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[Buchvorstellung] Tod am Kap (Strauss Mysteries 1) – JOYCE SUMMER

11. Juli 2018

#236 Rezension


Buchvorstellung

Drückende Hitze liegt über Südafrika und das Wasser wird knapp. Eine brutale Mordserie erschüttert das Kap der Guten Hoffnung. Captain Pieter Strauss von der Kapstädter Spezialeinheit der Valke versucht, den Mörder zu fassen. Was treibt den Täter an? Ist es alter Aberglaube und er hofft, die Regenkönigin durch seine Morde zu wecken? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Pieter wird mit seinem alten Freund Nick Aquilina in einen Strudel gezogen, der sie bis tief in die erbarmungslose Welt der Townships treibt und in die Machenschaften der großen Konzerne verwickelt.


Meine Meinung

Dieses Mal führt uns Joyce Summer nach Südafrika. Ein weiterer großer Schritt südwärts. War es im letzten Krimi noch Comissarío Avila, der die Hauptrolle innehatte, begegnen wir dieses Mal Nick Aquilina, der als Profiler seinen südafrikanischen Freund Captain Pieter Strauss unterstützen soll. Seltsame Morde, die eine Verbindung aufweisen, müssen schnellstens gelöst werden, denn es besteht die Gefahr, dass es nicht bei den beiden Toten bleiben wird. Die Spur führt zu den Gangs in den gefährlichen Townships und seltsamerweise auch zu Chopine, dem französischen Unternehmen, dass von der südafrikanischen Regierung die Förder- sowie Verkaufsrechte am Wasser erhalten hat. Das kommt euch bekannt vor? Ja, leider ist dieser Aspekt von Joyce Summer nicht erfunden worden.

Captain Pieter Strauss befindet sich in einer schwierigen Lage. Die Stimmung intern ist aufgeheizt, da es auch Jahre nach der Apartheid unter der Bevölkerung noch große Ressentiments gibt. Die gemischten Abteilungen der Polizei arbeiten nicht immer so Hand in Hand, wie sie es sollten. Zusätzlich führt die steigende Wasserknappheit zu Aggressionen der Bevölkerung. Menschen sterben an Wassermangel, an Krankheiten durch den Wassermangel und es ist keine Besserung in Sicht. Wer Freund und wer Feind ist kann in diesem explosivem Gemenge nicht mehr so leicht entschieden werden. Wenn die Not am größten ist, nimmt der Aberglaube auch wieder einen stärkeren Stellenwert im Alltag ein. In Südafrika gibt es Legenden über Regenköniginnen. Diese spielen im vorliegenden Buch auch eine Rolle.

Während des Lesens fühlt man sich nach Südafrika versetzt, da die Autorin viele Wörter aus dem Afrikaans in die Dialoge eingeflochten hat. Was sich einem nicht auf Anhieb erschließt, kann hinten im Glossar nachgelesen werden. 

Joyce Summer hat ein sehr gutes Gespühr für ihre Figuren. Die Charakterisierungen der Protagonisten ist immer sehr tiefgehend und umfangreich. Auch Nebenfiguren sind ihr nicht egal. Und genau das macht eine schöne Stimmimung im Buch, auch wenn das Thema und das Genre eher düster sind.

Dieses Mal habe ich sogar einiges über Rugby gelernt. Sehr schön kombiniert werden strategische Überlegungen zum Fall von Captain Pieter Strauss mit dem Rugby verglichen. Das hat den Plot sehr angenehm aufgelockert.

Die Auflösung des Falls hat mich überrascht! Am Ende war ich sicher, dass nur zwei Personen als Täter übrig bleiben und doch war keine von beiden der gesuchte Mörder. Dennoch war ich mit dem Motiv der Tat nicht so ganz zufrieden. Es fühlte sich etwas übertrieben an. Aber vielleicht ist es in so einer Situation doch realistisch. Es fiel mir jedoch etwas schwer das nachzuvollziehen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das Fluchen der Beamten. Ich fühlte mich nach Amerika versetzt und würde sehr gerne wissen wollen, ob das sehr intensive Fluchen bei der südafriaknischen Polizei wirklich so gang und gäbe ist.


