Rezensionen | Roman / Gegenwartsliteratur / Liebe / Romantik / Chick-Lit

[Buchvorstellung] Traumfänger – MARLO MORGAN

27. Juni 2018

#41 Kurzmeinung
#VomSuBbefreit #Gehört und Gelesen


Buchvorstellung

Was eine seltene Ehre ist, kostet die amerikanische Ärztin Marlo Morgan zunächst viel Kraft und Überwindung: eine dreimonatige rituelle Wanderung durch den australischen Busch als Gast der Aborigines. Doch im Laufe der strapaziösen Tour erfährt sie eine ungeheure emotionale Bereicherung und spirituelle Wandlung.


Kurzmeinung

  • Genre: Roman, fiktiv
  • Handlung: Von den “Wahren Menschen”, einem eigenen Aborigine-Stamm, in die Wüste Australiens entführt, lernt die Protagonistin viel über sich selbst, den Zusammenhalt untereinander, das Leben zu schätzen, zu helfen und erfährt auch eine gewisse Spiritualität. Sie lernt materielle Dinge loszulassen aber auch Gedanken, Ängsten, Wut sowie anderen Emotionen. Dadurch erfährt sie Selbstliebe, Stärke und ein größeres Selbstbewusstsein.
  • Charaktere: Die Autorin stellt sich als Protagonistin dar. Der erfundene Aborigine-Stamm der “Wahren Menschen” ist so wundervoll charakterisiert, sodass man glauben möchte, es gäbe ihn wirklich. Ich wünschte mir, sie würden mich entführen und mich damit zu meinem inneren Kern führen.
  • Spannung: Ich empfand das Buch als sehr aufregend. Ich war sehr gespannt zu erfahren, was der Grund für die “Entführung” war, was die Protagonistin alles erleben würde, welche Geheimnisse sich noch auftun könnten. Die beschriebene Lebensart und -einstellung der “Wahren Menschen” fand ich absolut faszinierend.
  • Schreibstil: Der Schreibstil ist der Geschichte angepasst, direkt und einfach. Eine schöne Erzählung, die ich gerne gelesen habe.
  • Ende: Das Buch bringt Hoffnung und zeigt auf, dass Änderung und Veränderung möglich ist; auch im Alltag. Obwohl mich der Abschluss des Buches nicht ganz so überzeugen konnte, wird mir dieses Buch noch sehr lange in Erinnerung bleiben. Ganz sicher werde ich es irgendwann noch einmal lesen.
  • Hörbuch: Als Hörbuch einfach grandios! Man kann sich zurücklehnen und genießen. Die Augen schließen und mit dem inneren Auge der Wanderung mit den Aborigines folgen. Ich habe sogar die Teile, die ich als Hörbuch hörte noch mehr genossen, als das eigene Lesen des Taschenbuchs. Ursula Illert schafft es mit ihrer sanften Stimme, dass man an das Märchen von den “Wahren Menschen” glauben möchte.
  • Fazit: Ursprünglich dachte auch ich, dass dieser Roman auf einer wahren Begebenheit beruht. Dass die Autorin diese Reise, diese auch spirituelle Wanderung mit den Aborigines erlebt und in Romanform niedergeschrieben hat. Im Laufe der Zeit, der Jahre, die das Buch auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) lag, habe auch ich mitbekommen, dass Marlo Morgan 1996 zugegeben hatte, dass sie die ganze Geschichte erfunden hatte. Und neben der Enttäuschung, bin ich dennoch von der Geschichte begeistert! Wie sehr wünschte ich mir, sie wäre wahr! Nichtsdestotrotz brachte sie mich zum Nachdenken und zum In-mich-kehren, vieles zu überdenken und mehr das Positive zu sehen. Ich zolle der Autorin Bewunderung, wie sie es einige Jahre geschafft hatte, dass viele glaubten, die Geschichte wäre ihre eigene. Ob sie nun dazu gedrängt worden ist die Wahrheit zu sagen oder auch nicht, macht für mich das Buch nicht weniger gut und bewundernswert. Ein tolles Buch für Leser, die der Spiritualität oder auch Esoterik nicht abgeneigt sind. Die gerne neue Gedanken zulassen und bereit sind, etwas anderes als das Bekannte als wahre Möglichkeit anzuerkennen. Für alle, die gerne die Aborigines und Australien durch Marlo Morgans Augen sehen und erleben wollen.

 

Weitere Rezensionen

Vielleicht interessiert dich auch

Loading Likes...

