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[Buchvorstellung] So, und jetzt kommst du – ARNO FRANK

27. Juni 2017

#141 Rezension
5 von 5 Sternen

 

Buchbeschreibung

Es beginnt als Familiengeschichte, wird zum Abenteuer – und dann zum Albtraum.

Vater, Mutter und drei Kinder in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre: Der Autoverkäufer Jürgen und seine Frau Jutta sind verschuldet, aber glücklich. Als auf einmal das «große Geld» da ist, wandert die Familie fluchtartig nach Südfrankreich aus. Dort leben vor allem die drei Geschwister wie im Paradies, doch die Eltern benehmen sich immer seltsamer – bis ein Zufall enthüllt, dass der Vater ein Hochstapler ist. Er hat das Geld unterschlagen und bereits aufgebraucht, als sich die Schlinge enger zieht. Im letzten Moment flieht die Familie vor dem Zugriff der Behörden, und eine Jagd durch ganz Europa beginnt …

Meine Meinung

 

Arno Frank hat einen autobiografischen Roman geschrieben, der ein Auszug aus seiner Kindheit und Jugend ist, aber natürlich auch der, der beiden Geschwister.

Nach vielen positiven Rezensionen, die ich gelesen habe, war klar, das ist ein Buch für mich! Doch auch all diese Meinungen konnten mich nicht richtig auf das Buch vorbereiten. Ist es zu Anfang leicht und locker mit viel Wortwitz geschrieben, verschwindet dieses immer wieder Erheiternde zunehmend und mir war regelrecht Angst und Bange vor dem Ende! Warum? Weil man sich zwischendurch immer wieder daran erinnert, dass diese Flucht der Familie keine erfundene ist!

Der Autor schreibt aus seiner jugendlicher Sicht. So bekommt der Leser / Hörer die Erlebnisse der Flucht in der Form mit, wie ein Kind / Jugendlicher seines Alters das Ganze gesehen, erlebt und empfunden hat. Aber auch die Auswirkung auf die Geschwister, die jüngere Schwester Jeany und den ganz kleinen Bruder Fabian, der zu dieser Zeit gerade mal zarte zwei Jahre alt war, können gut nachvollzogen werden.

Kinder haben eine feine Nase, wenn die Stimmung kippt. Oftmals verstehen sie nur nicht den Grund. Für Kinder sind Erwachsene in vielerlei Hinsicht kompliziert, können ihr Handeln selten verstehen, doch es muss schon sehr viel passieren, bis sie ihren Eltern nicht mehr vertrauen, sie nicht als unerschütterlich betrachten und Fremde um Hilfe ersuchen. Bis das passiert wissen die eigenen Eltern in den Augen der Kinder immer was am besten für die Familie ist. Dass das so ist, kann man dem Buch sehr gut entnehmen.

Kommt doch von Jeany immer wieder die Feststellung und damit einher die Frage (sinngemäß): “Wir haben doch nicht mehr viel Geld. Wie viel Geld haben wir eigentlich noch?”. Weiß sie doch mit ihren zarten 12 Jahren, dass, wenn man nicht arbeitet, sich das Geld auch nicht vermehren kann.

Nach der kurzen, ausschweifenden Phase in Saus und Braus in Frankreich, geht es von heute auf morgen wieder los auf die Straße. Die Mutter und die Kinder folgen dem Vater wie die Lemminge. Was sollen sie auch anderes tun? Ist er es doch, der die Familie zusammenhält, zu jedem Preis, er weiß es am besten und er ist derjenige, der noch ausstehende Schulden von ehemaligen Geschäftspartnern einzutreiben weiß. Er weiß immer, wie die Familie zu Geld kommen wird. Durch viel Charme und Überzeugungskraft, schafft er es immer wieder, dass die Familie ein Dach überm Kopf hat. So lässt man sich auch als Leser von Jürgen becircen und schüttelt noch leicht lächelnd den Kopf über die vielen Menschen, die er für sich vereinnahmt, bis … ja, bis wann?! Bis Jeany in Portugal, auf einer Zwischenstation ihrer Flucht, vor ihrem großen Bruder Arno, der sie in einer Kneipe mit einem älteren Mann zusammensitzen sieht, zugibt: “Aber ich habe HUNGER!” All das Bemühen des Vaters die Familie zusammenzuhalten, weiter zu lügen und vor dem Gefängnis zu fliehen macht die Mägen der Kinder nicht voll. Und das der beiden Familienhunde noch weniger.

Der fast 15jährige Arno bringt es dann auf den Punkt, in dem er sinngemäß sagt, dass der Vater und die Mutter ihr bestes tun. Oder ob sie (Jeany), nachdem der Vater verhaftet wird, in ein Kinderheim gesteckt und von ihren beiden Brüdern getrennt werden möchte. Er hat verstanden, dass das Sich-Stellen des Vaters auch weitreichende Folgen für die Kinder haben würde.

So zitterte ich als Hörerin dieser Geschichte dem Ende entgegen. Es konnte kaum gut enden, doch WIE würde es enden? Ich wollte es wissen und doch wieder nicht! Ich wurde überrascht davon, wer das Ende einleitete, da ich damit so nicht gerechnet hatte! Und dann war ich froh und ebenso erlöst.

Ich lauschte durchweg gespannt der Stimme Devid Striesows, der mich mit seiner Lesung überzeugte, dass, wer Hörbücher liebt, dieses Buch unbedingt hören sollte! Er schaffte es mich in die Flucht hineinzuziehen.

Eine wundersame Geschichte über die Flucht einer Familie, die traurigerweise das echte Leben geschrieben hat. Sehr, sehr spannend und tragikomisch! Ein geniales Werk und Lese-/Hörhighlight in 2017.

 
 

Fazit

Eine wundersame Geschichte über die Flucht einer Familie, die traurigerweise das echte Leben geschrieben hat. Sehr, sehr spannend und tragikomisch! Ein geniales Werk und Lese- / Hörhighlight in 2017.

 

______________________________________
Gelesen von: Devid Striesow
Spieldauer: 9 Stunden 58 Minuten
Version: Ungekürzte Ausgabe 
Verlag: Random House Audio
Erscheinungsdatum: 06. März 2017
Sprache: Deutsch
 

Weitere Rezensionen

Die Rezension, die in mir den Lesefunken für das Buch entfacht hat, war von Petra vom Blog LiteraturREICH. HIER könnt ihr nachlesen, wie sie mich für das Buch vereinnahmen konnte! Das Buch hatte gehalten, was Petras Rezension versprach.

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Arno Frank liest aus “So, und jetzt kommst du”

 

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Aufgezeichnet von Heiner Wittmann anlässlich der Leipziger Buchmesse 2017 für blog.klet.cotta.de

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    1. Liebe Ela,es ist ein wunderbares Buch, das dir ganz bestimmt gefalen wird! Es ist toll! Autobiografisch, dennoch spannend und witzig und ganz klar, sehr tragisch. Eine super Kombination!GlG vom monerl

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