Fazit

Mit “Tod am Kap” ist es Joyce Summer gelungen aus dem realen Problem der Wasserkanppheit, der falschen Verteilung von Rechten am Wasser sowie Geldgier der Regierung einen Krimi zu machen, der spannend und informativ ist. Man fühlt das explosive Gemisch von unterschiedlichen Gefühlen, das in Kapstadt vorherrscht und kann sich sehr gut vorstellen, dass auch Polizisten und Spezialeinheiten eine gewisse Angst haben, nachts in die Townships zu gehen, die von Gangs beherrscht werden. Wer literarisch gerne durch die Welt gondelt und auch mal nach Südafrika reisen will, zudem Krimis mag, dem kann ich dieses Buch von Joyce Summer sehr gerne empfehlen.


Weitere Rezensionen

++   Buchfeeling

+     Der Leseratz


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Ich danke der Autorin, die mir freundlicherweise das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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  1. Moin, liebes monerl,
    es geht doch nichts über einen schönen Krimi, der einen noch zu überraschen weiß.
    Ich habe kürzlich “Mord in Cornwall” von John Bude gelesen. Das ist aus den 1930er Jahren, quasi ein Klassiker. Und während ich fernsehtechnisch gerne die CSI-Serien schaue, merke ich doch, das ich als Buch lieber die Klassiker mag. Oder halt die Crasy-Krimis mit ihren privaten Ermittlern.
    Liebe Grüße, Anne

    1. Moin, moin Anne,
      ich war vom Ende absolut überrascht. Auf den Täter bin ich nicht gekommen!
      Du bist so gestrickt wie ich, lustig! Ich liebe auch CSI und ähnliche Krimiserien, doch am liebsten lese ich auch meine Miss Marple usw. 🙂
      GlG, monerl

  2. Guten Morgen liebe Monerl,

    WTF?? Nein, fühlt sich nicht bekannt an. Im Ernst jetzt? Das Wasser wird verkauft? Man muss für das Wasser aus der Leitung zahlen oder wie? O.O

    Hört sich jedenfalls nach einem interessantem Krimi an.

    Liebe Grüße
    Petrissa

    1. Guten Morgen meine Liebe,
      wie, du hast noch nichts von Nestlé gehört? HIER mal eine kleine Info. Aber auch das HIER ist interessant. So kannst du dich weiter durchs Netz klicken und weinen ohne Unterlass. Es wird für viel Geld das Wasser der Armen verkauft, die dann in den dortigen Firmen arbeiten und Wasser verpacken dürfen und gnädigerweise 2 x 0,5 L (oder so) als Tagesration vom Unternehmen erhalten. Die Arbeiter trinken das aber nicht, sondern nehmen das sehr gute Wasser mit nach Hause, um es der Familie zu geben. Denn das Wasser, was ihnen zur Verfügung steht, macht krank. Paradox aber wahr. Leider!
      GlG, monerl

      PS.: Das ist der Krimi wegen dem ich dich damals angeschrieben hatte… 😛

      1. :´´((
        Doch, Nestle sagt mir was, aber ich gestehe, ich habe es immer schnell verdrängt. Ich lese mir Deine Links durch.
        Manchmal denke ich, den Menschen geschieht es recht, wenn die Welt untergeht.

        An so vielen Fronten kann man gar nicht kämpfen, wie man kämpfen müsste. 🙁

        Ich weiß, dass es das Buch ist. Habe das Cover und den Inhalt wieder erkennt. Aber ich lese halt nicht so gerne Krimis. Selbst die von Poznanki und Donna Leon schaffe ich nur einen im Jahr. ._.

        Weißt Du was, nach dem traurigen Thema: Ich war gerade am Main und das war so schön. Die Luft tat total gut. Das schicke ich mal zu Dir rüber. *eine dicke prise, fast wie am meer* ♥ ♥ ♥

        1. Da sieht man mal, wie gut Verdrängung wirken kann! Den Videolink empfehle ich dir, falls du nicht viel Zeit zum Lesene hast und schnell einen Überblick erhalten willst. Im Video wird alles gesagt. Ganz schlimm, was dort unten mit dem Wasser und den Menschen passiert. 🙁

          Danke für die tolle Luft und den schönen Gedanken bei dem Wetter am Main zu sein! Das hilft mir etwas hier im Büro… :-*

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