter dem Schreiben von Daniel stand. Finde ich auch gut. Nur hat mir die Geschichte an sich nicht gefallen…

      Ja, das mit der Übersetzung ist echt “dumm gloffa”, wie wir Schwaben sagen würden. 😉 Sollte aber keinen davon abhalten, das Buch zu lesen. Außer, man wäre selbst aktuell ganz frisch mit der Theamtik “Sternenkind” betroffen. Dann würde ich eher davon abraten, um den “Heilungsprozess” nicht zu stören.
      GlG, monerl

  4. Hallo liebe Monerl,

    der Begriff Sternenkind ist mir sofort wieder aufgestoßen. Und ich musste erst mal überlegen, ob ich damals eine Rezension geschrieben habe. Haha, danke für die Verlinkung! 😉

    Deine Rezension finde ich sehr gelungen.
    Liebe Grüße
    Petrissa

    1. Liebe Petrissa,
      das ist echt blöd mit dem Begriff “Sternenkind”. So eine unglückliche Übersetzung! Kann mich an was Ähnliches gar nicht erinnern in einem Buch gesehen zu haben, was so daneben übersetzt worden ist. Wäre schön, wenn der Verlag das überarbeiten würde.
      GlG, monerl

  5. Hallo Monerl

    Na, das Buch hat einen gutes Ende. Das mag ich gern bei Bücher. Besonders wenn das Thema schwierig ist. Klingt nach einer interessanten Geschichte.

    Schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Gisela

    1. Hallo Gisela,
      es ist eine sehr interessante Geschichte. Mir gefällt, dass das Thema uns seine Probleme durch die Augen eines Jugendlichen betrachtet wird. Obwohl ich sonst kaum Jugendbücher lese, finde ich dieses hier wegen genau dieser Sicht ganz toll und lesenswert.
      GlG, monerl

  6. Liebe Monerl,
    es freut mich, dass dieses Buch, das mir so gut gefällt, auch bei Dir ein positives Urteil bekommen hat. Mich störte diese Detektivgeschichte nicht, aber ich kann nachvollziehen, dass man sie als nicht so passend empfinden kann.
    Der Ausdruck “Sternenkinder” hat mich allerdings genauso irritiert wie Dich, weil ich den eben auch nur als Synonym für sehr jung verstorbene Kinder kenne!
    LG Gabi

    1. Liebe Gabi,
      das Buch hatte ich schon lange im Auge und nun hat es sich ergeben, dass ich es lesen konnte. Bin auch sehr froh darüber.
      Die Detektivgeschichte fand ich jetzt nicht schlimm aber nicht so richtig passend. Irgendwie verschob sich dadurch etwas der Fokus des Themas.
      Finde total seltsam, dass der Verlag samt Übersetzer nicht über den Begriff “Sternenkinder” gestolpert sind. Das ist nun wirklich nichts Neues mehr. Ich war ne Zeit wirkich irritiert, warum Sara Daniel so bezeichnet. Na ja… Wenn ich der Verlag wäre, würde ich diesen Begriff in einer weiteren Auflage ändern.
      GlG, monerl

    1. Hallo Daniela,
      sowas gibt es nicht so oft, deshalb finde ich das Buch schon wertvoll. Kann es dir auf jeden Fall empfehlen. Vielleicht können wir ja einen Buchtausch organisieren, wenn du magst. 😀
      GlG, monerl

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