Only registered users can comment.

  1. Hallo Monerl 🙂

    oh, ich wusste gar nicht, dass letztlich heraus gekommen ist, dass die ganze Geschichte wirklich rein fiktiv ist. Da gehört aber irgendwo auch einiges dazu es so glaubhaft zu schreiben, dass es lange nicht auffällt 😮 obwohl es natürlich irgendwie auch nicht in Ordnung ist wenn man öffentlich lügt bzw. seine Leser in dem Glauben lässt.

    Interessante Vorstellung jedenfalls!

    Liebe Grüße

    1. Hey Misty,
      ja, das ist rausgekommen. Es gab wohl viel Druck von den Aborigines und auch einige Ungereimtheiten, die dazu geführt haben, dass die Autorin das dann zugegeben hatte. Das Buch sollte verfilmt werden und aufgrund dieses Hin und Hers wurde das Filmprojekt gestoppt. Schade eigentlich. Ich hätte ihn sehen wollen. 😉
      Ich denke, die Autorin hatte niemals mit diesem Erfolg gerechnet! Sie hatte einfach ein Buch geschrieben und dann im Selbstverlag veröffentlicht. Wollte ein bisschen Werbung für Teebaumöl machen und gut. Das Ganze ist aus den Fugen geraten. In erster Linie positiv für sie, da das Buch in zig (üer 20) Sprachen übersetzt worden ist, sich ewig auf der Bestsellerliste gehalten hatte und ihr richtig viel Geld eingebracht hatte. Lügen ist natürlich dennoch doof. Ich denke aber, so wollte sie das gar nicht. Ist einfach aus dem Ruder gelaufen und ab einem bestimmten Punkt war es nicht mehr einfach das Ganze zu handeln.
      GlG, monerl

  2. Hallo Monerl,

    ich hab das Buch vor sehr langer Zeit mal angefangen zu lesen und es ist eins der wenigen Bücher, die ich in die Tonne gekloppt habe, weil ich es nicht ertragen konnte. Ich wusste bis eben gar nicht, dass sie das erfunden hatte. Das ist komplett an mir vorüber gegangen, vielleicht weil ich es schon abgeschrieben hatte. Gab es nicht auch noch ein zweites Buch?
    Ich kann dir gar nicht mehr sagen, was es genau war, da es einfach sehr, sehr lange her ist. Muss gleich nach Erscheinen gewesen sein, da ich es als Hardcover hatte. Ich hatte um die Zeit eine Phase, in der ich alles über Australien gelesen habe und ich hatte auch eine Landkarte an der Wand. Um dir also sagen zu können, was mich so sehr gestört hatte, müsste ich es wohl nochmal lesen, aber dazu habe ich wenig Lust. Ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch auf der Welt, der das Buch doof fand. 😀

    Liebe Grüße,
    Mona

    1. Ui, dann hat dich das Buch regelrecht aufgeregt! Was könnte das sein? Nun hast du mich wirklich neugierig gemacht. hihi Schade, dass es so lange her ist. 🙂
      Durch Aleshanee habe ich gestern erfahren, dass es tatsächlich ein weiteres Buch von der Autorin gibt. Ich hab´s mir mal über TT besorgt und bin sehr gespannt, wie ich es finden werde. Ich hatte auch so eine Australien+Aborigines-Zeit mit 18 oder 20. Ich habe regelrecht jedes Buch von Patricia Shaw verschlungen, sobald es herausgekommen war. haha Diese Bücher stehen heute noch ganz zerlesen in meinen Regalen. Ich kann mich irgendwie nicht von ihnen trennen. Weiß gar nicht warum.
      GlG, monerl

      1. Ja, Patricia Shaw! 🙂 Ich glaube, die habe ich vor kurzem alle gespendet. Platzmangel.

        Ich glaube, ich fand es übertrieben und unglaubwürdig. Ich meine mich zu erinnern, dass Morgan sogar toll fand, wie sie ihr großes Geschäft erledigen. Kann aber auch sein, dass mir hier die Erinnerung einen Streich spielt. 😀

