Schatten von drei Kamelen auf einer Düne in der Wüste
Rezensionen | Sachbuch

[Buchvorstellung] Die acht Lektionen der Wüste – NICHOLAS JUBBER

17. Januar 2019

#266 Rezension

 

Buchbeschreibung

Bereits als Kind tauchte der Brite Nicholas Jubber ein in den Lebensraum der Nomaden Nordafrikas – auf dem Schoß seines Vaters beim gemeinsamen Star-Wars-Schauen. Seitdem faszinieren ihn die Sahara und die Rituale ihrer legendären Bewohner. Inzwischen ist er länger mit den Nomaden Nordafrikas unterwegs gewesen als jeder andere Europäer unserer Zeit. In »Die acht Lektionen der Wüste« nimmt er uns mit auf eine Entdeckungsreise an der Seite der legendären Bewohner der Wüste. Er lässt uns teilhaben am jahrtausendealten Wissen der Berber, Tuareg und Fulbe, lernt in einer Salzkarawane, was wahrer Reichtum ist und öffnet uns die Augen für den Nomaden in jedem von uns.

 

Meine Meinung

Die Wüste fastziniert mich sehr, seit ich sie das erste Mal erleben, spüren und atmen durfte! Diese wundersamen Hügel aus Sand, die sich ständig wandeln, dir das Laufen erschweren und dich zu deinem inneren Kern bringen, da es dort nicht viel Ablenkung gibt. Umso gespannter war ich zu erfahren, was der Autor über die Wüste und seine Erlebnisse auf der Reise bis nach Timbuktu in Mali zu erzählen weiß. Welche Lektionen gibt uns die Wüste?

Wir erfahren von der schon kindlichen Faszination Jubbers für die Wüste. Sein Unterfangen, als Europäer durch so viele arabische und afrikanische Länder zu reisen, ist nicht von jetzt auf nacher umsetzbar. Der Arabische Frühling macht ihm einen Strich durch die Rechnung, terroristische Gruppen sind eine Gefahr, Stammesrituale und Regeln für Menschen, die mit den Nomaden / Beduinen in Kontakt treten wollen müssen beachtet werden unvm. Er muss sich organisieren, vieles bedenken und doch geht es irgendwann los.

Auf seiner Reise erlebt er sehr viel Spannedes aber auch viel Elend. Dabei stellt er Vergleiche zu Leo Africanus an, der ebenfalls die Sahara bis nach Timbuktu bereiste und dies in seinem Werkt Descrittione dell’Africa veröffentlichte. So kann man auch als Leser kleine Einblicke in die Unterschiede oder die Gemeinsamkeiten der Reisen feststellen, zwischen denen fünf Jahrhunderte liegen.

Was mir sehr gut gefallen hat ist, dass Nicholas Jubber seine Reise und seine Erlebnise nicht verklärt. Offen erzählte er über Missstände und Zustände. Aufgelockert wird alles durch einige schöne, bunte Bilder, die auf der Reise entstanden sind.

Warum der Verlag diesen Titel gewählt hat, erschließt sich mir nicht ganz. Denn aufgrund des Titels hatte ich eine etwas andere Vorstellung (zur Gliederung) des Reiseberichts. Am Ende jedes Kapitels wird kurz auf die jeweilige Lektion eingegangen, die ich mir jedoch anders vorgestellt hatte.

Ganz toll fand ich am Ende des Buches Erklärungen zu vielen arabischen Begriffen, die der Autor im Bericht verwendet.

 

Fazit

Im Großen und Ganzen ist dies ein schöner und umfassender Reisebericht, der dem Leser die karge Wüste und das Leben mit ihr und darin zeigt. Es gibt viel zu lernen. Nach diesem Buch fühlt man sich den Nomaden etwas näher und beginnt sie zu verstehen. Doch leider konnte ich Jubbers Liebe und Begeisterung für die Wüste nicht richtig erfühlen. Desahlb konnte mich sein Reisebericht auch irgendwie nicht richtig mitreißen, obwohl er voller Informationen ist.


Weitere Rezensionen

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Ich danke MairDumont, der mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt habt.

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  1. Liebe Monerl,

    mir geht es ja wie Daniela. Ich kann mit der Wüste nicht viel anfangen. Heiß, heißer, am heißesten. Ich schwitze schon bei der Vorstellung! Aber! Gerade bei den Dingen, denen ich nichts abgewinnen kann und andere davon begeistert sind, will ich verstehen. Daher wage ich mich immer wieder an so Bücher dran.
    Ich finde, Deine Rezension liest sich für mich sehr positiv und ich würde das Buch gerne lesen. (So viel zu den 3 Sternen. 😉 ). Vielleicht magst Du es mir leihen?
    Lois Pryce (die mit dem Motorrad) fährt übrigens auch einmal südlich quer durch den Kontinent.

    Hier ist der Tag, von dem ich Dir erzählt habe. Ich würde mich sehr, sehr, sehr freuen, wenn Du ihn machst. Und Du hast natürlich alle Zeit der Welt damit. http://morgenwald.eu/top-ten-thursday-mein-charakter/

    Liebe Grüße
    Petrissa

    1. Liebe Petrissa,
      mir geht es ähnlich wie dir! Oftmals nehme ich auch solche Bücher zur Hand, von denen ich weiß, dass bestimmte Leute davon begeistert sind, um versuchen können zu verstehen, was dran ist. Sehr gerne leihe ich dir das Buch! 🙂
      GlG, monerl

  2. Hi monerl,

    für mich ist die Wüste ja nichts. Endlose weite Fläche mit viel Hitze und ohne Bäume … bewundernswert, staunenswert, wie man dort leben kann und faszinierend, wenn Menschen diese Landschaft lieben.

    Du warst schon in der Wüste? Ist eine erneute Reise dorthin geplant?

    Am interessantesten an diesem Buch finde ich noch den Vergleich zwischen dem Reisen früher und heute.

    LG
    Daniela

    1. Hey Daniela,
      ach, die Wüste! Ich war schon ein paarmal in der Wüste und es ist für mich jedes Mal ein ganz besonderes Erlebnis! Wenn ich könnte, würde ich sehr gerne ein Plätzchen in einer Oase als meinen Altersruhesitz bestimmten. Die Wüste lebt mehr, als sich die meisten Leute vorstellen können. Zudem gibt es nichts Schöneres, als der Stille der Wüste zuzuhören und ganz oben, auf der Spitze einer Düne, den Sonnenuntergang zu betrachten und beim Mondaufgang dabei zu sein. Ich habe noch nichts Gewichtigeres erlebt, als den Mond aufgehen zu sehen!
      Mal sehen, wann ich wieder in die Wüste komme… Am liebsten wäre mir morgen!
      Ja, die Vergleiche von früher und heute fand ich auch sehr spannend und gelungen.
      GlG, monerl

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