Die Harpyie
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[Buchvorstellung] Die Harpyie – MEGAN HUNTER

14. April 2021

#415 Rezension
#WirLesenFrauen

 

Buchbeschreibung

Als Lucy erfährt, dass ihr Ehemann Jake sie betrügt, soll eine verhängnisvolle Abmachung die Ehe retten: Drei Mal darf Lucy Jake bestrafen. Wann und auf welche Weise, entscheidet sie. Ein gefährliches Spiel zwischen Rache und Vergebung entbrennt – und schließlich erwacht eine Seite in Lucy, die schon immer tief in ihr geschlummert hat. Bildreich und sprachmächtig erzählt Megan Hunter ein atemberaubendes, dunkles Märchen über eine Verwandlung, aus der es kein Zurück mehr gibt. 

«Die Harpyie» erzählt eine packende Geschichte über Liebe und Verrat, Mutterschaft und Frausein, Wut und Befreiung. Ein Roman von archaisch-mythologischer Kraft und zugleich gegenwärtiger gesellschaftlicher Relevanz.

 

Meine Meinung

Dieses Buch ist gefühlt in aller Munde und scheint zu polarisieren. Nach vielen unterschiedlichen Rezensionen, die ich gesehen habe, wollte ich mir dann doch eine eigene Meinung über dieses gehypte Buch machen und wurde enttäuscht.

Das Beste am Buch ist das Cover! Es ist ein absoluter Hingucker, der sogar mich überzeugte, obwohl mir Cover nicht so wichtig sind.

Ich erwartete eine Story voller Emotionen, die durch enttäuschte Liebe und Betrug zu einer übermächtigen Rache anschwellen und alles um sich herum vernichten. Ich spüre jedoch beim Verfassen dieser Rezension mehr (enttäuschte) Emotionen in mir als beim Lesen des Buches.

Megan Hunter hatte eine tolle Idee, die mächtig an der Umsetzung scheiterte. Kurz und knapp erzählt sie in schnellen Kapiteln die Handlung. Die enttäuschte Ehefrau kann ihrem Mann den Seitensprung nicht vergeben. Ihre drei Bestrafungen, die sie nun frei hat, um sich für sein Fehlverhalten zu revanchieren, haben sprachlich überhaupt keine Kraft. Die Autorin schreibt alles einfach so nieder, ohne dass sie mich als Außenstehende in diese Tragödie hineinziehen konnte.

Die angekündigte Verwandlung der Protagonistin, die sich nach und nach als eine Harpyie entpuppen sollte, geschieht in kurzen, kursiv eingefügten Absätzen vor (fast) jedem Kapitel. Doch das ist einfach zu wenig. Ich fühlte keine Verwandlung, keine Emotionen, kein Berauschen. Ich las nur ein paar wenige Gedanken aus der Vergangenheit und die Faszination eines Kindes und einer jungen Frau über die Figur der Harpyie. Als Lucy zur Harpyie wird und die Story beginnen könnte ist das Buch zu Ende.

Die Autorin zeigt durch Lucy in ihrem Roman ganz gut auf, mit welchen Problemen viele Frauen heutzutage zu kämpfen haben: für den Wunsch einer Familie die Aufgabe von Karriere, Mutterdasein in Verbindung mit Arbeit, um auch mehr als „nur“ Mutter und Hausfrau zu sein, die Unzufriedenheit, die das ganz auslöst usw, zudem kommt Lucy aus einer Familie, in der der Vater gewalttätig der Mutter gegenüber war. Leider verbindet die Autorin das alles nicht kraftvoll miteinander, damit ihre Protagonistin glaubhaft rüberkommt. Lucys (Über)Reaktion und Jakes bei ihr bleiben wollen konnte ich nicht nachvollziehen.

 

Fazit

Es hätte daraus eine grandiose Geschichte werden können, wenn die Autorin ihr mehr Inhalt, Handlung und Emotionen gegeben hätte. So aber bleibt sie leider oberflächlich und nicht ganz nachvollziehbar. Das Ende ist zudem für die kraftlose Geschichte stilistisch viel zu übertrieben. Alles in allem für mich leider ein Flop.

 

Weitere Rezensionen

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  1. Diese Buch ist mir auf den Communityseiten auch schon öfter begegnet und ich weiß dank dir nun das ich mir keinen eigenen Eindruck verschaffen muss. Ich fand die Idee ganz cool, aber die Umsetzung muss natürlich auch passen.

