Falkenkopf
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[Buchvorstellung] Falken jagen – D. B. BLETTENBERG

15. Februar 2019

#59 Kurzmeinung
#GegenDasVergessen

 

Dieses Buch flatterte gegen Ende des Jahres einfach so in meinen Briefkasten. Das Cover fand ich toll und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war mir klar, dass ich diesen Krimi, der sich zudem dem Thema #GegenDasVergessen widmet, auf jeden Fall lesen werde. Von den meisten schlimmen Verbrechen der Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg haben wir gehört. Doch dass auch in Griechenland furchtbare Verbrechen und Massaker, auch an der Zivilbevölkerung, verübt wurden, war für mich bisher ein schwarzer Fleck. Umso gespannter war ich auf die Lektüre!

 

 

Buchvorstellung

Eine Mordserie erschüttert Thailand. Die Opfer sind Deutsche, aber dann wird auch ein Mitarbeiter der griechischen Botschaft ermordet. Die Polizeiführung Bangkoks ist überfordert und steht unter enormen öffentlichem Druck. Farang soll inoffiziell in dem Fall ermitteln und den Täter ausschalten. Schnell erkennt er, dass der Mörder eine alte Schuld vergelten will, die weit in die deutsche Vergangenheit zurückreicht.

Mit »Falken jagen« erscheint von D. B. Blettenberg endlich ein neuer Roman um den Privatermittler Farang, bestens bekannt aus den Thrillern »Farang« und »Berlin Fidschitown«, die mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wurden.

 

Kurzmeinung

  • Genre: Krimi, Bezug auf historische Hintergründe
  • Handlung: Farang ist dem Falken, dem Serienmörder, auf die Spur gekommen. Das Motiv scheint sich auf den 2. Weltkrieg zu beziehen und führt ihn von Thailand nach Griechenland. Wird er ihn finden und erwischen, bevor er wieder mordet?
  • Charaktere: Surasak (Farang) Meier, der Sohn einer Thailänderin und eines Deutschen. Ein Mensch, der es aufgrund der Herkunft seiner Eltern nicht immer leicht hatte. Er wird Farang genannt, da dieses Wort auf Thai “Ausländer mit weißer Hautfarbe”, ein “nicht-Thai”, bedeutet. Zudem verrät auch sein Nachname “Meier” seine Herkunft. In diesem dritten Teil der Serie um Farang hat er sich damit abgefunden ein Farang zu sein, als ein von den Thailändern nicht Zugehöriger betrachtet und so genannt zu werden. Altersmäßig hat er seinen Zenit überschritten und möchte eigentlich das Leben genießen. Doch dann wird er zu diesem unschönen Auftrag gezwungen. Er bekommt Hilfe und Unterstützung von seinen beiden Freunden Tony Rojana und Bobby Quinn. Beide haben Stärken und Schwächen, die die von Farang sehr gut vervollständigen. Tony hat als ehem. Kriegsreporter noch gute Kontakte und Bobby, ein Vietnamveteran, ist eher für den Beistand zur Strategiewahl der Falllösung zuständig. Durch die Beschreibungen des Autors hatte ich eine klare Vorstellung von diesen drei Männern.
  • Spannung: Der Leser weiß wer der Falke ist und dass man ihm auf der Spur ist. Die Spannung ist das Katz-und-Maus-Spiel von Jäger und Gejagtem. Doch irgendwie kam diese Spannung nie so richtig bei mir an. Dieser Wiessensvorsprung um Motiv des Täters und die Suche nach ihm, konnte mich leider nicht fesseln.
  • Sprache & Schreibstil: Der Schreibstil ist sehr ruhig und eigentlich recht kühl und distanziert. Vielleicht muss das so sein, denn wenn es zu den Beschreibungen der Massaker kommt, ist man als Leser sehr froh ob dieser Distanziertheit. Doch auf den ganzen Roman bezogen fehlte mir damit aber auch der Zugang zu den Charakteren. Auch die ziemlich kurzen und oft wechselnde Kapitel schafften es nicht bei mir Spannung zu erzeugen. Die Beschreibungen zu Thailand bzw. den Orten, auf denen sich die Protagonisten aufhalten, fand ich sehr gelungen und atmosphärisch. Ich war noch nie in Thailand oder in Griechenland. Doch ich fühlte mich durch die Worte des Autors an diese Orte mitgenommen.
  • Ende: Es gibt ein abgeschlossenes und rundes Ende, das zur Gesamtgeschichte passt.
  • Fazit: Dies ist ein Krimi, der ein ganz wichtiges Thema sichtbar macht und den Leser dazu bringt zu überlegen, wie er zu Motiv und Taten steht. Die moralische Ebene ist hier tatsächlich sehr verzwickt. Einerseits kommt eine Art Verständnis für den Täter auf, andererseits muss man seine Taten verurteilen. Ein echter Kunstgriff! Aber leider, leider kam ich mit dem Schreibstil so gar nicht zurecht. Ich langweilte mich über weite Strecken und musste mich sehr oft zum Weiterlesen zwingen. Sehr schade! Vielleicht ist dies aber so ein echter “Männer-Krimi”?! Wenn es Frauenromane zu geben scheint, dann sicherlich auch solche, die für Männer besser geeignet sind. Diesen hier würde ich zum letzteren zählen.


