Die Wahrheit der Dinge
Rezensionen | Roman / Gegenwartsliteratur / Liebe / Romantik / Chick-Lit

[Buchvorstellung] Die Wahrheit der Dinge – MARKUS THIELE

22. April 2021

#416 Rezension

 

Buchbeschreibung

Frank Petersen, Strafrichter aus Leidenschaft, ist überzeugt von der Unfehlbarkeit des Rechts. Seine Urteile, so sein Selbstverständnis, sind objektiv und gerecht. Bis eines Tages sein Leben völlig aus den Fugen gerät, als ein Angeklagter in seinem Gerichtssaal erschossen wird.

Ein tiefgründiger Roman über Vorurteile und Fremdenhass, über Selbstjustiz und die Grenzen von Recht und Schuld – vor allem aber über einen Mann, der von sich glaubt, er wüsste, wo die Wahrheit liegt. Und der an diesem Irrglauben zu scheitern droht.

 

Meine Meinung

Auch mit seinem zweiten Buch schafft es der Autor mich von seiner Geschichte völlig zu überzeugen. So ganz ohne Kritkpunkte ist auch dieses Buch ein Lesehighlight in 2021.

In zwei Handlungssträngen, 2015 und 1989 (und folgende), werden Ausschnitte aus dem Leben der beiden Protagonisten erzählt, die im Gerichtssaal schicksalhaft aufeinandertreffen: Corinna Maier erschießt am letzten Verhandlungstag den Angeklagten in Richter Frank Petersens Gerichtsverhandlung, kurz bevor dieser sein Urteil verkünden kann und traumatisiert ihn damit ein stückweit. Er glaubt an das Gesetzt, die Wahrheit und Gerechtigkeit. Umso mehr erschüttert ihn, dass bereits vier seiner Urteile nachträglich vom BGH in Karlsruhe korrigiert wurden. Petersen zweifelt an sich. Er braucht eine Antwort, die ihm nur Corinna Maier geben kann, die nun nach vier Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird.

Markus Thieles Protaginisten konnten mich absolut für sich einnehmen. Sie werden allumfassend betrachtet. Die Studentenzeit der jungen Corinna Maier bringt uns ihr näher und bildet den Hintergrund für ihre mörderische Tat.

Frank Petersens letztes Urteil zerrüttet seine Familie. Es scheint der letzte Tropfen zu sein, der die Familie zum Überlaufen bringt. Und so steht er anderntags ohne Frau und Sohn da und überlegt, wie es dazu kommen konnte.

Die Fragen, die sich Petersen dabei stellt sind tiefgründigt. Ich konnte mich mit dem Richter wie auch der Möderin identifizieren. Denn Corinna Maiers Leben war nicht leicht. Während sie mehrfach mit Verlusten klarkommen musste, erkannte sie, dass sich in all der Zeit kaum was verändert hat.

Richter Petersen horcht auf der Suche nach Antworten tief in sich hinein. Ihn dabei zu begleiten war wahrlich eine Freude für mich. Dieses Buch ist ruhig und nüchtern und bewegt sich dennoch stetig nach vorne. Auf die Erkenntnisse, auf die es am Ende hinausläuft, war ich sehr gespannt und letztendlich zufrieden. So konnte es mich mit all seiner Wahrheit und Menschlichkeit sehr berühren.

Neben all den menschlichen Schicksalschlägen, die sich im Laufe der Geschichte offenbarten, habe ich zudem einiges über das deutsche Rechtsystem gelernt. Ich hoffe auf weitere so außergewöhnliche Bücher des Autors.

 

Fazit

Ich glaube, ich habe einen neuen Lieblingsautor! Markus Thieles aktuelles Buch verbindet eine fiktive Geschichte, die von zwei wahren Rechtsfällen inspiriert wurde. Absolut grandios, absolut gelungen! Wer Gegenwartsliteratur mit aktuellen Themen mag, über die man sich nach dem Lesen wunderbar unterhalten kann, sollte unbedingt zu diesem Buch hier greifen!

 

Weitere Rezensionen

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Ich danke der Agentur Literaturtest sowie dem Benevento Verlag, die mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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  1. Hallo!

    Danke fürs Verlinken.

    Ich bin immer noch beeindruckt von dem Buch.
    Die Blickwinkel, das Auseinandersetzen…der persönliche Aspekt.

    Das Buch kann man nicht genug empfehlen.

    1. Hey Anja,
      absolut! Es ist mal wieder was ganz anderes. Oft hab ich das Gefühl, dass sich so viele Geschichten ähneln. Doch diese hier sticht heraus.
      GlG, monerl

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