Überleben - Der Gürtel des Walter Fantl
Rezensionen | Sachbuch

[Buchvorstellung] Überleben: Der Gürtel des Walter Fantl – GERHARD ZEILLINGER

29. Oktober 2019

#315 Rezension

 

Buchbeschreibung

Walter Fantl ist vierzehn, als Hitler in Österreich einmarschiert, mit 18 wird er nach Theresienstadt, mit 20 nach Auschwitz deportiert. Gemeinsam mit seinem Vater geht er am 29. September 1944 über die Rampe von Birkenau, ahnungslos, was geschehen wird. Als der 21-Jährige im Juli 1945 nach Wien zurückkommt, ist ihm nichts von seinem Leben geblieben als ein breiter Ledergürtel: das Einzige, was er nach der Selektion behalten durfte. Bis zur Befreiung ist der Gürtel für ihn ein Überlebenssymbol, an das er sich jeden Tag klammert. Und bis heute ein Stück Erinnerung an die dunkelste Zeit seines Lebens: als er seine gesamte Familie verlor.


Heute ist Walter Fantl einer der letzten noch lebenden Zeitzeugen in Österreich. Basierend auf jahrelangen Gesprächen und zahlreichen Originaldokumenten zeichnet der Historiker und Journalist Gerhard Zeillinger den bewegenden Lebensweg nach, der von der behüteten Kindheit in Bischofstetten in Niederösterreich direkt in den Horror der NS-Zeit und in die Stunde null nach der Befreiung mündet. Zeillingers dokumentarischerzählender Stil macht diese berührende Geschichte achtzig Jahre später noch einmal lebendig und schildert sehr eindringlich das Bild einer Zeit, die uns bis heute beschäftigt.

 

Meine Meinung

Dies wird keine Rezension im üblichen Sinne! Dies sind emotionale Zeilen zu einem Buch, einem Zeitzeugenbericht, der mich in vielerlei Hinsicht schmerzt!

Nachdem ich nun gestern (27. Oktober 2019) das Buch beendet habe und auf der Suche nach weiteren Informationen zum Autor und dem Zeitzeugen Walter Fantl war, stolperte ich über das Todesdatum von Walter Fantl. Gestorben ist er am 24. Oktober 2019. Das war letzten Donnerstag und das war während ich noch das Buch gelesen habe. Es überkommt mich Gänsehaut! Während ich über die Kindheit und den familiären Verlust von Walter Fantl und all den anderen Juden lese, während ich froh bin, dass er und einige andere den Holocaust in den Konzentrationslagern, wie z. B. Auschwitz, überlebt haben, stirbt Herr Walter Fantl im Alter von 95 Jahren. Und genau gestern in der Früh, das wusste ich gestern noch nicht, wurde er in Wien beerdigt.  

Beide Gefühle, Freude und Trauer, werden überlagert. Und dennoch bin ich von Herzen froh, dass Herrn Fantl noch so viele Jahre Frieden geschenkt wurden.

Und während ich gestern Abend die Buchdeckel zuklappte und so durchs Internet surfte, sah ich die Hochrechnungen der Thüringer Landtagswalen 2019! Ich sah, wie die AfD in Thüringen mit einem Plus von 12,8% auf ein Ergebnis von 23,4% gekommen war!

Ein EKEL stieg in mir hoch, ich kann es kaum besser in Worte fassen. Ich fühlte mich benebelt, traurig und furchtbar wütend! Ja, ich bin immer noch richtiggehend wütend, weil ich nicht glauben kann, dass so viele Menschen, jeglichen wahlberechtigten Alters, einen Faschisten und sein rechtes Gedankengut gutheißen!

Ich kann nicht fassen, dass das Leid Walter Fantls und das von millionen anderer Juden, Sinti und Roma, behinderter und kranker Menschen und anderer Minderheiten vergessen und weggewischt werden konnte! Wer solche Bücher liest, wie ich sie lese, Videos, Filme und Berichte von Zeitzeugen gesehen hat, kann nicht die AfD wählen und kann nicht wollen, dass wir erneut ein NAZI-Deutschland bekommen! Jedem Menschen, mit einem Minimum an Empathie und Menschlichkeit, weden solche Berichte, Fotos und Filme das Herz zusammendrücken und sie werden wissen, dass so eine Partei unter KEINEN UMSTÄNDEN gewählt werden darf, auch nicht aus Protest!