Weitere Recherche

Zum Buch gab es in 2018 eine Blogtour auf nachfolgenden Blogs, die sich um unterschiedliche Themen rumd um Buch und Autor drehen. Sehr spannend! Geht sie mal besuchen!

Rezension bei KeJas-BlogBuch

Historische Hintergrundinformation bei Life4Books 

Interview bei Wortgestalt-Buchblog

Lesetagebuch bei LeckereKekse

Übersicht “Farang”-Reihe DiedunklenFelle

 

Weitere Rezensionen

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Ich danke dem Pendragon Verlag, der mir freundlicherweise das Buch ganz unerwartet als Rezensionsexemplar zugeschickt hat.

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  1. Hallo Monerl,

    es gibt immer noch Aspekte des zweiten Weltkrieges, die einen überraschen können, oder? Da denkt man, man weiß alles, aber dann kommen noch neue Aspekte ans Tageslicht.
    Das mit dem “Männerkrimi” find ich ja sehr interessant. Ich hatte bisher nur ein Buch wo ich dachte, dass die Zielgruppe eher Männer sind; dieses Buch hatte ich ja dann defacto abgebrochen, weil es mich gelangweilt hat. Andererseits langweilen mich auch “Frauenromane”. Spannendes Thema

    Grüße
    Daniela

    1. Hallo Daniela,
      das ist wirklich schrecklich, dass es noch Aspekte gibt, von denen man nichts gehört hat. Schrecklich!
      Ich kann schon verstehen, warum viele Männer viele Bücher als “Frauenromane” abstempeln. Ist halt doch so, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass Frauen empathischer sind und mehr Gefühle zulassen können und auch davon lesen wollen. Männer lassen Gefühlen oft keinen freine Lauf. So ist dies auch in Büchern nicht gewünscht. Sie sollen am besten eher nüchtern sein. “Falken jagen” ist ziemlich nüchtern und sehr stringend und distanziert in der Erzählweise. Das passt m.M.n. besser zu Männern als zu Frauen. hihi Mein Buch war es im Schreibstil und der Umsetzung nicht. Thematisch fand ich es klasse. So kann es gehen, gell…
      GlG, monerl

  2. Ich musste damals bei unser Blogrunde schmunzeln, als ich zaghaft Kerstin fragte, wie ihr so das Buch gefällt 😛
    Hatte mich nämlich auch nicht so geflasht, wie gedacht. Letztendlich gefällt es mir als Gesamtwerk und ich mag das Ende. Kann deine Kritikpunkte der Kühle und fehlenden Spannung absolut nachvollziehen 🙂

    1. Vielleicht hat Kerstin ein etwas anderes Gefühl für das Buch, da sie Teil 1 bereits kannte und somit eine Verbindung hatte?! Mir ging es absolut genau so wie dir. Thema fand ich klasse, die Umsetzung eher weniger. 😀
      GlG, monerl

  3. Hallo Monerl,

    danke fürs Vorstellen. Der Krimi klingt einerseits durch die Historie sehr interessant, andererseits mag ich keine Bücher, in denen Massaker beschrieben werden.
    Deshalb lasse ich mal die Finger von diesem Buch.

    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Hallo Barbara,
      ja, das kann ich verstehen. Es ist nicht ohne, über solche Taten zu lesen. Es schmerzt sehr, wenn man bedenkt, wie viele Menschen während des 2. WK misshandelt und / oder umgebracht wurden. Und dabei gab es keine Rücksicht, auch unschuldige Kinder und Säuglinge mussten sterben.
      Der Krimi an sich war für mich ja nicht so spannend. Doch über dieses Buch habe ich von Taten erfahren, von denen ich nichts wusste. Alleine dafür hatte es sich gelohnt zu lesen. Habe danach viel im Netz über die Gräueltaten recherchiert und gelesen.
      Glg, monerl

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