Die Fliedertochter
Historisch | Rezensionen

[Buchvorstellung] Die Fliedertochter – TERESA SIMON

2. April 2019

Buchbeschreibung

Eine geheimnisvolle Schneekugel. Das Erbe einer starken Frau. Eine Liebe, die sich nie erfüllt hat.

Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist …

Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird …

 

Meine Meinung

Wer historische Familienromane mit Geheimnissen auf zwei Zeitebenen liebt, muss unbedingt zu dieser Geschichte greifen, denn auch mit diesem Buch wird der*die Leser*in von der Autorin wieder in die Zeit der Naziherrschaft mitgenommen. Dieses Mal geht es in das wunderschöne, historische Wien.

Wir begleiten Luzie Kühn, die 1936 vor Goebbels von Berlin nach Wien flieht, um dort bei ihrer anderen Familie unterzukommen. Sie lernt Wien lieben und kann am Theater ihre künstlerische Ader entfalten.

Österreich bleibt nicht lange von Hitlers Herrschaft verschont. Die dunkle Zeit bricht auch dort aus, Juden und andere Minderheiten werden gejagt und verfolgt und ermordet. Luzie muss harte Schicksalsschläge einstecken, sich von geliebten Menschen verabschieden. Sie schreibt über ihr Leben in ihre Tagebücher, die die Brücke zur Gegenwart werden.

Paulina, die Protagonistin im Handlungsstrang von 2018 wird in die Familiengeschichte der Matuseks verwickelt, die 1936 ihren ersten Wendepunkt erreicht. Durch die Tagebücher wird sie in die Vergangenheit gezogen, kann sich dem damaligen Schrecken kaum entziehen und entdeckt dabei Geheiminisse, von denen sie ursprünglich nichts geahnt hatte.

Dabei spürt man in jeder Zeile die Liebe der Autorin zur Stadt! Ganz hingerissen liest man über die verschiedenen Sehenswürdigkeiten Wiens, über ihre historische Bedeutung(en) und möchte sich am liebsten in ein Wiener Café auf eine oder mehrere Wiener Melange beamen.

Wieder gelingt Teresa Simon gekonnt die Verknüpfung der Vergangenheit mit der Gegenwart. Mehr als einmal liest man über ihre Protagonisten, wie sie zur aktuellen (politischen) Lage in Deutschland steht und dass sie eine Verfechterin des kulturellen Miteinander ist.

Flüssig und spannend verfolgt der*die Leser*in Luzies und Paulinas Wege, die sich ab und zu ähneln und doch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.  Beide Protagonistinnen entwickeln sich hervorragend. Aus sehr jungen werden selbstbewusste Frauen, die an Schwierigkeiten wachsen und ihren Problemen die Stirn bieten.

Durch einige Wendungen in der Geschichte bleibt es spannend. Zum Schluss sind alle Fragen und Unstimmigkeiten geklärt. Als Leser*in fühle ich mich klüger, aufgeklärter und sehr gut unterhalten!

 

Fazit

Mit ihrem neuesen Roman ist es Teresa Simon gelungen auf all ihre Geschichten noch eine Schippe draufzusetzten! War bisher das Debüt “Die Frauen der Rosenvilla” mein Lieblingsbuch, wurde es jetzt durch “Die Fliedertochter” vom Sockel gestoßen. Wer vor der Lektüre noch kein Fan von Wien war, wird es spätestens danach sein! Absolute Leseempfehlung!


Weitere Rezensionen

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Ich danke der Agentur der Autorin sowie der Autorin selbst, die mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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Bücher der Autorin

1. “Die Frauen der Rosenvilla

2. “Die Holunderschwestern

3. “Die Oleanderfrauen

4. “Die Fliedertochter“

 

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  1. Hallo monerl,

    ich höre mittlerweile so oft (und immer gutes) von Teresa Simon, dass ich auch gern etwas von ihr lesen möchte. Die Cover und die Titel finde ich alle sehr ansprechend, daher muss ich mich mal durch die Klappentexte arbeiten und dann entscheiden, welches mir am ehesten zusagt 🙂

    Liebe Grüße
    Julia

    1. Liebe Julia,
      diese Autorin darfst du nicht auslassen! Wenn du mich fragst, empfehle ich dir auf jeden Fall das neueste Buch, das für mich das beste ist. Danach kommt dann das Debüt “Die Frauen der Rosenvilla”, das mich ebenso sehr berührt hat. Ich bin so gespannt, ob dich Teresas Geschichten auch so überzeugen können!
      GlG, monerl

  2. Hi Monerl,
    ich glaube, das ist eines der seltenen Momente, in denen mich das Cover und der Titel abschreckt…
    Obwohl beide ja seltsamerweise gar nichts mit der Geschichte zu tun haben zu scheinen.
    Wie auch immer, mein Bedarf an solchen Büchern ist momentan gedeckt, so etwas ähnliches hatte ich erst kürzlich und ich kann nicht sagen, ein riesen Fan zu sein.
    LG
    Daniela

    1. Hey Daniela,
      lass dich nicht vom Cover und Titel abschrecken! Auf den Titel wird gegen Ende des Buches eingegangen. Danach weiß man, warum das Buch so heißt. Ich finde das Cover eigentlich sehr schön. Es hat eine gewisse Sanftheit und strahlt für mich auch irgendwie Freude aus. Es ist kein Liebesroman in dem Sinne, wie das Cover dir vielleicht vermittelt. Es ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt. In der Vergangenheit geht es um die Nazizeit in Österreich. Darin wird eben ein Schicksal der Protagonistin und ihrer Familie beschrieben. Den Gegenwarts- und den Vergangenheitsstrang verbindet ein Geheimnis, das nach und nach aufgedeckt wird. Die Autorin schreibt sehr schön, bildhaft und interessant. Einen Versuch wär´s bestimmt wert. 🙂
      GlG, monerl

      PS.: Welches ähnliche Buch meinst du eigentlich?

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