Echo des Schweigens
Krimi / Thriller / Spannung / Abenteuer | Rezensionen

[Buchvorstellung] Echo des Schweigens – MARKUS THIELE

29. April 2020

#354 Rezension
#GegenDasVergessen

 

Buchbeschreibung

Ein Anwalt zwischen Gesetz und Moral. Eine Rechtsmedizinerin, die auf ein ungesühntes Verbrechen stößt. Und ein Justizskandal, der das Paar zu zerreißen droht. Denn wie viel Wahrheit verträgt die Liebe zweier Menschen, wenn sie sich auf unterschiedlichen Seiten von Recht und Gerechtigkeit wiederfinden?

Ein tiefgründiger, hochaktueller Roman, der eine der vielleicht schwierigsten Fragen stellt:
Welchen Preis hat die Gerechtigkeit – überhaupt: was ist Gerechtigkeit?

 

Meine Meinung

Dieses Buch hat mich positiv überrascht, denn es war noch interessanter und spannender, als ich es erwartet hatte!

Ausgegangen bin ich von einem reinen Krimi, doch diese Geschichte bietet weit mehr! Geschickt verwebt der Autor einen Justizskandal, der auf wahren Begebenheiten beruht mit einem Handlungsstrang, der in die NS-Zeit zurückgeht. Lange Zeit ist nicht klar, wie der Handlungsstrang und der Fall vor Gericht aus der Gegenwart mit dem aus der Vergangenheit zusammenhängt.

Nach und nach werden die Verbindungen klar, die ein Drama, basierend auf gesetzlichen und moralischen Fragen in Bezug auf Mord, auslösen.

Die Liebesgeschichte, die auch im Vordergrund steht und durch die Ereignisse aus der Vergangenheit erschüttert wird, ist vielleicht einen kleinen Ticken zu sehr konstruiert. Dennoch ist sie nicht kitschig und insgesamt rund. Die Probleme, die sich zum Ende hin entblättern, habe ich lange Zeit nicht erraten.

Dem Autor gelingt durch die Handlungsstränge ein Genresprung. Denn “Echo des Schweigens” ist ein Gegenwartsroman mit Krimielementen, ein Justizroman, ein Roman mit einer interessanten Liebesgeschichte in Verbindung mit Historischem aus der dunklen NS-Zeit und der Judenverfolgung.

Der Autor erzählt chronologisch beide Handlungsstränge, beginnt jedoch mit einem Prolog, der auf den Juli 2018 datiert ist. Anschließend geht er in der Handlung zum September 2017 zurück und lässt seine Leser*innen im ersten Teil entdecken, wie es zur Ausgangssituation des Prologs kam. Anschließend geht es wieder chronologisch weiter, bis zum Epilog, der im September 2018 endet. Dazwischen blendet Markus Thiele immer wieder den historischen Teil ein, der im November 1938 startet. Diese Erzählweise und der zeitliche Wechsel greifen wunderbar ineinander und lassen die Leser*innen tief in die Geschichte eintauchen.

Markus Thiele weiß zu fesseln. Durch seinen Beruf als Rechtsanwalt ist er versiert bzgl. der Themen Gericht, Gerichtsverhandlungen, Plädoyers und der Herangehensweise sowie den Strategien bei Verhandlungen. Dies ist sehr deutlich zu spüren und macht die Abschnitte vor Gericht zu einem echten Lesegenuss!

Protagonisten sowie Antagonisten sind sehr gut ausgearbeitet. Ihre Handlungen waren überzeugend und brachten mich oftmals zum Nachdenken. Wie würde ich mich entscheiden? Was ist das Gesetzt und für wen ist es da? Diese Fragen waren, im Hinblick auf die Thematik im Buch, für mich nicht immer ganz leicht und klar zu beantworten.

 

Fazit

Ein Genremix, der mich begeistern konnte und der sich für mich als Highlight herausgestellt hat. Für alle Leser*innen, die gerne Kriminalfälle als auch #GegenDasVergessen lesen und sich durch sprachliches Können sowie fundiertes Fachwissen begeistern lassen wollen! Absolute Kauf- und Leseempfehlung!

 

Weitere Rezensionen

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Ich danke der Agentur Literaturtest sowie dem Benvento Verlag, die mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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Mit diesem Buch mache ich mit bei der Linkparty April von Andreas Lesezimmer.

 


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    1. Na, dann mache ich es so, dass ich das Buch auf den Stapel Adventskalender2020 lege! Ihr müsst aber auch wieder mitmachen. 😉
      GlG, monerl

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