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[Buchvorstellung] Der Report der Magd – MARGARET ATWOOD

15. November 2017
#161 Rezension

5 von 5 Sternen




Buchbeschreibung:

Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben:  Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben …

In einem fiktiven Staat in Nordamerika haben religiöse Fundamentalisten die totalitäre Republik Gilead errichtet. Nach einer atomaren Verseuchung ist ein großer Teil der weiblichen  Bevölkerung unfruchtbar. Frauen werden entmündigt und in drei Gruppen eingeteilt:
Ehefrauen von Führungskräften, Dienerinnen und Mägde. Letztere werden zur Fortpflanzung rekrutiert und sollen nach biblischem Vorbild für unfruchtbare Ehefrauen Kinder empfangen. Können sie ihre Aufgabe nicht erfüllen, werden sie in entfernte Kolonien abgeschoben. Doch die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben…

Margaret Atwoods »Report der Magd« wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation und von Volker Schlöndorff unter dem Titel »Die Geschichte der Dienerin« verfilmt.

»Mit ›Der Report der Magd‹ hat sich Margaret Atwood in die Nachfolge von Aldous Huxley und George Orwell hineingeschrieben.« Der Spiegel


Meine Meinung:

Die Originalausgabe erschien 1985 und hat an Aktualität bis heute nicht verloren!

Das Buch ist erschreckend real, da man sich, gerade in der heutigen Welt, sehr gut vorstellen kann, wie im Untergrund schleichend ein Putsch vorbereitet wird, den man zwar irgendwie spürt, aber nicht wahrhaben will und dann ist plötzlich von heute auf morgen das Grauen die neue Wirklichkeit. Ein Grauen, so wie Gilead!

Ein totalitärer und auf religiös fantatische Grundlage gegründeter Staat, in dem Frauen wieder zu ihrer “ursprünglichen” Aufgabe zurückgedrängt wurden. Sie sind entweder Unfrauen (Frauen, die zu nichts mehr zu gebrauchen sind und in Kolonien u.a. kontaminierten Müll
sortieren), Ehefrauen (sie haben “Glück” gehabt), Tanten (ältere Frauen, sie bilden Mägde aus), Marthas (Dienerinnen, Köchinen) oder eben Mägde, so wie Desfred aus dieser Geschichte. Sie ist eine Magd. Sie ist einzig und allein dazu da, für die Ehefrau ein Kind zu gebären. Ein Kind, das mit dem Ehemann, dem Kommandanten, gezeugt wird. Desfred ist eine der wenigen fruchtbaren Frauen in Gilead und hat die “Ehre”, für ihren Haushalt und die neue Republik neue und gesunde Kinder zu zeugen, in der sich Frauen dem Mann absolut unterzuordnen haben.

Als Leser verfolgt man eine Geschichte aus Desfreds Perspektive und weiß somit nur so viel, wie die Magd selbst. Als Ich-Erzählerin berichtet sie aus ihrem jetzigen Leben als Magd sowie in Rückblicken aus ihrer Vergangenheit, als das Leben noch so war, wie wir Leser es kennen. Als noch alle Frauen heiraten durften, wenn sie wollten. Als ihnen für Ausbildung die Türen offenstanden, sie einer Arbeit nachgehen, Geld verdienen, Familien gründen, Eigentum besitzen und sich das Leben so gestalten durften, wie sie es für richtig hielten. Damals hieß
Desfred anders. Doch so langsam verblasst ihre Erinnerung an ihr früheres Leben, an ihren Mann und ihr Kind, auch an ihre versuchte Flucht. Jetzt ist sie nur noch Eigentum von (des) Fred –> eine Desfred.

