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[Buchvorstellung] Der Zopf – LAETITIA COLOMBANI

18. Mai 2018

Hörbuch: 3 von 5 Sternen
Buch: 2 von 5 Sternen

Widmung der Autorin“Für Olivia
                                            Den mutigen Frauen”

Buchbeschreibung:

Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente – und dieselbe Sehnsucht nach Freiheit
Drei Lebenswege, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und dennoch teilen Smita, Giulia und Sarah das gleiche Schicksal: Alle drei kämpfen mutig gegen die Widerstände des Lebens. Smita, die Unberührbare, opfert in Indien ihr Haar dem Gott Vishnu, denn ihrer Tochter soll es einmal besser ergehen. In Palermo rettet Giulia die Perückenfabrik ihres Vaters vor dem Bankrott. Und als in Montreal die erfolgreiche Anwältin und alleinerziehende Mutter Sarah erkrankt, schöpft sie mit ihrer Perücke neuen Lebensmut. In leuchtenden Bildern nehmen uns drei Sprecherinnen mit auf eine Reise rund um den Globus – eine Hymne auf das Leben und den Mut aller Frauen dieser Welt.

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Kurzmeinung:

  • Genre: Belletristik
  • Handlung: In drei Handlungssträngen erzählt die Autorin von drei Frauen, die auf der einen Seite nicht unterschiedlicher sein könnten aber andererseits mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Sie müssen sich in ihrem Umfeld behaupten. Tun sie das nicht, werden sie ansonsten “nur” als Frauen wahrgenommen, die mit ihrem (fremdbestimmten) Leben zufrieden sein und nicht nach etwas streben sollten, das eigentlich Männern zusteht. Smita, Inderin und Unberührbare, eine von der Gesellschaft Ausgestoßene, überwindet alle Sorgen und Ängste und nimmt ihr Schicksal und das ihrer Tochter in ihre Hand und will sich dem für sie vorgezeichneten Weg nicht fügen. Ihre Tochter soll es mal besser gehen als ihr. Sie soll die Chance bekommen, jemand zu werden. Giulia, die hübsche, umsorgte italienische Tochter soll sich eigentlich nicht um ihre Zukunft kümmern. Durch Zufall findet sie heraus, dass ihr Vater ihre Zukunft quasi verspielt hat und das möchte sie so nicht länger hinnehmen. Und dann wäre da noch Sarah, eine kanadische Anwältin, die sich als Frau fast unsichtbar gemacht hat, um in einer Männerdomäne erfolgreich sein zu können und nur nach ihrem Erfolg gemessen zu werden. Doch dieser rückt in den Hintergrund, als bekannt wird, dass sie sehr krank und damit verletzlich geworden ist.
  • Charaktere: Alle drei Frauen mochte ich, auch wenn mir Giulia etwas zu naiv und zu verspielt war. Dagegen empfand ich die Anwältin Sarah ein bisschen zu forsch. Ihr fehlte so jegliche Weiblichkeit. In der Charakterisierung ihrer Protagonistinnen bediente die Autorin fast jedes Klischee.
  • Spannung: Leider war die Geschichte sehr vorhersehbar. “Der Zopf” bzw. Haare verbinden alle drei Frauen. Smita opfert ihre schönen und langen Haare für eine bessere Zukunft. Solche von Inderinnen gespendeten Haare werden in Europa wegen ihrer Länge und Beschaffenheit als qualitativ hochwertig eingestuft und als Echthaar für Extensions und zur Herstellung von Perücken verwendet. Hier kommt Giulia mit ihrer Perückenfabrik ins Spiel. Der Kreis schließt sich mit Sarah, die durch ihre Krebserkrankung ihre Haare und damit auch ihr Selbstbewusstsein verliert und diese durch so eine besondere Perücke wieder zurückgewinnt. Somit werden die drei Handlungsstränge durch den Zopf miteinander verflochten. Alles ist klar und fügt sich wie erwartet zusammen. Die Autorin wartet mit keinen Überraschungen auf. Der Klappentext sagt alles. Es passiert nicht mehr und nicht weniger.
  • Schreibstil: Sehr einfach, dennoch sehr bildhaft und und voller Emotionen. Dadurch lässt sich das Buch schnell lesen bzw. gut hören.
  • Ende: Am Ende wird alles gut oder wie heißt es so schön… Ich hatte mir von dieser Geschichte mehr Tiefgang erwartet. Alle drei Handlungsstränge sind sehr kurz und fallen deshalb zu oberflächlich aus. Das Buch hätte gute 100 Seiten mehr vertragen und damit inhaltlich tiefer gehen können. Dann wäre die Autorin auch sicherlich mit weniger Klischee ausgekommen.
  • Hörbuch: Ich bin sehr froh das Hörbuch gehört zu haben, da dieses durch die drei verschiedenen Sprecherinnen das Buch eindeutig aufwerten. Ein jede verleiht ihrer Figur eine eigene Stimme, die sehr gut zur jeweiligen Charakterisierung passt.
  • Fazit: Ein leichter und unterhaltsamer Roman, der einen kleinen Einblick in die verschiedenen Kämpfe von Frauen gewährt, dabei leider zu sehr an der Oberfläche bleibt. Wer sich aus dem Alltag träumen und nach dem Lesen / Hören gut fühlen will, ist mit diesem Buch bestens bedient.

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Gelesen von: Andrea Sawatziki, Eva Gosciejewicz, Valery Tscheplanowa
Spieldauer: 5 Stunden 42 Minuten
Version: ungekürzt
© BookBeat / Argon Verlag
Erscheinungsdatum: 21. März 2018
Originaltitel: La tresse
Originalsprache: französisch
Übersetzer: Claudia Marquardt
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  1. Hallo Monerl,
    ich habe jetzt auch deine Rezi gelesen. Ich kann dir zustimmen, dass die geschichte noch rund 100 Seiten mehr gut vertragen hätte! habe ich auch als Minuspunkt angegeben. Außerdem sind die drei Geschichten sehr unterschiedlich…diese um Giula und Sarah fand ich durchschnitlich. Aber mich hat die Geschichte rund um Smita und Lalita so berührt…ich fand diese einfach wunderbar! Und die Idee, wie sich die drei Handlungsstränge und die Geschichte der drei Frauen ergänzen, fand ich ebenfalls großartig.
    Liebe Grüße
    Martina

    1. Liebe Martina,
      danke für deinen Gegenbesuch! Auch mich hat die Geschichte um Smita und ihre Tochter berührt. Ich hätte sehr gerne ein ganzes Buch mit diesen beiden gelesen. Bei der Idee stimme ich dir auch zu, sie war gut ausgeklügelt, an der Umsetzung haperte es für mich. Vielleicht wird der Film ja top?!
      GlG, monerl

  2. Huhu Monerl, so verschieden sind die Geschmäcker.
    Ich finde die Geschichten und ihre Verwebung sehr gelungen und auch die Vertonung ganz klasse. Aber das macht es so spannend, dass nicht jedem alles gleich gut oder schlecht gefällt!
    LLG Heike

    1. Hey Heike,
      das stimmt! Dir hat das Buch ja prima gefallen. Ich weiß auch nicht, irgendwie hatte ich viel mehr erwartet, vor allem mehr Tiefe. Aber es freut mich, dass du mit dem Buch schöne Stunden verbracht hattest.
      GlG, monerl

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