Wiesbaden
Rezensionen | Sachbuch

[Buchvorstellung] WIESBADEN – Die 99 besonderen Seiten der Stadt – SABINE GRUBER, RALPH ZADE

30. August 2019

#308 Rezension

 

Buchbeschreibung

In der hessischen Landeshauptstadt gibt es gleich zwei Schlösser – eins in der Innenstadt und eins in Biebrich mit einem phantastischen Schlosspark. Hier gibt es zudem große und kleine Museen zu Kunst, Geschichte und vielem mehr, eine Spielbank, in der schon Dostojewski sein Geld verlor, eine Villa, in der Brahms eine Symphonie komponierte, eine Kirche, in der Martin Niemöller predigte, und ein Bahnhofsgleis, das für Kaiser Wilhelm II. reserviert war …

 

Meine Meinung

Wiesbaden ist eine Stadt, die mir sehr am Herzen liegt. Als mich vor fast 13 Jahren mein Weg nach Hessen führte, ließ ich mich etwas tiefer im Taunus nieder, nordöstlich von der Hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Und seit dieser Zeit führen mich meine Wege immer wieder in diese wunderschöne Stadt, die 1806 Hauptsadt des Herzogtums Nassau geworden ist und das große Glück hatte, den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet zu überstehen.

So kommt es, dass Wiesbaden als alte Kurstadt ihre alten Stadtvillen behalten hat, viel innerstädtisches Grün einschl. Parks aufweisen kann und als “Nizza des Nordens” bezeichnet wird, da Wiesbaden zu den wärmsten deutschen Städten gehört.

Das Kurhaus begrüßte im 19. Jhdt bereits Berühmtheiten wie  Dostojewski als auch Goethe und ist auch heute noch einen Besuch wert.

Wer sich lieber etwas die Beine vertreten möchte, der wagt zu Fuß den Weg durch den Wald auf den Neroberg. Der sehr steile Aufstieg lohnt sich allemal, da man, oben angekommen, mit einem traumhaften Blick auf Wiesbaden belohnt wird. Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, begibt sich auf direktem Wege 440 Meter in der Nerobergbahn, der Wasserlast- und Zahnstangen-Standseilbahn, nach oben.

Auch sehr sehenswert ist auf den Neroberg die Griechische Kapelle, die auch Russische Kirche genannt wird, welche Herzog Adolph 1845 zu Ehren seiner russischen Ehefrau Elisaweta Michailowna Romanowa (eine Zarenenkelin) und ihrem gemeinsamen Kind erbauen ließ. Beide starben im Kindbett und wurden in der Kapelle beerdigt.

 

Nerobergbahn
© S. Gruber, R. Zade / Nerobergbahn
Russische Kirche
© S. Gruber, R. Zade / Griechische Kapelle bzw. Russische Kirche

Wer geschichtsträchtige Mauern begutachten und befühlen möchte, der begibt sich zum Stadtschloss Wiesbaden, wo der heutige Hessische Landtag sitzt.

“Nach dem Anschluss Wiesbadens an Preußen 1866 wurde das Schloss durch König Wilhelm I. von Preußen – ab 1871 deutscher Kaiser – und seinem Enkel Wilhelm II. genutzt. Wilhelm II. liebte Wiesbaden und wohnte teils mehrfach im Jahr bei seinen Besuchen hier. Als die Monarchie endete, zog kurzzeitig ein Arbeiter- und Soldatenrat, dann die französische Besatzungsmacht ein, auf die 1925 die britische folgte. Das Ende der Besetzung Wiesbadens 1930 brachte zivile Nutzungen, und während des Zweiten Weltkriegs zog die Wehrmacht ein, nach dem Krieg das alliierte Oberkommando. Seit 1946 ist der Bau Sitz des Landtags von Hessen, der auch mehrere benachbarte Gebäude nutzt.” (S. 29)

 

Wer ein Gefühl vom “alten Wiesbaden” bekommen möchte, bevor die Sadt Weltkurstadt wurde, begibt sich in die Wagemannstraße und Grabenstraße (“Altstadtschiffchen”), wo man noch das älteste Haus Wiesbadens (Wagemannstr. 5-7) sehen kann, das aus dem Jahre 1728 stammt.

Kirchenbewunderer und -liebhaber kommen in Wiesbaden auf ihre Kosten. Neben der Marktkirche am Rathaus, gibt es noch die Bonifatiuskirche, eine romanische Saalkirche aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts (die älteste Kirche Wiesbadens), die Ringkirche, die neogotische Dreifaltigkeitskirche, Maria-Hilf Kirche, Bergkirche, Feldkirche und noch einige mehr.

Ob Museen, Landesbibliothek, Theater oder Bäder, Ausflüge, Einkaufen, Restaurants, Glücksspiel, Weißes Haus, Kuckucksuhr oder auch Hafenpromenade … All das ist Wiesbaden. Eine Stadt, die allen und jedem das Geeignete bieten kann!

 

Heilig-Geist Kirche
© S. Gruber, R. Zade / Die Heilig-Geist Kirche
© S. Gruber, R. Zade / Weißes Haus in Wiesbaden
Überdimensionale Kuckucksuhr
© S. Gruber, R. Zade / Überdimensionale Kuckucksuhr

Fazit

Den Autoren Sabine Gruber und Ralph Zade ist mit vorliegendem Buch ein ganz toller Städteführer gelungen, der einerseits informiert und andererseits große Lust macht, die genannten Sehenswürdigkeiten vor Ort zu besuchen.

Obwohl ich Wiesbaden als Stadt bereits recht gut kenne, habe ich viel Historisches gelernt und neue Ecken von Wiesbaden und seinen Vororten entdeckt.

Absolute Leseempfehlung!

 

Nerobergbahn

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Am 10.04.2010 veröffentlicht


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  1. Hi Monerl,
    ich war mal einen Tag in Wiesbaden. Diese russische Kirche hab ich gesehen und auch den Wald durchwandert. Beim Kurpark war ich, wo die wilden Papageien leben. Ein hübsches Städtchen. Es ist immer schön, wenn man nochmal Hintergrundwissen bekommt, wo man eigentlich denkt, man kennt den Ort schon gut.
    LG
    Daniela

    1. Hallo Daniela,
      ich erinnere mich! Du warst im Theater oder Konzert oder so, richtig? Dann hast du zumindest die größten Sehenswürdigkeiten gesehen. Wiesbaden finde ich soll toll! Es gibt noch so viel zu entdecken. Muss mir mal nen Plan machen. 🙂
      GlG, monerl

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