Töchter
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[Buchvorstellung] Töchter – LUCY FRICKE

18. April 2019

#61 Kurzmeinung
#Gehört und Gelesen
#WirLesenFrauen

 

Buchvorstellung

Martha und Betty kennen sich seit zwanzig Jahren. Jetzt fahren sie gemeinsam in die Schweiz, aber eher unfreiwillig. Marthas Vater sitzt auf der Rückbank und raucht und trinkt, obwohl – oder gerade weil – er todkrank ist. Was als eine finale Fahrt beginnt, ist vielmehr der Auftakt zu einem Roadtrip, der seinesgleichen sucht. Denn auch Bettys Vater, der viel zu früh aus ihrem Leben verschwand, wird zu einer weiteren Station in der Fahrt zweier Frauen, die zusammenhalten und nur schwer aufzuhalten sind. Eine groteske Reise Richtung Süden, durch die Schweiz, Italien, bis nach Griechenland, immer tiefer hinein in die Abgründe der eigenen Geschichte.

Bonus Hörbuch: Interview mit Autorin und Sprecherin.

 

Kurzmeinung

  • Genre: Gegenwartsroman, Roadtrip
  • Handlung: Zwei Freundinnen, Töchter mit “Problemvätern”, fahren Marthas Vater in eine Sterbeklinik in die Schweiz. Das Ziel ist klar, der Weg eigentlich auch. Und doch wird aus dieser Fahrt eine echte Katastrophe!
  • Charaktere: Martha und Betty, zwei frauen um die 40, die ihre eigene Mitte nicht gefunden haben. Gespannte Verhältnisse zu ihren Müttern, keine richtigen Bindungen zu ihren Vätern und ständig auf der Suche nach etwas, das scheinbar unerreichbar ist. Frustrierte Frauen, denen doch so viele Türen im Leben offen standen. Sie wirken unecht, übertrieben negativ und total destruktiv.
  • Spannung: Bei Roadtrips ist meistens der Weg das Ziel. Doch nicht hier bei diesem Roman. Es gibt keine Spannung und keine Entwicklung. Weder von oder für die Figuren, noch für die Geschichte.
  • Schreibstil und Sprache: Der Schreibstil ist recht einfach und flüssig zu lesen. Zu Beginn konnte mich das Buch noch mitreißen. Ich war gespannt, was aus der Geschichte werden wird. Doch recht schnell flachte alles ab. Die Autorin bedient sich vielen Klischees. Die Handlung suchte ich vergeblich. Eine Irrfahrt duch Italien, ein Trip nach Griechenland – wofür das Ganze, ist mir schlussendlich nicht klar geworden.
  • Ende: Das Beste am Buch ist das Ende! Es hat mich überrascht und ich finde es gelungen.
  • Hörbuch: Hätte ich bloß das reine Buch gelesen, hätte ich wahrscheinlich abgebrochen! Die Sprecherin Sabine Arnold schaffte es jedoch, dass ich das Buch zu Ende hörte. Es war angenehm ihr zuzuhören, obwohl die Geschichte oftmals sehr abstrus war. Das Interview am Ende des Hörbuchs mit Sprecherin und Autorin fand ich super. Darin erzählt Lucy Fricke über ihr Schreiben und ihr Leben sowie Hintergründe zum Buch.
  • Fazit: Leider ein Flop! Meine Erwartungen waren sehr hoch, da der Roman den Bayerischen Buchpreis 2018 bekommen hat. Deswegen hatte ich eine überdurchschnittliche Sprache oder einen ausgeklügelten Plot erwartet. Bekommen habe ich jedoch nichts dergleichen. Ich folgte Charakteren, die sich entgegen ihrer Darstellung verhielten. Ich ertrug eine seltsame Grabschändung, eine nicht nachvollziehbare Verliebtheit, viele Sonnenblumenkerne, eine Waffe und Entgleisungen ohne richtigen roten Faden. Ich stelle fest, dass bepreiste Bücher kein Garant für gute Literatur sein muss.


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  1. Hi monerl,
    egal, wie das Buch ist, aber für Sätze wie diese hier feier ich dich einfach (und ich bin mir sicher, dass sie um Einiges hochwertiger sind wie das Buch):

    Ich ertrug eine seltsame Grabschändung, eine nicht nachvollziehbare Verliebtheit, viele Sonnenblumenkerne, eine Waffe und Entgleisungen ohne richtigen roten Faden. Ich stelle fest, dass bepreiste Bücher kein Garant für gute Literatur sein muss.

    Daumen hoch!
    Daniela

  2. Guten Morgen Monerl

    Das ist ja schade. Die Thematik würde mich total interessieren. Irgendwie ist es ja beruhigend, einem qualvollen Sterben zu entrinnen. Aber der Weg dorthin muss echt schlimm sein. Schade dass dich der Erzählstil nicht überzeugen konnte. Ich muss mal in das Hörbuch reinhören.

    Liebe Grüße,
    Gisela

    1. Hallo Gisela,
      den meisten Leuten hat das Buch gefallen. Ich gehöre also zur Minderheit. Vielleicht ist es ja doch was für dich? Ich persönlich würde es halt nicht empfehlen. Mir fehlte der rote Faden und das Besondere. Obwohl ich eigentlich im Alter der Protagonistinnen bin, konnte ich ihr Handeln nicht nachvollziehen… Und klar, Geschmäcker sind verschieden. Manchmal passt ein Buch besser oder schlechter. Doch ich bin fast sicher, dass mir diese Geschichte so zu keiner Zeit besser gefallen hätte. 😉
      GlG, monerl

    1. Das Kuriose ist dabei, dass die meisten Literaturblogger dieses Buch haushoch gelobt haben. Und ich mich nach dem Lesen ihrer Rezis gefragt habe, welches Buch ich denn gehört und gelesen habe, da ich es so schlecht fand und enttäuscht war… haha
      Sonnige Grüße aus Mittelhessen und schöne österliche Feiertage für dich und die deinen!
      monerl

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