    1. Ich freue mich, wenn du so großes Vertrauen in meine Worte hast, da ich wirklich denke, dass man nichts verliert, wenn man dieses Buch nicht liest. 🙂
      GlG, monerl

  2. Liebes Monerl,,, auf Grund deines Beitrages hier habe ich mir die Leseprobe zu Gemüte gezogen , denn den Schreibstil von Megan Hunter fand ich damals bei ihrem ersten Buch * Vom Ende an * super und interessant. Aber ich denke , nun lasse ich die Finger von diesem Buch. Kurz über 200 Seiten erscheinen mir zu wenig um über die überzeugende Verwandlungen einer guten Mutter und Ehefrau zu diesem bösartigen Wesen zu beschreiben…..
    Danke für den Tip und die Rezi!

    LG Angela

    1. Liebe Angela,
      ich habe auch tatsächlich sprachliche Finesse vermisst. Weiß nicht, was andere Leser*innen so besonder gefunden haben, ich fand die Sprache recht banal. Stilistisch hebt sich das Buch ab, ja, aber es ist zu gewollt anders. Es tut der Geschichte gar nicht gut. Zu wenige Seiten, zu wenig Handlung. Die Leseprobe gibt sehr gut wieder, wie das ganze Buch ist. Es ändert sich nichts. Ich persönlich finde, man hat nichts verpasst, wenn man es nicht liest.
      GlG, monerl

    2. Hallo,
      ich habe keine große Rezension geschrieben. Ich war enttäuscht, habe dann gedacht, dass ich das Ende nicht verstanden habe und war entsetzt wie gefühllos alles runtergeschrieben war.

      Im Ganzen habe ich auf Grund des Klappentextes etwas völlig anderes erwartet.

      Aber in einem muss ich Dir recht geben: Das Cover ist wirklich gelungen.

      LG

      1. Hallo Anja,
        so sind wir uns mal wieder einig. 🙂 Ja, für mich fühlte sich die Story auch eher hingeklatscht an, recht lieblos.
        GlG, monerl

  3. Hallo und guten Tag,

    hm, eine Harpyie ist für mich in erster Linie mal ein Greifvogel, der von seiner Art her zu den Größen und Stärksten gehört in der Vogelwelt.
    Leider kann ich von dieser Stärke im Cover nichts wieder erkennen, was ich schon schade finde.
    Deshalb gefällt mir das Cover auch eigentlich gar nicht…diese weißen, wenn auch großen Flugfedern….sind mir zu harmlos….wenn es um diesen Greifvogel bzw. Symbolik möglicherweise geht…..

    LG…Karin..

    1. Hallo Karin,
      hier geht es nicht um den Greifvogel, sondern um die mythologische Figur der Harpyie.

      Definition gem. Wikipedia:
      “ Eine Harpyie ist ein geflügeltes Mischwesen der griechischen Mythologie in Vogelgestalt mit Frauenkopf. Seit dem Mittelalter gehören Darstellungen der Harpyien zum Symbolbereich des Bösen, der Unterwelt und der Habsucht. Sie erscheinen in Drolerien der Buchmalerei und der Bauplastik am Außenbau mittelalterlicher Kirchen, in der Regel ohne szenischen Zusammenhang.“

      In Verbindung mit der Definition ist das Cover schon sehr gelungen, denn es ist gerade andersherum. Es zeigt eine Frau, deren Kopf mit Vogelfedern bedeckt ist. Es passt zum Inhalt, da die Protagonistin m.M.n. eine Psychose hat und sich geistig in eine Harpyie verwandelt.

      GlG, monerl

      1. Hallo liebe Monerle,

        Danke für die Erklärung dazu, da war ich wirklich auf der falschen Fährte…
        Kann passieren, Danke deshalb für die Aufklärung dazu..

        LG…Karin..

  4. Schade, bisher haben die Rezensionen dazu immer überzeugend geklungen. Nun lässt es mich wieder schwanken, ob das Buch was für mich ist.

    1. Leider gehöre ich zu der anderen Fraktion. Ich hab es auch gelesen, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Vielleicht musst du das auch. 😀
      Ich langweilte mich schon ziemlich, muss ich gestehen. Die Idee ist nicht schlecht. Doch ich war etwas über der Hälfte im Buch und es war kaum etwas passiert. Nichts, was mich irgendwie gefesselt hätte. Zumindest ist das Buch ganz schnell gelesen, da alle Kapitel recht kurz sind. Diese Harpyien-Gedanken sind kaum mehr als zwei Absätze und schon ist die Seite gelesen. Wenn du es liest, bin ich total gespannt, ob du anderer Meinung sein wirst!
      GlG, monerl

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