Geständnisse
Krimi / Thriller / Spannung / Abenteuer | Rezensionen

[Buchvorstellung] Geständnisse – KANAE MINATO

3. September 2020

Buchvorstellung

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

 

Kurzmeinung

  • Genre: Krimi, Psycho-Roman
  • Handlung: Die Rache einer Lehrerin an zwei Schülern aus ihrer Klasse. Zwei Schüler, von denen sie scheinbar weiß, dass sie ihre vierjährige Tochter getötet haben. Sie hat einen perfiden Plan ersonnen und am letztem Tag ihres Lehrerinnendaseins in die Tat umgesetzt. Doch die Rache zieht langsam ihre Kreise, weitet sich unkontrolliert weiter aus und nimmt immense Ausmaße an.
  • Charaktere: Der Focus liegt zuerst auf Moriguchi, der Lehrerin. Danach lernt man im Laufe der Geschichte die zwei tatverdächtigen Schüler kennen. Ihr Leben und ihr Hintergrund wird beleuchtet. Trotz der kleinen Ausschnitte schafft es die Autorin, dass die Leser*innen einen recht umfassenden Eindruck dieser drei Figuren erhalten.
  • Spannung: Die Spannung wächst von Seite zu Seite. Als Leser*in fragt man sich zunehmend, was am Ende der Geschichte passieren wird. Es droht unterschwellig eine bestimmte Gefahr, doch diese war für mich nicht greifbar.
  • Schreibstil: Der Schreibstil ist ruhig aber kraftvoll. Die Handlung entwickelt sich langsam. Erzählt wird in mehreren Kapitel und aus verschiedenen Sichtweisen. Zuerst aus dem Blickwinkel von Moriguchi, dann aus dem einer Schülerin. Später nähert sich Kanae Minato dem Geschehen aus Sicht der Schwester und Mutter des einen verdächtigen Schülers. Zu guter Letzt kommen auch noch beide Schüler zu “Wort”. Daraus entstehen natürlich Wiederholungen, über die ich hinwegsehen konnte.
  • Ende: Das Ende toppt nochmal alles! Eine unerwartete Wendung rundet die Handlung ab, auf die ich so keinesfalls vorbereitet war! Grandios! Wo viele Autor*innen zum Schluss versagen, steigert sich Kanae Minato und gelangt zu Hochform!
  • Fazit: Ein absolut grandioses Buch! Zu Beginn musste ich mich in den Schreibstil einlesen. Es holperte kurz und mir war nicht klar, worauf die Geschichte hinausläuft. Sehr deutlich wird hier aufgezeigt, was unzureichende Kommunikation für Auswirkungen haben kann. Die Story ist auch kein typischer Krimi.  Doch wenn man sich auf das Buch einlassen kann, entfaltet es seine volle Kraft. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich nach und nach vollständig verschluckt hat und ich nicht erwarten konnte, die Auflösung und das Ende zu erfahren. Wer ein spannendes und ungewöhnliches Buch sucht, wird hier fündig werden. Wer sich zudem auf fremde Kulturen einlassen kann, sollte dieses Buch nicht missen! Rache, Gewalt, Heimtücke, Böses, Verletzlichkeit, Krankheit – hier ist alles vertreten! Absolute Leseempfehlung!

Weitere Rezensionen

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    1. Hallo Karin,
      das freut mich! Sie soll vielleicht vorher kurz in die Leseprobe reinschauen, ob sie mit dem Schreibstil zurecht kommt. Von einigen habe ich gehört und gelesen, dass sie Schwierigkeiten mit ihm hatten. Ich musste mich auch erst einlesen, aber dann ging es.
      GlG, monerl

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