Die andere Schwester
Rezensionen | Roman / Gegenwartsliteratur / Liebe / Romantik / Chick-Lit

[Buchvorstellung] – Die andere Schwester – KRISTIN HANNAH

22. Februar 2018
#194 Rezension

Rezensionsexemplar
2 von 5 Sternen

Widmung der Autorin“Für meine Schwester Laura, für meinen Vater Laurence. Und – wie immer- für Benjamin und Tucker. Ich liebe euch alle.”

Buchbeschreibung:

Seit Jahren haben die Schwestern Claire und Meghann kaum Kontakt. Dann möchte Claire einen Mann heiraten, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt hat. Davor will sie die ältere Meg unbedingt bewahren – ist sie doch selbst zu oft enttäuscht worden, als dass sie noch an Liebe glauben könnte. Ausgerechnet jetzt lernt Meg jemanden kennen, der es wert wäre, ihre Angst vor Nähe zu überwinden. Doch dann droht den Schwestern ein erneuter Verlust, und sie werden gezwungen, sich ihrer schwierigen Vergangenheit zu stellen. Ein so kluger wie gefühlvoller Roman über zwei ungleiche Schwestern.

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Die Autorin hatte mich mit ihrem letzten Buch sehr begeistert. “Die Nachtigall” war für mich ein historisches Lesehighlight in 2016 und ich habe seitdem sehnsüchtig nach einem weiteren Buch von Kristin Hannah Ausschau gehalten. In der Verlagsvorschau des Aufbau Verlags entdeckte ich dann den Titel “Die andere Schwester” und war begeistert. Ich wollte wissen, ob Kristin Hannah ihr letzten Buch toppen oder ob sie mindestens das von ihr gesestzte Level halten kann.

Leider habe ich im Vorfeld nicht entdeckt, dass es dieses Buch schon gibt. In 2006 veröffentlichte der Ullstein Verlag das Buch unter dem Titel “Wer zu lieben wagt”. Und damit ist schon fast alles gesagt. Die Autorin hat meine hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllt. Konnte sie auch nicht, da das vorliegende Buch Jahre vor ihrem Bestseller geschrieben wurde. Leider.

“Die andere Schwester” ist ein Gegenwartsroman, der eigentlich in die von mir sehr, sehr selten gelesene Sparte der Chick-Lit-Bücher einsortiert werden kann. Die Geschichte war für mich von Anfang bis zum Ende absolut vorhersehbar. Es gab, bis auf eine, keine wirklichen Überraschungen.

Die jüngere Schwester Claire glaubt an die große Liebe, die sie endlich mit Mitte 30 gefunden hat, Meghann, die einige Jahre ältere, kann sich nach einer schweren Enttäuschung nicht mehr auf die Liebe einlassen. Grund dafür ist die Mutter. Eine schrecklich oberflächliche Person, die keine echten Muttergefühle aufweist, egoistisch ihre Karriere verfolgt, ihre kleinen Kinder viel allein gelassen hat und im schönsten und schlimmsten Moment im Leben ihrer Tochter zeigt, dass sie es nicht verdient hat “Mutter” genannt zu werden.

Lange Zeit gibt es ein Geplänkel zwischen den Schwestern. Ein Hin und Her ohne Substanz. Die eine traut sich der anderen nicht zu sagen, was endlich mal gesagt werden müsste. Dafür bezahlt Meghann viel Geld an ihre Therapeutin, die ihr zwar helfen soll, sie sich aber permanent den Vorschlägen verweigert. Somit stapft sie seit Jahren immer auf der gleichen Stelle und ergießt sich in Selbstmittleid und Härte gegenüber anderen.

Ich wurde einzig von dem misteriösen Joe angetrieben, das Buch weiterzulesen. Ihn hat ein schweres Schicksal getroffen, welches, das wird erst zum Schluss verraten. Doch bis Joe so langsam ins Rampenlicht rückt, musste ich im eBook bis ca. 60% warten! Das ist über die Hälfte des Buches!

Leider konnte mich das Buch auch danach nicht abholen. Flache Dialoge, eine vor sich hin plätschernde Geschichte, unsympathische Charaktere und Hollywood pur. Ich suchte vergeblich nach der Kristin Hannah aus “Die Nachtigall”, die damals Atmosphäre schaffen konnte und sprachlich einen grandiosen Roman vorgelegt hat. “Die andere Schwester” ist weit davon entfernt. Die meiste Zeit langweilte ich mich beim Lesen und wartete darauf dass das eintraf, was ich mir vorgestellt hatte. Immerhin waren das kleine Erfolgserlebnisse.

Ich bin sehr traurig und enttäuscht, da die Werbung des Verlags mir hier ein falsches Buch suggeriert hat. Mit dem Buch hätte es vielleicht was werden können, wäre es heute geschrieben worden. So jedenfalls war es leider nichts für mich.

Fazit:
“Die andere Schwester” ist ein Buch, das ich absolut falsch eingeschätzt habe. Es ist eine Liebesgeschichte auf mehreren Ebenen: Liebe von Eltern zu Kindern, die Liebe zwischen Geschwistern und die Suche nach der einen ganz großen Liebe und was diese ausmacht. Das alles jedoch ohne großen Anspruch und Tiefgang. Ein Buch, das sich sicherlich eine große Fangemeinde erobern könnte, würde man es richtig bewerben.