Gerhard Zeillinger schreibt über Walter Fantl und berichtet über andere Wiener Juden, wie sie nach und nach entrechtet wurden und wie ihr Weg langsam aber sicher ins Konzentrationslager geführt hat.

Dass Theresienstadt, wo Walter Fantl lange Zeit gelebt hat, ein Juden Ghetto, ein Durchgangslager war, war mir bis zu diesem Buch nicht so richtig klar. Viele prominente Juden aus dem Theater- und Künstler-Milieu waren in Theresienstadt. Daher gab es dort ein ungewöhnliches “kulturelles Leben”, wie in keinem anderen KZ, Lager oder Ghetto. Die Texte, die zu dieser Zeit dort entstanden, berichten über das damalige Leben, über das “Als-ob”-Leben.

“Vieles im Ghetto wird nun anders, zumindest nach außen hin, seit der Besuch der “Kommission” angesagt ist. Schon im Jahr davor haben deutsche Pressevertreter und eine Delegation des Deutschen Roten Kreuzes Theresienstadt besucht und es war icht schwer, ihnen für wenige Stunden eine heile Welt vorzuspielen. Diesesmal sind es Vertreter des Internationalen Komitees und dänische Delegierte, die sich ein Bild vom Leben im Ghetto machen wollten.” (S. 139f)

 

“Die SS lässt kurz darauf Filmoperateure aus Prag kommen, um das schöne Leben in Theresienstadt zu dokumentieren. Ein “Kulturfilm” wird gedreht, von der Prager Wochenschau-Gesellschaft. Sie filmen einen Alltag, den es nicht gibt, mit Hunterten Häftlingen als Statisten.” (S. 142)

 

Nachfolgend das Propaganda-Video “The Gift Of The Town – Terezin/Theresienstadt”, das im Buch, siehe Zitat von S. 142, erwähnt wurde. (veröffentlicht auf YouTube am 03.12.2011 von Carlo Gesualdo.

 

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Und immer wieder schwanken meine Gedanken zu der Frage, wie es sein kann, dass all das Grauen heute scheinbar vergessen wurde. Und dann erinnere ich mich, wie Gerhard Zeillinger in der Nachlese des Buches schreibt:

“Im Gegensatz zu den anderen europäischen Regierungen, die sich bemühten, ihre Überlebenden so schnell wie möglich nach Hause zu holen, hatte die österreichische Bundesregierung keinerlei Anstalten zur Repatriierung der österreichischen Juden unternommen.” (S. 227)

 

“Der österreichische Bundespräsident Karl Renner bekundete im Jahr 1946, dass er einer Wiederansiedlung von Juden in Wien mit allen Mitteln entgegentreten werde.” (S. 230)

 

“Zwei Jahre später [1963] begannen in Deutschland die Auschwitzprozesse. Aber nur wenige wurden zur Rechenschaft gezogen. Von den SS-Männern der Wachmannschaft in Gleiwitz und den berüchtigten Kapos im Lager wurde kein einziger angeklagt.” (S. 230)

 

Aus heutiger Sicht kommt deshalb das Gefühl in mir auf, dass damals nicht genug getan wurde. Viel zu viele Nazi-Verbrecher hatten überlebt und durften nach dem Krieg ein neues Leben anfangen, ganz unbescholten und frei. Und wer weiß, wie viele der Nachkommen mit der NS-Ideologie aufgewachsen sind und sie weiter verbreiten konnten. Eventuelle ernten wir gerade, was damals gesät wurde…

 

Fazit

Dieses und viele andere solcher Bücher sollten m.M.n. als Pflichtlektüre im Unterricht gelesen werden! Bildung bildet und öffnet Augen und auch Herz. Das Wissen über den Holocaust muss weiter verbreitet werden, da die letzten Zeitzeugen demnächst aussterben werden. Viele von ihnen, wie auch Walter Fantl, haben in der Öffentlichkeit und auch in Schulen darüber gesprochen. Wenn sie es nicht mehr können, müssen wir da weitermachen, wo sie aufgehört haben.

