Kalte Herzen
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[Buchvorstellung] Kalte Herzen – H.A. LEUSCHEL

7. Juni 2019

#287 Rezension
#SbBuch
#WirLesenFrauen

 

Buchbeschreibung

Fünf lebensnahe und spannende Geschichten, die jeweils die manipulativen Taktiken eines Narzissten hervorheben

Narzissten sind überall.

Sie sind meist witzig, charmant und attraktiv.

Jeder kann in ihre Falle gehen.

Anfangs können ihre hinterhältigen, berechnenden Schachzüge schwer zu erkennen sein, weil sie Meister der Täuschung sind, bevor sie zu ihrem wahren Selbst zurückkehren und, sich privat als kontrollierende und boshafte Menschen entpuppen. Ihr Hauptziel: andere zu dominieren, um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, ohne Rücksichtnahme oder Mitgefühl für das Opfer.

Alle Geschichten in diesem Band wollen aufzeigen, inwieweit narzisstischer Missbrauch, Leben verzerren und unser Selbstwertgefühl bedrohen kann, jedoch auch Opfern Mut machen möchte, wie sie Narzissmus demaskieren und sich von ihm befreien können.

 

Was ist Narzissmus?

Der Ausdruck Narzissmus steht alltagspsychologisch und umgangssprachlich im weitesten Sinne für die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung eines Menschen, der sich für wichtiger und wertvoller einschätzt, als urteilende Beobachter ihn einschätzen.

In der Umgangssprache bezeichnet man eine stark auf sich selbst bezogene Person, die anderen Menschen weniger Beachtung als sich selbst schenkt, als Narzissten.[1] Der umgangssprachliche Gebrauch des Wortes „Narzissmus“ schließt meist ein negatives moralisches Werturteil über die betreffende Person ein.
(Quelle: Wikipedia)

Auf den ersten Blick kann Narzissmus ungeheuer sympathisch sein. Wir sehen jemanden zu Beginn nicht als Narzissten, sondern als Menschen mit Charme und Charisma. Sie sind in der Regel redegewandt, humorvoll, selbstsicher und ziehen Blicke wie Aufmerksamkeit magnetisch an. Anfangs jedenfalls. Mit der Zeit aber entlarvt sich der Narziss und Egomane selbst: Seine Selbstverliebtheit und Egozentrik nerven nur noch und das, was wir einst bewunderten, avanciert zur hohlen Fassade, zum Mittel zum Zweck.
(Quelle: Karrierebibel)


Meine Meinung

Nachdem ich mich etwas näher mit den Begriffen Narzissmus und Narzisst beschäftigt hatte, war ich sehr gespannt auf die fünf Novellen, die jede eine abgeschlossene Geschichte darstellen sollten.

Die jeweiligen Novellen sind unterschiedlich lang und gewähren verschiedene Einblicke ins Thema. Wir erfahren einmal über das Leben von Lisa. Sie ist die Mutter von Lucas, der ein narzisstischer Sohn ist und was das für Folgen für sie hatte. Eine weitere Geschichte erzählt von Sophie, die einem narzisstischen Mann begegnet, mit dem sie eine Beziehung eingeht, der fast auch ihr Leben zerstört. Auch über jugendliche Narzissten gibt es eine Novelle. Narzissten sind nicht immer Männer. In einer Geschichte lernen wir Tess kennen, die Opfer einer Narzisstin geworden war und was das mit ihr gemacht hatte. Diese vier Novellen sind überwiegend aus der Sicht der Opfer geschrieben.

Am spannendsten aber fand ich die kürzeste Novelle “Der Narzisst”. Hier bekommen wir in erster Linie die Geschichte aus der Sicht des narzistischen Familienvaters, der sich in einer für ihn ungewohnten Situation befindet und nicht versteht, was derzeit passiert. Er war doch immer der Starke und alles drehte sich nach ihm und seinen Wünschen. Wieso fühlt er sich jetzt so hilflos?
Diese Story ging mir ins Mark und ich hätte so gerne ein ganzes Buch darüber gelesen. Die Novelle hat m.M.n. das Potential für einen eigenständigen Roman, der die (Vor)Geschichte aus der Novelle erzählen könnte.