        1. Ich stand immer wieder vor den Regal und hatte die Bücher in der Hand und dann hatte ich sie wieder zurückgelegt! Aber hey, die begleiten mich jetzt schon seit Mitte bis Ende der 90er Jahre! Das sind nun schon über 20 Jahre. hahaha
          Vielleicht spende ich sie dem nächsten Bücherschrank. Nicht alle auf einmal, damit die Leut keine Kriese kriegen und sich nur fragen, war da nicht letzte Woche eins von der Autorin drin. 😀
          Ums große Geschäft geht es auch. Aber eher, wie natürlich das in der Wüste eben gemacht wird. hihi Loch graben, rein und vergraben. Ich kenne das aus meinen Wüstenurlauben. Ist nicht schlimm. Find das gut, ist viel besser für die Umwelt. Hab 2003 Urlaub in Wien gemacht und dort das Hundertwasserhaus und die Auststellung dazu. Dort gibt es auch die Infos zu umweltschonenden und glaub nicht übel riechenden Plumsklos. Die Technik dazu hatte mich sehr fasziniert! Stell dir vor, WIE VIEL Wasser dadurch weltweit gespart werden könnte! Unglaublich! Aber genug von diesem Thema. hahaha
          Ich wünsche dir ein wundervolles Wochenende,
          GlG, monerl

  3. Hi monerl,
    ich kenne dieses Buch, aber nur vom Cover her. In einem Urlaub hat es die Freundin, mit der ich im Urlaub war, die ganzen zwei Wochen gelesen (offensichtlich eine Langsamleserin) und dann ständig stellenweise Passagen daraus zitiert. Mir haben die Zitate aber nicht so gefallen und deshalb hab ich es von ihr nicht ausgeliehen.
    Ich glaub, mein Problem war, dass ich das Genre nicht einordnen konnte – Wahrheit, Fiktion, Traumreise?
    Freut mich, dass dir es auch gefallen hat.
    Was meinst du, wird etwas von diesen Weisheiten des Buches hängen bleiben, oder ist es doch mehr “Seelenunterhaltung”?
    LG,
    Daniela

    1. Guten Morgen Daniela,
      also, meinen Nerv hat der Inhalt des Buches sehr getroffen. Manchmal kommt ein Buch zur richtigen Zeit oder so. 😉
      Jetzt musst du mir deinen Begriff “Seelenunterhaltung” etwas näher definieren. Kann ihn nicht so richtig greifen… Ich finde die Ansätze, die die Autorin als Weiheiten und Handlungsweisen der “Wahren Aborigines” beschreibt, ihnen in den Mund legt. oftmals ganz toll. Ich habe auch einige Stellen markiert. Da ich jedoch nur eine Kurzmeinung geschrieben habe, gibt es keine Zitate. Sinngemäß fand ich z.B. ganz toll, wie sich die Aborigines wundern, dass wir bei einem Wettbewerb (passt grad gut zur WM haha) nur den Sieger feiern. Das würde ja bedeuten, dass alle anderen verloren haben. Wo denn da der Sinn sei? Das hat mir gefallen. Ich müsste das mal raussuchen und dann schreib ich es genauer. In dieser Art gab es viele Zeilen, die mich sehr erreichen konnten. Im Alltag sind wir so schnelllebig und vergesslich geworden. Deshalb denke ich, dass ich das Buch irgendwann wieder lesen werde oder zumindest querlesen. So, von besonderer Passage zur anderen besonderen. Ich konnte daraus viel mitnehmen. Wie gesagt, das Hören war sogar noch schöner.
      Wie würde ich das Buch nun einordnen? Es ist eine erfundene Geschichte einer Wüstenwanderung auf primitivstem (Natur)Niveau; kein Luxus, keine Hilfsmittel. Die Autorin bedient sich der Geschichte (und insbesondere da dem Aborigines-Stamm), den Menschen vor Augen zu führen, wie materiell wir geworden sind. Wie sehr wir uns verloren haben und wie wir wieder versuchen könnten, zu uns zu finden, mehr aufeinander acht zu geben und mit offeneren Augen durchs Leben gehen.
      Falls du´s doch mal lesen magst, ich schicke dir gerne mein Buch. Ist sogar die 1. Ausgabe von 1998. 🙂
      GlG und einen schönen Tag für dich,
      monerl

  4. Hi!

    Freut mich sehr dass dir der negative Beigeschmack nicht so viel ausgemacht hat.
    Ich hab das mitbekommen als das alles irgendwie “rauskam” und alle geschimpft haben – mir wars gleich ob das echt war oder nicht, die Geschichte an sich ist einfach faszinierend und bewegt zum Umdenken!
    Vor allem wenn man sich mit den Aborigines beschäftigt, wie lange sie eigentlich so gelebt haben OHNE ihre Umwelt negativ zu beeinflussen: da sieht man dass das funktionieren kann 😉

    Ich mochte das Buch sehr!