Video Uni TV: “Der Lebensgürtel” – Ein Interview mit Walter Fantel am 01. Mai 2015 in Wien. Walter Fantl spricht über seinen Gürtel.

 

Weitere Rezensionen

Weitere Recherche

Beitrag “KZ Theresienstadt” in Wikipedia.

Beitrag “Auschwitzprozesse” in Wikipedia.

Beitrag “Nationalsozialistische Probaganda” in Wikipedia.

Beitrag “Benjamin Murmelstein” in Wikipedia

Bericht “Scheherazade im Ghetto Theresienstadt” aus Deutschlandfunk vom 06.05.2015

Bericht “Der letzte der Ungerechten” auf erinnern.at

Bericht “Nur lebende Juden taugten für die Nazi-Propaganda” auf Welt Kultur vom 07.05.2015

 

Mit diesem Buch mache ich mit bei der Linkparty Oktober von Andreas Lesezimmer.

 


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  1. Liebe monerl,
    danke das du mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hast. Ich möchte es auf jeden Fall noch lesen und habe es nun auf meine Liste gesetzt.
    Mich macht die aktuelle Entwicklung (nicht nur in Deutschland) wirklich Angst. Es fehlt nicht mehr viel und wir wiederholen was niemals wieder geschehen sollte.

    Im letzten Sommer habe ich mit meinem Mann die Gedenkstätte Bergen-Belsen besucht. Obwohl ich viele der Informationen schon vorher gelesen oder gehört habe, war ich sehr bedrückt und entsetzt genau das noch einmal an diesem Ort zu lesen. So etwas sollte niemals niemals wieder passieren. Es ist einfach unglaublich was Menschen anderen Menschen antuen können und wie viele einfach weggesehen haben. Ich kann es kaum in Worte fassen…

    Viele liebe Grüße
    Rena

    1. Liebe Rena,
      ich bin froh, dass die Leute sich für dieses Buch interessieren. ES.IST.SO.WICHTIG! Diese Bücher mit all den Berichten und Zeitzeugenaussagen und -erinnerung sind gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Erwachsene können keine Empathie mehr lernen. Diese Fertigkeit erlangt man in der Kindheit. Umso wichtiger ist es, dass in Schulen darüber berichtet wird und Schulklasse die Gedenkstätten besuchen und das Grauen solcher Orte erfühlen. Denn dann ist das Gehirn in der Lage die Verbindungen zu machen und die Gefühle zu speichern. Aus solchen Kindern werden einfühlsame und empathische Erwaschsene. Und das muss unser Ziel sein, wenn wir weiterhin in Frieden zusammen leben wollen.
      Mir erging es in Dachau wie dir in Bergen-Belsen. Es ist in Worte nicht auszudrücken, wie schlimm diese Konzentrationslager noch heute nachwirken.
      Danke für dein Interesse und ich bin mir eigentlich sicher, dass dich das Buch wird ebenso erreichen können wie mich.
      GlG, monerl

    1. Ja, mir auch! Ich verstehe dich sehr gut. Direkt nach dem Lesen und dann in Verbindung mit den Wahlergebnissen, war ich mehr wütend als ängstlich. Wenn ich aber länger über dieses Thema nachdenke, steigt auch meine Angst, da die Frage, ob es wieder besser werden wird, keiner so richtig beantworten kann. Irgendwie gibt es zur Zeit kein Licht am Ende des Tunnels. Und das machte eben Angst.

        1. Das hatte ich gar nicht mitbekommen, weil ich quasi gar nicht bis kaum online war. Dank dir habe ich direkt danach gesucht und bin erschüttert! Ich kann nicht glauben was ich sehe und höre. Ich möchte die Augen und Ohren verschließen und mich in einen Kokon einmummeln und weiterhin glauben, dass diese Welt so schön ist und Menschen menschlich sind. Auch ich habe Sorgen, wie es weitergehen wird. Zumal meine Familie direkt davon betroffen sein könnte, wenn dieser Hass sich so weiter entwickelt. 🙁