Obwohl es in H.A. Leuschels Novellen um fiktive Figuren geht, erleben viele Menschen täglich solche oder so ähnliche Schicksalsschläge. Leider sind sie für Aussenstehende oftmals nicht sichtbar, da vordergründig alles schön, heiter und heile erscheint.

Dieses Buch schärft den Blick für Narzissten und andere Manipulatoren und lässt die Leser*innen tief in die Gefühlswelt von Betroffenen eintauchen. Es wird klar, dass die Opfer zuerst gar keinen Einfluss auf das Geschehen haben. Sie werden als Spielfiguren benutzt und wenn sie erkennen, was ihnen geschehen ist, ist es oftmals zu spät.

Trotz des traurigen und düsteren Themas fühlte ich mich mit jeder Novelle sehr gut unterhalten. Sie sind flüssig und fesselnd geschrieben und jede Geschichte kann eigenständig für sich gelesen werden.

 

Fazit

In ihrem Buch schreibt H.A. Leuschel über die extremen und negativen Seiten von Narzissmus und Narzissten. Mir hat die Autorin durch ihr Geschichten die Augen geöffnet. Ich bin etwas sensibler geworden und achte mehr auf das Verhalten meiner Mitmeschen. Durch die verschiedenen Beispiele glaube ich den Unterschied von Narzissten und Meschen mit “nur” schlechtem Charakter verstanden zu haben. Ebenso fällt es mir aber jetzt auch leichter zu verstehen, wie Leute zu Opfern von Narzissten werden. Vieles erscheint sehr beiläufig und zufällig, obwohl von Narzissten genau so geplant und eingefädelt.

Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch mit fünf verschiedenen Beispielen zu Narzissten und wie ihr Verhalten und ihr Umgang mit den Mitmenschen das Leben dieser immens beeinträchtigt und / oder zerstört hat.

 

Die guten Seiten des Narzissmus

Nachdem wir so viel über die negativen Seiten und Nachteile des Narzissmus gesprochen haben, möchten wir die Vorteile des Narzissmus nicht unerwähnt lassen. Alles andere wäre auch ein recht einseitiges Bild.

Ja, es stimmt: Narzissten sind anstrengend, selbstverliebt und eitel bis in die Haarspitzen – das muss man erst mal ertragen können. Andererseits: Nicht jeder, der von seiner Meinung oder Entscheidung überzeugt ist, ist automatisch ein Narzisst. Womöglich hat er oder sie auch einfach nur Recht. Das ist zwar auch nicht leicht zu ertragen, hat aber seine Berechtigung. „Viele Eigenschaften, die man heute gern narzisstisch nennt, sind durchaus gesund“, erklärte Narzissmus-Experte und Chefarzt für Psychiatrie am Asklepios-Klinikum Nord in Hamburg, Professor Claas-Hinrich Lammers, gegenüber der Apotheken-Umschau.

Überdies gibt es sogar einige positive Seiten des Narzissmus. Der Psychologe Delroy Paulhus fand zum Beispiel bei einem Experiment heraus, dass narzisstische Gruppenmitglieder bereits beim ersten Treffen von allen anderen als besonders offen, kompetent, gewissenhaft, kontaktfreudig oder unterhaltsam empfunden wurden. Und das ist durchaus gut für den Teamgeist.
(Quelle: Karrierebibel)

Weitere Vorteile siehe Link Karrierebibel



Weitere Rezensionen

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Ich danke der Autorin, die mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Wer sich für das Thema interessiert und das Buch in naher Zukunft gerne lesen (und evtl. rezensieren) möchte, soll sich bitte bei mir melden! Der*die Erste bekommt das Buch von mir geschenkt und zugeschickt. Ich benötige lediglich die Adresse für den Versand. Ich verschicke es als Büchersendung, übernehme jedoch keine Haftung im Falle des Verlustes beim Postversand.



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