Zunehmend verstört verfolgte ich diesen Bericht. Ein immenses Unbehagen befiel mich, da Atwoods Sprachstil leicht distanziert ist, deswegen aber umso grausamer. Nach und nach entfaltet sich die gesamte brutale Wirklichkeit, in der es augenscheinlich keine Freude, Liebe,
Heiterkeit und Leichtigkeit und ebenso kein Entkommen gibt. Eines Tages jedoch flackert ein kleines Fünkchen Hoffnung, das sich “Mayday” nennt…

Das Ende bildet ein Anhang zum Buch und ließ mich etwas erleichterter zurück. Auch wenn nicht ganz eindeutig geklärt ist, wie Desfreds Geschichte endet, hat es mir gereicht, um mir eine positive Entwicklung vorstellen zu können.


Fazit:

Ein Buch, das mächtig unter die Haut geht! Ein Buch, das man als Frau nicht so leicht  vergisst, insbesondere nicht, wenn man in manchen Parteiprogrammen liest, was sich diese so für die Zukunft der Frau ausgedacht haben und vorstellen können…


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© Piper Verlag

ISBN: 9783492311168

Sprache: Deutsch
Originaltitel: The Handmaid´s Tale
Originalsprache: kanadisches Englisch
Übersetzer: Helga Pfetsch
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Das Buch gibt es auch als filmische Adaption, die zurzeit als Serie auf hulu läuft.

Links das Video zu Review & Kritik von “Filmlounge”:


Wer die Unterschiede zwischen Buch und Film wissen möchte, kann sich im Bericht von EntertainTV Magazin informieren: Im Check: Buch vs. Serie


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  1. Guten Abend!Der Report der Magd lese ich gerade und bin wirklich nachhaltig beeindruckt. Sehr unaufgeregt die Geschichte und trotzdem so gewaltig. Ich bin gespannt, wie meine Rezension am Ende ausfällt, aber bisher denke ich, dass es 5 Federn werden. Ich kann gut nachvollziehen, was dich an der Geschichte beeindruckt hat. LGYvonne

    1. Guten Abend Yvonne,unaufgeregt ist ein sehr passendes Wort zu diesem Buch. Es geht so voran, man bekommt immer mehr und mehr Details mit und dennoch ist die Geschichte so intensiv oder gerade deshalb!? Ich weiß nicht genau. Bin sehr gespannt auf deine Rezi. Kannst mir gerne Bescheid geben, wenn du soweit bist. :-)GlG, monerl

  2. Hast du Alias Grace schon ins Auge gefasst? Hab die Serie geguckt und bin mit vielen Fragen zurückgelassen worden… Nun weiß ich nicht, ob das Buch auch so ist oder da alles geklärt wird. Nach deiner Kritik oben, könnte ihr Stil aber durchaus was für mich sein.

    1. Nein, das Buch kenne ich nicht, aber es steht schon eine Weile auf meiner Wunschliste! Evtl. könnte ich versuchen, es dieses Jahr von dort zu befreien. Jetzt hast du mich neugierig gemacht. 🙂 Wusste auch nicht, dass es dazu eine Serie gibt. Aber ich bin da nie so up to date…Ich empfehle dir unbedingt "Der Report der Magd". Und würde fast behaupten, dass du gut damit klarkommen würdest. Das Ende ist ja etwas offen, wobei ICH finde, dass es das gar nicht so ist. 😉 Wäre auf deine Meinung auf jeden Fall gespannt!

  3. Hi Monerl, ich lese das Buch zur Zeit immer abends und es hat mir schon wirre Träume beschert. Es liest sich faszinierend! Ich habe es in den Achtziger Jahren voll verpasst, da war ich voll mit kleinen Kindern beschäftigt ;-)…

    1. Hallo Angela,irgendwie bin ich an der Autorin bisher auch vorbeigegangen. Aber ich bin sehr froh, sie nun entdeckt zu haben! Ich möchte noch viele ihrer Bücher lesen. Ich feue mich auf deine Meinung zum Buch. Kann mir sehr gut vorstellen, dass dich die Geschichte in deine Träume verfolgt. Ist sie doch so intensiv und verstörend.GlG vom monerl

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