Das Honigmädchen
Rezensionen | Roman / Gegenwartsliteratur / Liebe / Romantik / Chick-Lit

[Buchvorstellung] Das Honigmädchen – CLAUDIA WINTER

10. April 2019

#60 Kurzmeinung

 

Buchbeschreibung

Die alleinerziehende Camilla kämpft an allen Fronten: Täglich muss sie sich im väterlichen Delikatessenhandel beweisen, während ihre fünfzehnjährige Tochter Marie gegen sie rebelliert. Und dann wird sie auch noch nach Südfrankreich geschickt, um mit einer Honigmanufaktur zu verhandeln – im Gepäck das tobende Mädchen und ihren nervtötenden Nachbarn, der sich ihnen spontan angeschlossen hat. Kein Wunder, dass sich das pittoreske Bergdorf Loursacq zunächst als wenig heilsam für die angespannten Gemüter erweist. Doch Camilla krempelt die Ärmel hoch – und lernt zwischen Tomatenstauden, Rebstöcken und Olivenbäumen, dass die guten Dinge im Leben erst dann auf zarten Flügeln herbeifliegen, wenn man bereit für sie ist …

 

Kurzmeinung

  • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur, Romantik
  • Handlung: Camilla versucht mit ihrer Tochter Marie zurande zu kommen. Das 15jährige Mädchen ist ihr seit der Scheidung entglitten. Camillas Vater schlägt beiden eine Reise nach Frankreich vor. Dort sollen sie sich entspannen und ihre Beziehung aufarbeiten. Zudem könnte Camilla auch die Honigmanufaktur und deren Betreiber kennenlernen, die sie eigentlich “abstoßen” wollte, da sie ein Minusgeschäft darstellen. Vor Ort aber entwickelt sich alles anders als von Camilla gedacht und ein lang gehütetes Familiengeheimnis wird aufgedeckt.
  • Charaktere: Hier liegt mein größtes Problem, denn mit den wichtigsten Protagonisten bin ich so gar nicht klargekommen, denn sehr lang entwickeln sie sich überhaupt nicht. Das ermüdete mich auf Dauer. Camilla ist als Mutter, Alleinerziehende und Berufstätige mit Ambitionen überfordert. Sie möchte ihrem Vater beweisen, dass sie in der Lage wäre, das Unternehmen alleine und erfolgreich zu führen. Doch ihre Tochter macht ihr große Probleme, die ihre Konentration stören. Camilla weiß in der Erziehungsfrage nicht mehr weiter. Diese Hilfslosigkeit und das Selbstmitleid störten mich sehr. Camilla ist weit entfernt davon eine starke und taffe Frau zu sein und dreht sich permanent im Kreis. Marie wiederum ging mir ebenso auf die Nerven, da ich sie für ihre 15 Jahre als zu bockig empfand. Für mich war ihr Verhalten in dieser extremen Form ihrer Mutter gegenüber nicht nachvollziehbar. Tobias, der Nachbar, der Camilla ein Dorn im Auge ist, für Marie jedoch eine Art besten Freund darstellt, konnte bei mir auch nicht wirklich punkten. Dagegen mochte ich Henri, Manon und Nikos sehr. Sie passten sehr gut in das erfunden Dorf Loursacq in Südfrankreich und waren ein guter Ausgleich zu den mir nicht so geliebten Charakteren.
  • Spannung: “Das Honigmädchen” ist kein Spannungsroman. Dennoch war ich gespannt darauf, was es mit der besonderen Honigmanufaktur in Frankreich auf sich hat und warum Camillas Vater, trotz des Minusgeschäfts mit ihr, weiterhin an ihr festhalten wollte. Irgendein Geheimnis verbarg sich dahinter, das wollte ich entdecken.
  • Sprache & Schreibstil: Die Geschichte liest sich sehr flüssig. Mir gefiel sehr, dass die Autorin es geschafft hat, einen gewissen französischen Flair heraufzubeschwören. Durch die  französischen Worte in den Dialogen fühlte ich mich nach Frankreich versetzt. Ich liebe diese Sprache und genoss es sehr, sie in meinem Kopf zu hören. Claudia Winter schreibt sehr bildhaft und lebendig. Der Teil der Bienen fügt sich sehr schön in die Familiengeschichte ein und rundet den Roman sehr schön ab.
  • Ende: Die Geheimnisse sind nicht leicht vorhersehbar und überraschen deshalb positiv. Das Ende ist rund, harmonisch und lässt einen zufrieden zurück, wie man es von so einem Roman erwartet.
  • Fazit: Ein interessanter Roman, der einem zum Ende hin ein sehr gutes Gefühl sowie Urlaubsstimmung hinterlässt. Der Mutter-Tochter-Konflikt sowie die Liebesgeschichte konnten mich jedoch leider nicht überzeugen. Da dies aber die Grundlage des Romans ist, muss ich leider Sterne abziehen. 


Weitere Rezensionen

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Ich danke dem Goldmann Verlag, der mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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  1. Liebe Monerl , Deine treffenden Aussagen decken sich mit meinen Empfindungen beim Lesen . Ich finde diese absolute überzogene Darstellung der Hauptprotagonisten nicht sehr gelungen . Atmosphärisch stimmt sonst einfach alles . Ein schöner Trip in die südfranzösische Landschaft !
    GLG Angela

    1. Liebe Angela,
      ja, in der Wahrnehmung der Protagonistinnen stimmen wir überein. Dich konnte der Rest dann aber wohl doch mehr begeistern als mich, wie man der Bewertung entnehmen kann. Manchmal kommt ein Buch zur richtigen und manchmal zu einer eher unpassenden Zeit. Spielt vielleicht auch eine Rolle…
      GlG, monerl

    1. Liebe Daniela,
      ich denke, die Autorin wollte schon eine sehr schöne Geschichte, mit französischen Flair gespickt, erzählen. Das ist ihr eben nur bedingt gelungen. Vielleicht waren es zu viele Themen. Mutter-Tochter-Konflikt, Familienzerwürfnis, Geheimnisse in der eigenen Familie, Liebesproblem, Bienen… Es hat mich gut unterhalten und war für Zwischendurch ganz nett. Mehr leider eben nicht.
      GlG, monerl

  2. Hallo Monerl,

    schade, dass Dich der Roman nicht so abholen konnte.
    Mein Star in dem Buch war Henri. Den alten Brummbären mit dem weichen Herzen habe ich sehr in mein Herz geschlossen.
    Seine Geschichte ging mir sehr ans Herz.
    Aber Deine Rezension ist klasse und ich keine Deine Begründungen gut nachvollziehen.

    GLG und eine schöne Restwoche.
    Anja von Tii & Ana´s

    1. Liebe Anja,
      ich stimme mit dir absolut überein – Henri war der eigentliche Star! Ich mochte ihn auch sehr. 🙂 Doch er reichte für mich nicht aus, um die Schwächen komplett zu übertünchen. Schön, dass du meine Kritik nachvollziehen kannst, obwohl du das Buch sehr mochtest!
      GlG und auch dir ein schönes Wochenende,
      monerl

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