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Hey Aleshanee,
      durch deine letzte TTT-Aktion Ein-Wort-Titel hast du mir das Buch in Erinnerung gerufen! Hatte es gleich mal vom SuB rausgekramt. haha Leider hab ich zum Buch auf dem Blog keine Rezi gefunden. Sonst hätte ich sie gerne verlinkt. Ist aber wohl schon wirkich Jahre her, dass du das Buch gelesen hast, oder? Ich musste so schmunzeln, als ich einige neuere Rezis auf dem großen A gelesen habe, aus denen hervorgeht, dass die Leser immer noch glauben, die Geschichte wäre wahr. Obwohl dass nun schon seit 1996 bekannt ist, dass sie fiktiv ist. Viele Leser haben das Buch auch ausschließlich aufgrund der Tatsache, dass sie nicht wahr ist, um 2 oder mehr Sterne schlechter bewertet. Das wiederum kann ich nicht mehr nachvollziehen. Ich stimme dir absolut zu! Die Geschichte ist total faszinierend und es begeisterte mich total zu lesen, wie intensiv sich die Autorin mit den unseren negativen Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und Tier beschäftigt hat und welche Ideen sie Buch zur Verbesserung aufzeigt. Einfach grandios!
      Die Aborigines üben schon viele, viele Jahre eine bestimmte Anziehungskraft auf mich aus. Habe nun schon ganz lange nichts mehr über sie gelesen. Es hatte sich deshalb während des Lesens für mich wie “zurückkommen” angefühlt. 🙂
      Liebste Grüße zurück,
      monerl

      1. Jap, also: es ist eine Geschichte – und dann kann die durchaus fiktiv sein.

        Dass die Vermarktung auf eine wahre Grundlage ausgerichtet war, naja, ist mir ehrlich gesagt egal 😀 Ich seh das alles nicht so eng.

        Und ja, bei mir ist das Lesen sicher schon 20 Jahre her … deshalb gibts da auch keine Rezension von mir 😉

        1. Zudem die Autorin das Buch damals im Selbstverlag rausgegeben hat. Verlage wollten sie wohl nicht. Da hat sie halt versucht sie so interessant wie möglich zu machen. Die Autorin hat Teebaumöl verkauft, als sie in Australien gelebt und gearbeitet hat. In der ersten Fassung hat dieses Teebaumöl in ihrem Buch mit verarbeitet. Die Aborigines hätten durch so ein Öl die Wunden, wie an ihren Füßen beschrieben, damit geheilt. 😉 Das zeigt einfach, dass ihre Intention, mit der sie das Buch verfasst hatte, klar in eine bestimmte Richtung ging. Sie wollte halt natürlich Geld verdienen und hatte es sogar geschafft. Sie hat doch Millionen durch diesen Bestseller verdient.

  5. Moin, liebes Monerl,
    die Aborigines – leider auch eine Menschengruppe, deren Lebensweise fast zur Gänze ausgerottet wurden. Ist das auch Thema des Buches?

    Liebe Grüße, Anne

    1. Moin, moin liebe Anne,
      die australischen Aborigines waren die erste Gruppe der Native Peoples, über die ich sehr viele Romane gelesen hatte im Teenageralter. Deine Frage beantworte ich mit einem Jein. Es geht schon auch um die Stämme der Aborigines und wie sie zurückgedrängt wurden. Doch in erster Linie wird dieser erfundene Stamm der “Wahren Menschen” dazu genutzt, dass man über ihre natürliche und positive Lebensweise, im Einklang mit Mensch und Natur, wieder zurück zu sich selbst findet. Ich kann dir das Buch dennoch ans Herz legen, auch wenn es fiktiv ist, was viele schlussendlich bemängeln. Da ich von Beginn an des Lesens wusste, dass dies lediglich ein Roman ist, hatte ich damit kein Problem. Es ist auch kein dickes Buch. Es liest sich runter wie Butter. 🙂
      GlG, monerl

        1. Ach ja! Sieste mal, ich wusste gar nicht, dass es noch weitere Bücher gibt. Werde mir das auch mal anschauen. Hast du “Traumreisende” gelesen?

            1. Das Buch kam gestern an und ich bin sehr gespannt drauf, ob es mir gefallen wird und ob ich es zu Ende lesen werde. Der Klappentext klingt jedenfalls sehr interessant! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.