Singe ich tanzen die Berge
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[Buchvorstellung] Singe ich, tanzen die Berge – IRENE SOLÀ

13. April 2022

#432 Rezension

 

Buchbeschreibung

Gewitterwolken schürfen über den Rücken der Pyrenäen und ein Blitz erschlägt den dichtenden Bauern Domènec, dessen junge Frau Sió mit ihrem Schwiegervater und ihren Kindern allein zurückbleibt. Doch das Leben geht weiter. Teilnahmslos beobachten die Berge das Werden und Vergehen derer, die dort leben. Die junge katalanische Schriftstellerin Irene Solà, die für diesen Roman 2020 mit dem Europäischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, erschafft und belebt eine vielstimmige und poetische Welt, erzählt durch starke Frauen und mystische Stimmen von Großeltern, Eltern, Kindern, Tieren, Geistern, dem Wald und den Wolken. Sie alle bilden diese Geschichten, die auf eine schöne und magische, aber auch tragische Art und Weise miteinander verbunden sind. Alle vereint im Kreislauf von Geburt, Leben und Tod. Solà erzählt die Geschichte der Berge, die die Erinnerung an Jahrhunderte, an geologische Epochen, politische Konflikte und die Verbindung mit der Natur umfasst.

 

Meine Meinung

Ein außergewöhnliches und beeindruckendes Buch, auf das man sich einlassen können muss!

Die Autorin nimmt ihre Leserschaft mit in den spanischen Teil der Pyrenäen, nach Camprodon, einen Ort in den Bergen, in dem das Wort „Dorf“ noch seine ursprüngliche Bedeutung hat. Sie erzählt von Katalonien, der Region direkt zur Frankreich, den damaligen Fluchtwegen von Republikanern, Zivilisten und Soldaten, die über die Pyrenäen nach Frankreich geflohen sind und wie es ihnen ergangen ist. Ganz fein, webt sie mit poetischer Sprache Geschichtliches hinein, über das die aufmerksame Leserschaft stolpern wird.

Die Erzählperspektive wechselt kapitelweise und auch das ist außergewöhnlich, da Mensch, Geist, Tier und Natur eine Erzählstimme erhalten. Mal wird es traurig, grausam, mystisch und auch erotisch. Dieses Buch ist voller Überraschungen, wenn man sich von der (herkömmlichen) Idee, wie ein Roman erzählt werden soll, trennen kann.

Zu Beginn hatte ich meine Schwierigkeiten damit, die sich nach und nach legten. Ein zarter, hellroter Faden führt durch die Handlung, die im weitesten Sinne so beschrieben werden kann. Über viele Jahre hinweg begleiten wir eine kleine Auswahl an Charakteren stichprobenartig.

War ich zwischendurch noch unentschlossen, ob ich mich für das Buch begeistern kann oder nicht, hat mich das Ende dann doch irgendwie versöhnt. Ein seltsamer Kreis schließt sich. Ich kann das Buch zuklappen und mich daran erfreuen, mich auf dieses Leseerlebnis eingelassen zu haben.

 

Fazit

Wer schwer über den Tellerrand seiner Lesegewohnheiten hinwegsehen kann, wer mit poetischer Sprache, Gedichten und Wolken als Erzählende nichts anfangen kann, lässt aber besser die Finger vom Buch.

 

Weitere Rezensionen

– wird nachgetragen –

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  1. Hallo Monerl,
    endlich komme ich mal wieder zu Besuch auf deinem Blog.
    Von der Inhaltsangabe her, hätte mich das Buch auch interessiert. Deine gut umrissene Rezi macht mich aber nachdenklich und unschlüssig, ob es etwas für mich wäre. Ich denke mal, eher nicht.
    Liebe Grüße
    Barbara

  2. Ich glaube nicht, dass das ein Buck für mich sein könnte. Mich schreckt da schon der Titel ab. Aber, nur so entdeckt man grundsätzlich neue Bücher. Man muss über den Tellerrand schauen. Lg

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