Graphic Novel / Comic | Rezensionen

[Buchvorstellung] Die Adoption: La Garúa – ZIDROU / MONIN

16. August 2018

#245 Rezension


Buchbeschreibung

Kaum hat Griesgram Gabriel sich mit seiner unerwarteten Rolle als Adoptiv-Opa abgefunden, ja, echte Zuneigung zu der kleinen Qinaya gefasst, da hagelt es Schicksalsschläge: Die Adoption der süßen Peruanerin scheint nicht ganz legal abgelaufen zu sein, und Gabriels Sohn wandert ins Gefängnis. Viel schlimmer ist jedoch, dass Qinaya ihrem neugefundenen Heim entrissen wird, um zurück in ihr Heimatland geschickt zu werden. Das kann und will Gabriel nicht akzeptieren, uns so bricht er auf seine alten Tage auf zu einer waghalsigen Reise…

Eine Geschichte voller überraschender Momente, die unweigerlich berühren.


Meine Meinung: VORSICHT SPOILER AUS BAND 1!

Der zweite Teil fängt ca. 1,5 Jahre nach dem ersten an. Qinaya ist in ihre Heimat zu ihrer leiblichen Mutter zurückgekehrt. Doch Gabriel will sie nicht gehen lassen. Er hat eine Weile gebraucht, um mit ihr warm zu werden und anzunehmen, dass er von jetzt auf nachher Adoptiv-Opa geworden war. Doch kaum war der Funke übergesprungen, ging er voll in seiner Funktion auf.

Mutig wagt er sich in ein ihm unbekanntes Land und sucht Qinaya. Doch er muss feststellen, dass 1,5 Jahre für so einen kleinen Menschen viel Zeit bedeuten. Geknickt akzeptiert er, dass Qinaya nicht mehr zu seiner Familie gehört bzw. er nicht mehr zu ihr und ihrer Familie gehört. In all seiner Trauer begegnet er einem anderen Vater, der seine Tochter bei dem Erdbebenunglück (aus Band 1) verloren hat und nun darauf wartet, dass sie genetisch identifiziert wird, damit er sie nach Hause überführen kann. Die beiden Männer kommen sich näher und nutzen die Wartezeit um Sightseeing in Peru zu machen. Durch die Gespräche mit dem anderen Vater wird Gabriel gezwungen an seinen eigenen Sohn zu denken, der im Gefängnis ist und zu dem er den Kontakt abgebrochen hat.

Dieser zweite Teil ist traurig und voller Schmerz. Viele Verluste müssen bewältigt und verarbeitet werden. Monin schafft es aber ganz wundervoll diese Trauer und Düsternis in die Bilder einzuarbeiten. Sein Zeichenstil ist sehr speziell, intensiv und detailgetreu. Beim Betrachten der Gesichtszüge kann jede Emotion abgelesen werden. So gelingt es Zidrou und Monin die gewollten Emotionen beim Leser zu wecken. Der Autor behält auch in diesem Teil einen ganz bestimmten Galgenhumor bei, der die Geschichte aufzulockern vermag.


© Splitter Verlag
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Fazit

Eine Geschichte, die mehrfach tief unter die Haut geht. Der Fokus auf die Familie, die Liebe von Eltern zu Kindern (und umgekehrt) im Alter ist auf wenige Seiten faszinierend transportiert und umgesetzt. Die Worte und insbesondere die Bilder berühren und bringen einen zum Nachdenken. Eine sehr lesenswerte Geschichte, die wichtige Themen auf eine ganz spezielle Art darstellt.


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  1. Ich hab es nun auch schon gelesen (und noch keine Kritik oben), muss aber sagen, dass mich der Band nicht SO mitgenommen hat, wie der erste Teil. Er war gut, wunderbar umgesetzt, der Zeichenstil ist immer noch der Hammer, aber irgendwie, hat es mich dann doch nicht so mitgerissen, wie den Auftakt.c

    1. Hey,
      schade, dass dich Teil 2 nicht so überzeugen konnte! Ich fand den Themenwechsel in diesem Buch super gelungen. Auch, wie sich Autor und Illustrator auf das schwere Thema Eltern-Kinder eingelassen haben. Das war nicht einfach umzusetzten und das auch noch auf so wenigen Seiten. Die Mimik der Personen im Buch finde ich ganz wunderbar. Ein echter Können, der Monin!
      GlG, monerl

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