MonerlsWelt

Buchvorstellung – GASTREZENSION – Das Licht der letzten Tage

23. September 2015
#98 Rezension

Das Licht der letzten Tage

Emily St. John Mandel
Piper Verlag
Flexibler Einband
ISBN: 9783492060226

3 von 5 Sternen 

copyright piper verlag
 


Rezension von sursulapitschi

Klappentext:

“Ich
habe dieses Jahr viele gute Romane gelesen, aber einer überstrahlt alle
anderen: ‘Das Licht der letzten Tage’ von Emily St. John Mandel. Es
lässt mich einfach nicht mehr los!” George R.R. Martin

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist.
Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das
Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht
auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie
vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war,
und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein
soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht.
Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

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Warum nur, warum?

Von diesem
Buch habe ich mir sehr viel versprochen. Die Beschreibung klang spannend
und ungewöhnlich und George R.R.Martin lobt es in höchsten Tönen. Wow.

Nach
dem Lesen denke ich, Herr Martin ist wohl ein sehr netter, genügsamer
Mann. Mich hat dieses Buch nicht so richtig umgehauen.

Ja,
hier kann man den Weltuntergang miterleben. Ein Killervirus rafft in
kürzester Zeit 99% der Weltbevölkerung dahin. Im Jahr 20 nach der
Katastrophe sieht das Leben auf der Erde ganz anders aus. Es gibt keinen
Strom, kein fließendes Wasser, keine Supermärkte und keine Medikamente,
keine Ärzte…

In Vor-und Rückblenden erfährt man, wie einige
Menschen mit der Situation fertig wurden. Kirsten, zum Beispiel, war
damals 8 Jahre alt und irrte mit ihrem Bruder durch die verlassene
Gegend. Jetzt ist sie Mitglied einer fahrenden Schauspieltruppe.

Das
ist spannend, ungewöhnlich und toll erzählt, vermittelt eine
dystopische Stimmung, die bedrückend ist, aber auch Hoffnung lässt. Die
Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr, aber man kann aus den
Trümmern etwas Neues errichten.

Der rote Faden, der
das Buch durchzieht, ist Arthur Leander, ein berühmter
Filmschauspieler, der eins der ersten Opfer der Pandemie war und den
jeder der Protagonisten gekannt hat. Das ist eine gute Idee und bringt
unterschiedlichste Menschen in eine Beziehung. Nur spielt Arthur für den
Fortgang der Geschichte überhaupt keine Rolle, er stirbt auf Seite 10,
trotzdem wird lange und ausführlich immer wieder sein Leben
durchleuchtet. Seine Jugend, seine drei gescheiterten Ehen, sein Erfolg,
seine Midlifekrise, alles erfährt man hier und das ist herzlich
langweilig. Man fragt sich warum und sucht nach Gründen.

Ein
seltenes Comic taucht immer wieder auf und gibt Rätsel auf. Arthurs Frau
hat es gezeichnet. Man bekommt die ganze Entstehungsgeschichte erzählt
und vermutet dubiose Zusammenhänge, die es dann leider nicht gibt. Es
ist nur ein Comic.

Hier wurden zahlreiche
Nebenschauplätze so geheimnisvoll eingeführt, dass man Zusammenhänge
größerer Tragweite erwartet, die dann nicht existieren. Das lässt einen
ziemlich enttäuscht zurück.

Dazu wird noch die eigentlich tolle
Geschichte ständig ausgebremst durch langweilige Episoden aus Arthurs
Leben. Am Ende hat man seine letzten Stunden bestimmt fünfmal aus jeder
nur möglichen Sicht erlebt und fragt sich: Warum nur, warum?

Fazit: Tolles, ungewöhnliches Endzeitszenario, das leider in einer banalen Rahmenhandlung untergeht. Schade.
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DANKE an sursulapitschi, dass sie uns alle überwiegend mit sehr aktueller Literatur auf dem Laufenden hält!

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