Ich bin Circe
Fantasy / Sci-Fi / Dystopie / Steampunk | Rezensionen

[Buchvorstellung] Ich bin Circe – Madeline Miller

8. Oktober 2019

#311 Rezension
#WirLesenFrauen

 

Buchbeschreibung

Unsterblich. Unvollkommen. Unbezähmbar.

Circe ist Tochter des mächtigen Sonnengotts Helios und der Nymphe Perse, doch sie ist ganz anders als ihre göttlichen Geschwister. Ihre Stimme klingt wie die einer Sterblichen, sie hat einen schwierigen Charakter und ein unabhängiges Temperament; sie ist empfänglich für das Leid der Menschen und fühlt sich in deren Gesellschaft wohler als bei den Göttern. Als sie wegen dieser Eigenschaften auf eine einsame Insel verbannt wird, kämpft sie alleine weiter. Sie studiert die Magie der Pflanzen, lernt wilde Tiere zu zähmen und wird zu einer mächtigen Zauberin. Vor allem aber ist Circe eine leidenschaftliche Frau: Liebe, Freundschaft, Rivalität, Angst, Zorn und Sehnsucht begleiten sie, als sie Daidalos, dem Minotauros, dem Ungeheuer Scylla, der tragischen Medea, dem klugen Odysseus und schließlich auch der geheimnisvollen Penelope begegnet. Am Ende muss sie sich als Magierin, liebende Frau und Mutter ein für alle Mal entscheiden, ob sie zu den Göttern gehören will, von denen sie abstammt, oder zu den Menschen – die sie lieben gelernt hat.

 

Meine Meinung

Ich habe mich bisher nie intensiv mit der griechischen Mythologie befasst, sodass einiges aus der Geschichte neu für mich war. Dadurch war ich weniger “vorbelastet” und konnte auch kaum Vergleiche zu den eigentlichen Überlieferungen der jeweiligen Helden, Götter und Halbgötter machen. Das machte das Buch deshalb auch so spannend und interessant.

Wer ist Circe? Diese Frage war in meinem Kopf und ich bekam sie beantwortet. Ich folgte Circes Erzählung zu ihrer Geburt, über ihre Kindheit bis zum Ende des Buches.

Madeline Miller nimmt sich viel Zeit, um den Leser*innen das große Ganze episch darzustellen. Gefühlt erliest man jedes Jahr in Circes Leben mit allen Höhen und Tiefen und begegnet dabei vielen bekannten Gottheiten des Olymp wie auch den niederen, aus deren Linie Circe stammt. Sie ist eine Tochter des Sonnengottes Helios unt der Nymphe Perse und die Schwester von Pasiphae, Aietes und Perses.

Wer den Überblick über all die Personen und (Halb)Gottheiten behalten will, der macht sich entweder im eBook hinten ein Lesezeichen bei den handelnden Personen oder ein PostIt im gedruckten Exemplar.

Circe hat es nicht leicht, denn sie entspricht nicht den Vorstellungen eines Kindes eines Gottes. Sie strahlt nicht so sehr, ist nicht so schön, hat scharfkantige Gesichtszüge und eine viel zu menschlich klingende Stimme. Zudem widerstrebt es ihr Intrigen und Ränkspielchen anzuwenden. Circe erscheint als ein geerdeter Charakter, emphatisch und mit einem stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn “gesegnet”, mit dem sie immer aneckt und zur Außenseiterin wird. Ihre Verbannung auf eine einsame Insel, bis an ihr Lebensende, ist der Höhepunkt der Ungerechtigkeit, die ihr aus allen Ecken widerfährt.

Als Leser*innen folgen wir Circes Entwicklung von einer ängstlichen Figur zu einer, die das durchsetzt und sich das nimmt, was sie will. Aber nie leichtfertig und ungerecht aus der Freude heraus. Ihre Strenge und ihre Strafen sind wohl begründet und Konsequenzen auf echtes Fehlverhalten anderer.

Diese Entwicklung zu verfolgen fand ich sehr spannend und interessant! Durch die Ich-Erzählform erfährt man die maximale Nähe zur Protagonistin und dadurch, dass sie so menschlich denkt und fühlt und sich nicht göttlich-überheblich verhält, konnte ich ihr Handeln sehr gut nachvollziehen.

Mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch bezieht sich auf das manchmal ZU epische Erzählen. Streckenweise passiert nicht viel und bringt dem Buch somit unnötige Längen. Das zu überwinden war recht anstrengend.

 

Fazit

Der Autorin ist ein tolles und unterhaltendes Buch gelungen, in dem man viel über die griechische Mythologie lernt, die aus etwas anderer Sicht erzählt wird. Nach dem Lesen kann man verschiedene Quellen eruieren und die alten Überlieferungen mit dem Buch vergleichen und sich über Millers Sicht amüsieren.
Ob das Buch eher für Mythologie-Kenner oder so Leser*innen wie mich geeignet ist, die sich weniger mit der griechischen Mythologie auskennen, weiß ich letztendlich doch nicht. Das muss wohl jeder für sich selber ausprobieren.

 

Weitere Rezensionen

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Ich danke netgalley sowie dem Eisele Verlag, die mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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  1. Hallo Monerl, diese griechische Götterwelt werde ich auch noch genauer erkunden, dauert ab er noch Eineige Woche – naja vielleicht Monate mit dem Lesen. Ich werde es mir wohl kaufen. Ich hoffe, dass DU los kommst zur Messe. ich drück dich!
    Angela

    1. Liebe Angela,
      wie stehst du sonst zur griechischen Mythologie? Hast du bereits Bücher darüber gelesen? Ich hab´s ja immer wieder probiert, mich meistens jedoch gelangweilt. Dieses hier hat mich aber angesprochen. Vielleicht liegt´s am Blickwinkel. Bin gespannt, was du zum Buch sagen wirst!
      GlG, monerl

    1. Sehr gerne! Bisher war ich irgendwie nie auf deinem Blog. Lese dich nur über Twitter. Manchmal schon seltsam, oder? Hatte mir mal vorgenommen, die Twitter-Blogs, die ich so lese, auch mal öfters zu besuchen. Ich aboniere am liebsten über Mail. Habe festgestellt, dass viele Blogger das nicht anbieten. Frage mich immer warum? Du bietest das ja an, hab ich grade gesehen und gleich mal ein Abo dagelassen. 🙂
      GlG, monerl

    1. Hi Daniela,
      da kann ich dir absolut zustimmen! Diese vielen Götter, Halbgötter und Helden, ausufernde Geschichten, scheinbar ohne Ende. Auch deswegen habe mich nie so richtig für die griechische Mythologie interessiert. Doch dieses Buch reizte mich, da die Autorin sie etwas anders erzählt, das fand ich interessant. Circe ist sicherlich hübsche, aber nicht die Hübsche. Sie ist diejenige, die Seefahrer in Schweine verwandelt hat, als sie auf ihre Insel der Verbannung gekommen sind. Odysseus blieb viele Jahre auf ihrer Insel… Ich finde, es lohnt sich, dieses Buch zu lesen. Insbesondere fand ich im Nachhinein so toll, Millers Version mit der von Homer zu vergleichen. So habe ich nun doch noch Zugang zur gr. Mythologie gefunden. haha
      GlG, monerl

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