  2. Hi monerl,
    ein Schauer läuft mir über den Rücken….
    Dieses Zusammentreffen: Das Buch, der Tod des Autors während du es liest und die unglaublich katastrophale Wahlergebnisse. Mir fehlen die Worte…
    Wie eine meiner Vorposterinnen reagiere ich auch sehr sensibel auf solche Geschichten.
    Momentan lese ich gerade die Biografie von Günter Kunert, wie er als “Mischling”, also mit Zitat: “jüdischer Mutter und arischem Vater”, so nannten es die Nazis, in der ständigen Angst davor lebte, dass sein Sonderstatus aufgehoben und er auch deportiert werden würde wie viele seiner Verwandten.
    Irgendwie, begreifen werden wir das wohl nie ganz.
    Aber es gibt so vieles, was ich nicht verstehe.
    Mir hilft, selber immer die Integrität und humanistische Moral aufrechtzuerhalten.
    In diesem Sinne
    Daniela

    1. Liebe Daniela,
      so wie bei diesem Buch, hatte ich es auch noch nie gehabt. Deshalb berührt es mich auch so. Ich werde es wohl nie vergessen! Als normaler Mensch, kann man das alles nicht begreifen. Ich bin sehr gespannt, was du über dein Buch sagen wirst. Kann mir nur annäherd vorstellen, wie schlimm die Situation damals auch für solche “Mischlinge” war. Auf der einen Seite hatten sie Vorzüge, was sie sicherlich auch sehr bedrückt hat. Sie waren froh, nicht ganz jüdisch zu sein, doch Gleichzeitig mussten sie damit Leben, dass all die anderen gefoltert und / oder gestorben sind. Welche Last! Glück und Unglück gleichermaßen und immer das schlechte Gewissen, ob sie es auch verdient haben, obwohl sie ja auch nichts für ihre gemischte Herkunft konnten.
      GlG, monerl

  3. Hi monerl,
    ich war letztes Jahr in Auschwitz und habe mir das Stammlager und Auschwitz-Birkenau angeschaut, es war mein 3. neben Dachau und Mauthausen. Ich reagiere mittlerweile so sensibel auf solche Geschichten, dass ich es kaum aushalte, davon zu lesen/Filme zu sehen etc. Ich kann es einfach nicht verstehen, wie man so grausam sein konnte – und wie man das heutzutage verherrlichen kann, noch weniger.

    Ich finde auch dass es wichtig ist, solche Bücher zu lesen und dass das Wissen über diese Zeit nicht verloren gehen darf!

    LG Anja

    1. Liebe Anja,
      dann hast du wirklich schon viel schlimme Plätze besucht. Ich kann es annhähernd nachfühlen, da ich in Dachau war. Alles an den Nazis und der Ideologie ist so unmenschlich und unbegreiflich, sodass man wirklich ein UNmensch sein muss, um diese Richtung einzuschlagen. Ich hoffe, dass wir immer mehr bleiben werden, als sie es bisher sind. So etwas darf sich nie mehr wieder wiederholen! Heute ist es sogar noch wichtiger, dass intensive Aufklärung betrieben wird. Auch wenn es schmerzt, ich werde immer wieder solche Filme und Bücher lesen. Sie müssen sichtbar bleiben.
      GlG, monerl

      1. Ja, sie müssen sichtbar bleiben. Irgendwann werde ich es auch wieder schaffen, wieder mehr davon zu lesen/zu rezensieren. Vielen Dank für deine Rezension 🙂 <3

        LG Anja

  4. Liebe Monerl,
    eben habe ich bei dir gelesen, dass Walter Fantl gestorben ist. Und nun habe ich in unserer Lokalen Zeitung ebenfalls einen Bericht darüber gelesen. Es wird dort noch zusätzlich besprochen, ob man in Bischofstetten einen Gedenkstein setzen soll oder nicht. …ein heikles Thema, da es ja sehr viele Menschen gibt, die während des 2. WK hier getötet wurden und er ja überlebt hat….aber den Kopf sollen sich andere darüber zerbrechen…
    95 Jahre ist ein stolzes Alter, trotzdem ist man traurig. Und seine Geschichte wird überleben…ein kleiner Lichtblick.
    Liebe Grüße
    Martina

