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[Buchvorstellung] Immer wenn du tötest – B.C. SCHILLER

21. Juni 2018

#232 Rezension


Buchbeschreibung

Sie findet dich. Sie tötet dich. Alles was bleibt, ist ein Bild aus deinem Blut.

In einem stillgelegten Schlachthaus findet die Berliner Polizei die Leichen von drei jungen Menschen, allesamt blond und blauäugig. Ihre Körper sind bizarr in Szene gesetzt und enthalten fast keinen Tropfen Blut mehr. Der Verdacht fällt auf Freya von Rittberg, eine exzentrische Künstlerin, die mit dem Blut ihrer Fans Gemälde malt und gefährliche Mut-Challenges veranstaltet. Ihre Vorfahren haben eine dunkle NS-Vergangenheit, die bis in die Gegenwart reicht, und deshalb scheint jemand in der Regierung eine schützende Hand über Freya zu halten. Das BKA sieht sich gezwungen, seine beste Undercover-Ermittlerin einzuschleusen: Targa Hendricks heuert bei Freya als Bodyguard an. Sie verspürt keine Angst und hat nichts zu verlieren – bis Freya die einzige Schwäche von Targa entdeckt…


Meine Meinung

Mit dem zweiten Teil der Targa-Reihe, knüpft das Autorenpaar an das Ende des ersten Teils, der mit einem interessanten Cliffhanger sein Showdown hatte. Targa ist aufgrunddessen eine Weile untergetaucht und soll sich erholen. Doch ein neuer Auftrag winkt, der Targa wie auf den Leib geschnitten ist. Werden Freya von Rittbergs außergewöhnliche Bilder für schlimme Morde missbraucht oder ist etwa sie die Mörderin? Die Polizei geht von Letzterem aus und Targa soll Freya überführen. Was gar nicht so einfach ist, denn sehr starke Verbinungen von ganz, ganz oben scheinen sie zu schützen? Wo gibt es eine Verbinung? Wird Targa diesen Auftrag ohne physische und psychische Schäden abschließen können?

Dieser Thriller ist abwechslungsreich, sehr blutig und voller Gewalt mit einem schweren Thema aus dem Zweiten Weltkrieg, den Lebensborn-Heimen, in denen die nordisch-arische Rasse gezüchtet werden sollte.

Wir lernen Targa wieder ein Stück besser kennen. Sie arbeitet an ihrer sozialen Kompetenz. Dabei begegnet sie dem Schauspieler Edgar, der Targa scheinbar nehmen und akzeptieren kann, wie sie ist. (Noch) stört er sich nicht an ihrer Andersartigkeit. Diese Szenen lockerten den Thriller etwas auf und sorgten hin und wieder für ein Schmunzeln während des Lesens.

Mit Freya von Ritterberg führen B.C. Schiller einen sehr interessanten Hauptcharakter ein. Von
ihrer Vergangenheit getrieben und nach Vergebung suchend, gibt es an Freya viele Facetten. Leider fehlte mir irgendwie der gewisse Pep an ihr. Ihre Tiefe Zuneigung Targa gegenüber kam bei mir nicht so richtig an. Targa verachtet sie und gleichzeitig fühlt sie eine bestimmte Sympathie ihr gegenüber, die so widersprüchlich ist, wie sie selbst.

Targa kommt in diesem Band dem Geheimnis ihrer Herkunft ein kleines Stück weiter, das mit ihrer Adoptiv (Zieh)mutter Margarete zusammenhängt. Und auch über Lundt erfahren wir etwas mehr Privates, was seine Tochter und Frau betrifft. Die beiden Ermittler werden so nach und nach greifbarer und ich bin sehr gespannt, wohin das ganze führen wird und welche Geheimnisse am Ende der Reihe stehen werden.

Viele, recht kurze Kapitel sorgen für ein schnelles Vorankommen und lassen den*die Leser*in kaum aufatmen. Die Spannung steigt im Gegenzug aber etwas verhalten, da einiges vorhersehbar ist. Die verschiedenen Handlungsstränge werden zusammengeführt. Dabei gibt es doch noch die eine oder andere Sache, die für Überraschung sorgte.

Auch dieses Mal muss ich anmerken, dass manche Dialoge nicht ganz so flüssig rüberkommen und etwas hölzern klingen. Insbesondere zum Schluss, der aus vielen Dialogen besteht. Der Schreibstil ist jedoch ziemlich flüssig. So düster und brutal dieser Thriller ist, fehlte mir dennoch eine gewisse Atmosphäre. Zum Protagonisten Gerd Kraft hätte ich mir etwas mehr Informationen gewünscht, vor allem, wie er ins Sanatorium nach Hammerfest in Norwegen gekommen ist. Da er ebenso eine tragende Rolle spielt, hätte ich eine intensivere Einführung sehr positiv bewertet.


Fazit

Eine Reihe mit einer verschlossenen Protagonistin, die viel von sich verlangt und ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Meine Erwartung an das Buch hat sich nicht ganz erfüllt. Für den nächsten Fall wünsche ich mir mehr Spannung und einen*eine spitzfindigere*n und teuflischere*n Serienkiller*in.  Insgesamt ein lesenswerter Thriller, wenn man es mag, von Beginn an zu wissen, wer der Mörder ist und wenn man beim Wort “Blut” nicht gleich in Ohnmacht fällt.


Targa-Hendricks-Reihe

Weitere Rezensionen

Weitere Informationen

Beitrag “Lebensborn” in Wikipedia.

Bericht “Kinder der Schande – Norwegens dunkle Geschichte” aus Deutsche Welle – Kultur vom 22.11.2001

Bericht “Niemand wollte mit dem Niemand-Kind spielen” aus FAZ vom  13.11.2015

Bericht “Die Patenkinder der SS” aus FAZ vom 20.09.2010

Video “Lebensborn: Kinder für Hitler” Die ganze Sendung in der WDR-Mediathek bis 04.02.2019 verfügbar


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Ich danke dem Penguin Verlag, der mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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  1. Die Thematik hört sich interessant an, doch schon im ersten Band konnte ich mich mit der Person Targa nicht wirklich anfreunden. Sie kam mir in sich nicht schlüssig vor und ich konnte keinen Zugang zu ihr finden. Sehr schade, denn wenn sich dan der Darstellung ihrer Person im zeiten Band etwas geändert hätte, dann hätte ich der Serie noch eine Chance gegeben. Doch das kingt nicht so und deshalb lasse ich lieber die Finger von dieser Reihe.
    LG Gabi

    1. Hey Gabi,
      ich denke auch, es ist besser, wenn du die Finger von der Reihe lässt. Ich bin sehr im Zwiespalt! Die Idee find ich super, doch an der Umsetzung hapert es noch hier und da. Targa empfand ich in diesem Teil auch nicht richtig schlüssig. In Band 1 hatte sie gleich am Anfang eine Beziehung. Hier in Teil 2 erscheint es so, als wüsste sie dies nicht und holt sich Rat in einem Ratgeber und kommt so an Edgar. Da hatte ich schon Fragezeichen im Kopf. Wie bereits erwähnt, bin ich mit den Dialogen nicht ganz so glücklich. Was mich wirklich interesiert, das ist Targas private Geschichte. Dieser Strang ist mysteriös und gut eingefädelt. Es gibt wieder genug Brotkrumen für uns und dann eine Überraschung. Das zieht mich, der Reihe noch eine weitere Chance zu geben. Wenn sich die so ähnlich zeigt wie Band 1 und 2, werde auch ich aufgeben…
      GlG, monerl

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