Historisch | Rezensionen

[Buchvorstellung] – Das Haupt der Welt (Otto der Große 1) – REBECCA GABLÉ

24. Januar 2018
#31 Kurzmeinung
#Vom SuB befreit
#GelesenUndGehört

4 von 5 Sternen

 

Widmung der Autorin: “Für MJM”

Kurzmeinung:

  • Genre: Historischer Roman
  • Handlung: Wir lernen in diesem historischen Roman viel über einen älteren Teil der deutschen Geschichte. Als Leser ist man dabei, als König Heinrich I, König des Ostfränkischen Reichs, seine Grenzen sichert, gegen die “wilden”, barbarischen und ungläubigen Slawen kämpft und die Ungarn vertreibt. Hautnah erleben wir, wie er seinen mittleren Sohn bevorzugt, ihn noch zu Lebzeiten zu seinem Nachfolger benennt und wie Otto zu König Otto I, Otto der Große, wird. Nebenbei bekommen wir auch über Tugomir, den gefangengenommenen slawischen Prinzen, Einblicke in das Leben der Slawischen Völker. Eine spannende Geschichte über die Geschichte entfaltet sich…
  • Charaktere: Es ist sehr gut, dass es in diesem Roman eine Dramatis Personae gibt, denn der Leser muss mit einer Flut von Figuren, insbesondere von vielen historischen Personen, auskommen und versuchen, den Überblick nicht zu verlieren. Dabei ist das Personenregister absolut hilfreich. Es gibt einige Chraktere, die die Funktion einer Hauptfigur wahrnehmen. So sind neben der ganzen Königsfamilie Heinrichs I. und später Ottos I. auch das slawische Geschwisterpaar Tugomir und Dragomira im Fokus. Wie man es von Rebecca Gablé gewohnt ist, werden auch in diesem Roman die Charaktere sehr gut und tief ausgearbeitet. Keine ist platt und eindimensional. Auch die Antagonisten haben ihre hellen und spannenden Seiten.
  • Spannung: Der Hauptteil der Spannung liegt auf dem Erzählstrang des Slawenprinzen Tugomir. Als Kriegsgefangener und Sklave König Heinrichs I. stellt sich die Frage, wie wird sein Leben weitergehen? Welche Höhen und Tiefen muss er überstehen und wird er das alles überleben? Da dies ein historischer Roman ist und sich deshalb natürlich größtenteils auf historische Fakten stützt, ist der Erzählstrang von König Heinrich I. Otto des Großen nicht ganz überraschend. Doch die Autorin schafft es durch ihre erzählerische Kunst auch hier den Leser tief in das Buch versinken zu lassen und dabei gespannt zu sein, wie sich welche Intrigen entwickeln und wer welchen Krieg gewinnt oder verliert.
  • Schreibstil: Rrebecca Gablé schafft es ihren epischen Roman kurzweilig erscheinen zu lassen. Die Charaktere sind immer in Bewegung und durch interessante und gelungene Dialoge liest sich das Buch sehr leicht und flüssig.
  • Ende: Zum Schluss hin häufen sich die Kriegsszenen sehr und waren mir dann irgendwann ein bisschen zu viel. Obwohl diese natürlich historisch belegt sind, spürte man ab einem gewissen Zeitpunkt, dass das Ende naht und das Lesen wurde hin und wieder etwas zäh. Dennoch ist Rebecca Gablé der Abschluss gelungen, der den Roman gekonnt abrundet.
  • Hörbuch: Über BookBeat konnte ich hin und wieder in das ungekürzte Hörbuch, gelesen von Detlef Bierstedt, reinhören. Es ist eine prima Alternative, wenn einem das Buch mit 864 Seiten zu dick und zu schwer zum Halten ist und man sich lieber vom Sprecher in die Geschichte hineinversetzen lassen möchte.
  • Fazit: Ein gekonnter Auftakt zur Reihe Otto der Große und eine interessante Aufarbeitung der frühen deutschen Geschichte des 10. Jahrhunderts. Mich animierte das Buch zur Recherche der historischen Fakten, über die ich alles nachlesen wollte. Ein historischer Roman, der gleichzeitig unterhält als auch informiert. Genau so, wie ich solche Schmöker liebe und von der Autorin auch bisher gewöhnt war. Ein echter Gablé!

 

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© Bastei Lübbe
ISBN: 9783404172009

 

 

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  1. Hallo MOnerl,deine Rezi liest sich gut. Ich bin ja auch bekennder Fan der Autorin. Aber bei diesem geschichtlichen Hintergrund bin ich nicht so bewandert und habe deshalb bisher meine Finger von dem Buch gelassen. Und die erwähnten Kriegsszenen muss ich auch nicht so haben, meistens wird das Thema von männlichen Autoren gern ausgeschmückt. Während Gablé die Personen toll skizziert und das allgemeine Leben vorstellt.Liebe GrüßeBarbara

    1. Liebe Barbara,ja, das 10. Jahrhundert ist einem nicht so geläufig. Aber genau deshalb hat es mich gereizt, das Buch zu lesen. Die Autorin schafft es sehr gut, die Kriege in das Gesamtgeschehen einzubinden. Das sollte einen also auf keinen Fall vom Lesen abschrecken. Gablé übertreibt auch nicht, was die Beschreibungen angeht. Ich hatte nur eine kleine Phase im letzten Vierte, wo ich dachte, "haben sie denn nicht schon genug gekämpft?". Aber ohne die Kriege wäre Otto auch nicht zum "Otto der Große" geworden… 😉 GlG und ein schönes Wochenende!monerl

  2. Hey Sonja,ich habe sehr viele Bücher der Autorin gelesen und bin von jedem sehr begeistert. Nur die "Siedler von Catan" waren nicht ganz so mein Fall. Ich finde es toll, dass sie sich nun der deutschen Geschichte zuwendet. Bisher hat Rebecca Gablé immer über entlische Könige geschrieben. Das 10. Jahrhundert ist in historischen Romanen, glaube ich jedenfalls, auch nicht so oft vertreten. Die Kriegsszenen sind nicht heftig beschrieben oder so. Damit meinte ich, dass es sehr viele Kriege gibt. Verstehst du, was ich sagen will? Das Hörbuch würde dir ganz bestimmt gefallen!GlG vom monerl

    1. Danke, liebe Angela! Hast du auch den zweiten Teil gelesen? Ich muss mal bei dir schauen gehen… Ich kann dir Die Warringham-Saga sehr empfehlen! Fängt mit "Das Lächeln der Fortuna" an und ist wahrlich ein ganz besonderer historischer Roman!GlG, monerl

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