Das lügenhafte Leben der Erwachsenen
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[Buchvorstellung] Das lügenhafte Leben der Erwachsenen – ELENA FERRANTE

6. Oktober 2020

#79 Kurzmeinung
#WirLesenFrauen

 

Buchvorstellung

Neapel in den Neunzigerjahren: Die dreizehnjährige Giovanna ist Vorzeigetochter kultivierter Mittelschichtseltern und eine strebsame Schülerin. Doch plötzlich verändert sich alles, ihr Körper, ihre Stimmung, ihre schulische Leistung und ihr Verhältnis zu den Eltern. Zufällig stößt Giovanna auf ein großes Tabu: die Vergangenheit ihres Vaters, der aus einem ganz anderen Neapel stammt, einem leidenschaftlichen, vulgären Neapel. Die Geheimnisse, denen sie auf die Spur kommt, verstören Giovanna. Wem kann sie überhaupt noch trauen? Was soll ihr Halt geben? Oder ist sie selbst bereits unrettbar verwoben in dieses lügenhafte Leben der Erwachsenen?

 

Kurzmeinung

  • Genre: Roman, Gegenwartsroman, Familiendrama
  • Handlung: Giovannas heile Welt bricht von jetzt auf nachher zusammen, nachdem sie das große Lügengebilde ihrer Eltern und anderer Erwachsener entdeckt. Sie ändert ihr Verhalten ihren Eltern gegenüber und kämpft fortan mit der Pubertät und den ganzen Fragen im Rahmen des Erwachsenwerdens.
  • Charaktere: Die Frauen sind in vorliegender Geschichte sehr vielschichtig. Wir lernen Jugendliche wie Giovanna und ihre Freundinnen kennen, die aus der gehobenen Bildungsschicht stammen. Ebenso erfahren wir viel über Giovannas Mutter (Eltern) und ihre Freunde. Das Gegenteil aus der ungebildeten, bürgerlichen Schicht bekommen wir in Form von Vittoria, Giovannas Tante väterlicherseits. Sie ist der eigentliche Star der Geschichte! Sie hat Persönlichkeit, sie ist vulgär, sie ist emotional aber auch empathisch. Sie ist hilfsbereit und gleichzeitig der personifizierte Teufel. Gegen sie verblassen alle anderen Figuren.  Die Männer dagegen sind sehr platt gezeichnet und triebgesteuert, und das durch alle Bildungsschichten und Altersklassen.
  • Spannung: Es herrscht keine Spannung vor. Recht früh fragte ich mich, auf was diese Geschichte hinauslaufen würde.
  • Schreibstil & Sprache: Die Sprache ist sehr intensiv und zum Großteil sehr vulgär. Damit wird der neapolitanische Dialekt, im Vergleich zum “Hochitalienisch”, ausgedrückt. In Italien wird der Status und die Bildung eines Menschen daran gemessen, wie gut und klar sein Italienisch ist. Am besten ist es, wenn das Italienisch von keinem Dialekt gefärbt ist.
  • Ende: Das Ende, bezogen auf Giovanna, kam für mich unerwartet und ist nicht ganz nachvollziehbar. Gleichzeitig ist es aber auch recht offen. Es wird lediglich eine kurze Episode aus Giovannas Leben und das der anderen thematisiert und verfolgt.
  • Hörbuch: Wie immer ist Eva Mattes auch hier eine sehr gute Besetzung für dieses Ferrante-Buch. Am Inhalt kann sie leider auch nichts ändern.
  • Fazit: Was Elena Ferrante eindeutig kann, ist Stimmung schaffen! Ihr gelingt es erneut ihre Leserschaft in das Neapel zu schicken, in das sie diese bereits mit Elena und Lila mitgenommen hatte. In ein Neapel voller Freundschaft, Liebe, Beziehungen, Betrug, Lügen und Intriegen. Auch hier ist zentrales Thema die Liebe, in all ihren Facetten. Doch mir persönlich war hier vieles einfach zu derb und zu vulgär. Es wiederholt sich dann immer wieder einiges und so fing mich Giovannas Rebellion gegenüber jedem und allem an zu nerven. Zu viel Gerede über Brüste, derben Geschlechtsverkehr und den Genitalien unterhalb der Gürtellinie, die mich langweilten und mir die Geschichte versauten. Hinzu kommt ein Ende, das ich in Bezug auf Giovanna nicht wirklich verstehen konnte. Doch vielleicht liegt es daran, dass ich keine 15 mehr bin. Leider habe ich mit diesem Buch kostbare Lesezeit vergeudet!

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