Weitere Rezensionen:

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Ich
danke dem Aufbau Verlag und dem Portal Netgalley, die mir freundlicherweise
das eBook als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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© Aufbau Verlag
ISBN: 9783746634289

Originaltitel: Between Sisters
Originalsprache: amerikanisch
Übersetzer: Hedda Pänke
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  1. Liebes Monerl,ich kann deinen Frust gut verstehen. Mehr Transparenz hätte hier vielleicht einen geringeren Absatz, aber dafür zufriedenere Leser/Innen gebracht.Liebe Grüße, Heike

    1. Liebe Heike, das denke ich auch. Wobei man als Leser, wenn der Verlag offen gewesen wäre, auch eine andere Erwartungshaltung entwickelt hätte. Meine wäre nicht so hoch gewesen. Hätte ich dieses Buch zeitlich richtig einordnen können, hätte ich gewusst, worauf ich mich einlasse und evtl. mehr "Milde" walten lassen können. So war ich enttäuscht UND frustriert. Ich habe jedenfalls daraus gelernt. Das wird mich hoffentlich nicht mehr so schnell passieren! ;-)GlG, monerl

  2. Hey Tina,da muss ich mal bei dir nach "Die Nachtigall" schauen gehen. Ich hoffe, du hast eine Rezi geschrieben…Es war halt ein sehr emotionales und atmosphärisches Buch. Die Charakterzeichnung und -veränderung hat mir sehr gut gefallen in ihrem letzten Buch. Zudem gab es einen Fokus auf französische Juden. Darüber hatte ich bisher so auch noch nichts gelesen. Es gab geschichtlich für mich doch einiges Neues zu entdecken.Ich habe mich wirklich sehr geärgert. Zwischen den beiden Büchern liegen ca. 10 Jahre, in denen sich die Autorin natürlich weiter entwickelt hat. Die Chancen standen zeimlich schlecht, dass mir das Buch gefallen wird. Ich wollte eigentlich nur wissen, was für ein Buch sie nach dem Bestseller schreiben wird. Die Thematik hatte mich ja eigentlich nicht so sehr interessiert. Na ja, ich werde jetzt auch immer genau schauen müssen, um mir so eine derbe Enttäuschung zu ersparen.GlG, monerl

  3. Hallo Monerl,ich kenne "Die Nachtigall" auch, war aber nicht ganz so begeistert wie du. Mir war die Geschichte teilweise zu trivial, aber nichtsdestotrotz ein Beitrag gegen das Vergessen und sehr spannend und aufwühlend geschrieben. Das Phänomen, dass "ältere" Bücher von Bestseller-Autor*innen nachträglich aufgelegt werden, ist echt ärgerlich. Ich bin bei Jojo Moyes, deren "Ein ganzes halbes Jahr" mir sehr gefallen hat, darauf hereingefallen. Seitdem schaue ich immer genau nach, wann ein Roman zum ersten Mal erschienen ist,GlG Tina

    1. Liebe Gisela,irgendwie tut es gut auch mal zu hören, dass es jemandem genauso ging wie mir. Dennoch wünsche ich dir natürlich eine gute Lektüre. Bin gespannt, ob du noch reinfinden wirst oder nicht.GlG, monerl

  4. Hi Monerl,das ist ja wirklich blöd gelaufen und ich kann Deine Enttäuschung gut verstehen. Mich ärgert es auch immer wenn der Titel geändert wird, ohne es zu kennzeichnen.Ich habe vor etwa 3 Jahren mal "Ein Garten im Winter" von der Autorin gelesen und das hat mir ganz gut gefallen.Liebe GrüßeEla

    1. Hallo Ela,bisher war "Die Nachtigall" mein erstes und einziges Buch der Autorin. Und wenn ich ehrlich bin, wusste ich gar nicht, dass sie schon so viele Jahre schreibt und einige Bücher veröffentlicht hat, die auch ins Deutsche übersetzt wurden. Nach "Die andere Schwester" traue ich mich jetzt aber nicht mehr so recht an ein älteres Buch ran. Ich schaue jedoch mal, was das für eins ist, das du gelesen hast. :-)Ich finde, wenn ein Buch neu aufgelegt wird, dann sollte das unbedingt ganz vorne stehen, damit man gleich darüber stolpert. Und auch in der Werbung fürs Buch, sollte das erwähnt werden. Man kann ja nicht alles wissen oder sich an alles erinnern… Aber hinten, nach der Danksagung im Impressum zu schreiben, dass es dieses Buch bereits gibt, finde ich irgendwie schäbig.GlG, monerl

  5. Hey monerl, wow! Nach dem Cover und dem Titel hätte ich damit jetzt nicht gerechnet. Ich hasse es auch, wenn alte Bücher neu aufgelegt werden und dieser Umstand aber verschwiegen wird. So, wie du das Buch vorstellst, hätte es wirklich gut werden können. Schade, dass dem nicht so ist. LGTilly

    1. Hey Tilly,das ist das 1. Mal, dass mir das so passiert. Hab noch nie ein Buch gelesen, dass es schon auf dem Markt gibt, dieses aber neu aufgelegt wurde. Jedenfalls wusste ich dann aber, dass es so ist. Ich hatte dem Buch nur deshalb eine Chance gegeben, obwohl mich der Klappentext nicht ganz überzeugt hat, weil ich dachte, dass es eben das neuste Buch der Autorin ist. Na ja, jetzt weiß ich, dass ich besser aufpassen muss. :-)GlG, monerl

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