    1. Liebe Martina,
      ich danke dir nochmals dafür, dass du mir den Tipp mit dem Buch gegeben hast. Ich wäre wohl nicht so schnell darüber gestolpert. Ich verstehe wirklich nicht, warum man immer aufrechnen muss. Er hat überlebt, ja. Es war ein Gechenk und er hat Aufklärung betrieben und die anderen Toten nicht vergessen lassen. Mindestens das, finde ich, ist “Gedenkstein”-wert. Doch was spricht dagegen, unter seinen Namen auch all die anderen aus Bischofstetten und der Umgebung, auf dieser Gedenktafel einzutragen. Man weiß doch, welche damaligen Bürger ins KZ verschleppt wurden und Holocaust-Opfer waren. Wieso tut man sich so schwer damit?
      Seine Geschichte wird überleben und muss weiter erzählt werden!
      GlG, monerl

  5. Ich musste deine Rezension erst einmal sacken lassen. Dich hat dieses Buch enorm mitgenommen. Dies Thema macht einfach immer wieder fertig. Zu verstehen ist es dabei nicht, wie wenig nur noch in den Schulen darüber gesprochen wird. Zu meiner Zeit, wurden wir beinahe geimpft, mit diesem Thema.
    Ich werde mir das Buch, bei meinem Buchdealer anschauen gehen.
    Lesende Grüße
    Andrea

    1. Ja, liebe Andrea, das Buch, in Verbindung mit der gegenwärtigen politischen Situation macht mich sehr fertig. Dass ich in der einen Minute über das damalige Leid und die furchtbaren Gräueltaten lese und in der anderen die Nachrichten von heute lese und erkenne, dass wir heute eigentlich wieder mittendrin in diesem Gedankengut sind, krieg ich nicht in meinen Kopf!
      Meine Kinder sind noch klein, die Schulzeit steht uns noch bevor. Deshalb kann ich nichts darüber sagen. Es wäre sehr schlimm, wenn heutzutage nicht mehr ausführlich über den 2. WK gelernt werden würde, über die NS-Zeit, den Holocaust usw. Ich weiß nur, dass ich mit meiner Klasse (Schule ?) im KZ in Dachau war. Das werde ich meinen Lebtag nicht vergessen. Obwohl ich sehr jung war, bereitete mir der Ort und die Informationstafeln, die man dort lesen kann, ein schlimmes Gefühl. JEDER sollte sich das mal anschauen. Darüber darf man nie aufhören zu sprechen und aufzuklären.
      Herzliche Grüße zurück
      monerl

  6. Guten Morgen Monerl,

    oh nein! Dass Walter mittlerweile – während auch ich sein Buch gelesen habe (und manchmal laut mit ihm gesprochen habe) gestorben ist, ist sehr sehr traurig. KLar 95 ist ein stolzes Alter aber es gibt mir ein beklemmendes Gefühl dass es passierte während ich sein Buch las.

    Das Propaganda Video hatte ich ja auch gefunden, durch Deine anderen Links werde ich mich später mal durchklicken.

    Und natürlich bin ich ganz bei Dir, ich bin über die Wahlergebnisse genauso entsetzt, genauso war es mit der Sachsen Wahl einige Monate zuvor. Hier in Hamburg dürfte die AfD keine soo große Mehrheit bekommen, hier sind es vorallem Grüne Wähler.

    Ich lasse Dir liebe Grüße da
    Tanja

    1. Liebe Tanja,
      ja, diese Beklemmung hatte ich auch. Es ist so seltsam, von einem Menschen zu lesen und danach zu wissen, dass er währenddessen sein Leben ausgehaucht hat…
      Ich bin um jeden Teil in Deutschland froh, der sich gegen die AfD auflehnt. Aber es könnte dennoch verheerende Auswirkungen habe, wenn die AfD irgendwo mitregieren darf. Sie dürfen diese rote Linie nicht übertreten. Wer weiß, wie es dann weiter geht?!
      Ich komme später noch bei dir vorbei. Hatte noch keine richtige Zeit. Bin im Seminar die halbe Woche… Hab nur gesehen, dass deine Rezi online gegangen ist.
      GlG, monerl

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