Mehr als die Erinnerung
Historisch | Rezensionen

[Buchvorstellung] Mehr als die Erinnerung – MELANIE METZENTHIN

25. Juli 2019

Buchbeschreibung

Der neue Roman der Bild-Bestsellerautorin Melanie Metzenthin ist ein mitreißendes Porträt der zwanziger Jahre und ein bewegender Appell an die Liebe.

Gut Mohlenberg, 1920: In der Einrichtung für psychisch kranke Menschen kümmert die junge Medizinerin Friederike von Aalen sich liebevoll um die Patienten. Einer von ihnen ist Friederikes Mann Bernhard, der nach einer Hirnverletzung im Krieg ihre besondere Zuwendung braucht. Der schneidige Leutnant von einst erinnert sich an vieles nicht, aber mit seiner Frau verbindet ihn noch immer eine tiefe Liebe.

Da geschehen in der Gegend kurz hintereinander zwei grausame Morde. Man ist schnell bei der Hand mit den Verdächtigungen: Es muss einer der »Geisteskranken von Mohlenberg« gewesen sein! Doch Friederike würde für ihre Patienten die Hand ins Feuer legen und stellt heimlich eigene Nachforschungen an. Was weiß Walter Pietsch, der Mann mit den schlimmen Verbrennungen, den sie vor Kurzem erst eingestellt haben? Und welche Rolle spielt der hochintelligente, aber kühle Dr. Weiß? Zu spät begreift Friederike, dass sie mit ihren Fragen sich selbst und die Menschen in ihrer Nähe in große Gefahr gebracht hat …

 

Meine Meinung

Ich bin sehr begeistert von diesem Buch! Die Autorin, die selbst Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie ist hat es geschafft, eine berührende, einfühlsame und interessante Geschichte, gespickt mit Krimielementen, zu erzählen,  die Leser*innen den Alltag in sog. “Irrenanstalten” Anfang des 20. Jahrhunderts näher bringt.

Dabei erfahren wir auch ein wenig über Soldaten aus dem 1. Weltkrieg, wie sie gekämpft haben und welche Auswirkungen der Krieg auf einige hatte. Viele Soldaten, die mit “Zitteranfällen” aus dem Krieg zurückkamen, wurden in solchen “Irrenanstalten” behandelt. Selten ging man angemessen und feinfühlig mit ihnen um, wie auf Gut Mohlenberg, der Anstalt für Geisteskranke im Buch von Frau Metzenthin.

Auf Gut Mohlenberg finden Geisteskranke und Schwachsinnige ein würdevolles Leben. Sie werden dort nicht nur wie Patienten behandelt, sondern als Menschen und sind Teil einer Gemeinschaft und übernehmen Verantwortung für bestimmte Arbeitsbereiche im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Dem gegenüber zeigt die Autorin auch die andere Seite auf. Denn überwiegend wurden solche Patienten nicht mehr als vollständige Menschen mit Rechten angesehen und mit ihnen wurde geforscht und experimentiert, was oftmals zu ihrem Tod geführt hat. Ich Nachwort geht Melanie Metzenthin noch viel genauer auf diese Sachverhalte ein.

Durch zwei Morde, die auf dem Gut passieren, kommt Spannung in die Geschichte. Friederike, die Tochter des Mannes und Arztes, der Gut Mohlenberg führt, erkennt nach und nach, dass diese Morde mit der Anstalt in Verbindung stehen und versucht die Geheimisse aufzudecken. Gespannt verfolgte ich, wie der*die Täter*in entlarft wurde und welche Motivation dahinter steckte.

Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Die Sprache und der Schreibstil der Autorin gefallen mir sehr. Auch das Ende fand ich gelungen. Es ist anders, als man erwartet und deshalb rundet es das Buch sehr gut ab. Ich habe  die Geschichte in drei Tagen gelesen. Es war mein erstes Buch der Autorin aber ganz sicher nicht mein letztes.

 

Fazit

Ein historischer Roman, der sehr informativ ist und mit Spannung und tiefgehender Liebe, trotz widriger Umstände, die Leser*innen für sich einnehmen kann. Absolut empfehlenswert!


Weitere Rezensionen

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Ich danke der Agentur ehrlich & anders sowie dem Tinte & Feder Verlag, die mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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  1. Hallo Monerl,

    und erneut ein Buch was wegen dir auf der Wunschliste landet … du machst mich noch arm 😉 Wie bist du denn zu der Geschichte gekommen? Das Grundsetting finde ich ja wahnsinnig interessant und wenn die Autorin auch noch weiß, was sie da schreibt, ist das ganze natürlich nochmal interessanter!

    Danke für deine Meinung und immer weiter so, ich lese deine Rezensionen so gerne!
    Antonie

    1. Liebe Antonie,
      dieses Buch habe ich als Rezensionsexemplar angeboten bekommen. Der Klappentext hatte mich sofort überzeugt. Zudem noch auch die Tatsache, dass die Autorin über das Thema schreibt, in dem sie auch beruflich zu tun hat. Das fand ich spannend! Kann dir das Buch ans Herz legen.
      Freue mich sehr über dein Lob zu meinen Rezensionen. :-*
      GlG, monerl

  2. Liebe Monerl,

    als Bild-Bestsellerautorin würde ich ja nicht gerne benannt werden. Um so erstaunlicher, dass sie sich durch ihren Beruf und nach Deinen Schilderungen gar nicht so “Bild-mäßig” anhört.
    Ist es Dein erstes Buch von ihr? Habe gerade gelesen, dass psychische Erkranungen bei ihr öfter eine Rolle spiele.
    Schön, dass Du Freude mit dem Buch hattest.

    Liebe Grüße
    Petrissa

    1. Liebe Petrissa,
      ich weiß, was du meinst. Aber so schlimm finde ich es nicht. Die Bild hat einen großen Absatzt und nicht alle, die die Bild lesen, sind dumm. Somit ist es schon auch ne Auszeichnung. Und die Autorin schreibt wirklich gut! Ich werde auch ihre anderen beiden Bücher lesen. Dass sie Ärztin aus diesem Bereich ist, merkt man.
      GlG, monerl

      1. Haha, ich dachte, wie Petrissa, na, ob der Titel “BILD-Bestsellerautorin” so ne Auszeichnung ist 😀
        Aber die Geschichte klingt wirklich wirklich gut! Überhaupt ist die Geschichte der Medizin faszinierend.
        Das könnte was für meine Mama sein… Mal sehen, ob erst ich es lese und dann ihr schenke 😉

        1. Leider habe ich das Buch schon vertauscht, sonst hätte ich es dir für deine Mama und dich gegeben. Nächstes Mal musst du schneller sein. 🙂

          1. Das wäre ja lieb gewesen, daran hatte ich gar nicht gedacht. Nee, is okay.
            Du warst diesen Monat aber auch so fleißig; und ich kommentiere doch immer blogweise auf Blogs (haha)
            Ich hab es mal angefragt, mal sehen, was daraus wird. Ich könnte meine Mama in unserem gemeinsamen Urlaub damit überraschen, das wäre sicherlich cool

            1. Ja, mir geht es auch so, dass ich nicht immer kommentieren kann, wie ich will. Dann mache ich das Phasenweisen, nicht blogweise. 😀
              Ich drücke dir die Daumen, dass es klappt! Bin fast sicher, dass euch das Buch auch gefallen wird! Wohin geht´s in eurem gemeinsamen Urlaub?

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